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Interview mit FROM DAWN TO FALL

Die jungen Österreicher von FROM DAWN TO FALL sind gerade mit ihrem Debütalbum "The Beginning" am Start und zeigen durchaus internationales Potential. Ein Grund, um uns mal ein bisschen intensiver mit dem Popcore-Quintett auseinanderzusetzen...

Sie ziehen derzeit fleißig durch die Lande, veröffentlichten gerade ihr Debütalbum "The Beginning", spielten schon Shows im Vorprogramm von THE CASTING OUT, AIDEN, THE USED, RISE AGAINST, etc. und beantworteten uns untenstehend einige Fragen per Mail...

FROM DAWN TO FALL (c) pertramer.at / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

SLAM:
Ihr spielt ziemlich viele "Local Support"-Shows. Wenn ihr jetzt mal den Support-Slot für THE CASTING OUT mit dem für KILL HANNAH & AIDEN vergleicht: 1. Welcher war euch wichtiger? 2. Welches Auditorium passt eurer Meinung nach besser zu euch (waren die beiden Gigs doch publikumstechnisch alles andere als homogen)?


FROM DAWN TO FALL: Beide Support-Gigs waren uns eigentlich gleich wichtig, wobei man sagen muss, dass wir leidenschaftliche BOYSETSFIRE-Fans sind und deswegen der Support von THE CASTING OUT etwas ganz Besonderes für uns war. Welches Publikum besser zu uns passt, können wir nicht beurteilen... Wir ziehen halt unser Ding durch, und wollen einfach so viel spielen wie möglich.

War der Support für THE CASTING OUT ein Trost dafür, dass ihr noch nie und vermutlich nie mehr mit BOYSETSFIRE gemeinsam auf einer Bühne stehen werdet?

Ein Support-Gig von BOYSETSFIRE ist definitiv ein Punkt auf unserer To-Do-Liste! Auch wenn es momentan nicht aussieht, als ob das nochmal klappt, aber wer weiß… Natürlich war es gerade deswegen eine ganz besondere Ehre mit THE CASTING OUT die Bühne teilen zu dürfen.

FROM DAWN TO FALL (c) pertramer.at / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWie habt ihr euren "Taste Of Chaos"-Auftritt empfunden, wo ja doch sehr unterschiedliche Bands in Bezug auf die Intensität politischer/ethischer Einstellungen aufgegeigt haben?

"Taste Of Chaos" war eine echt geile Erfahrung! Wann hat man schon die Gelegenheit mit so vielen internationalen Größen auf einer Bühne zu stehen. Da versucht man natürlich soviel wie möglich mitzunehmen und sich das eine oder andere abzuschauen. Die politische Intensität sei jeder Band selbst überlassen.

Seid ihr d’accord mit der Bezeichnung "Emorockmonster", die euch auf dem Promo-Sheet zum Debütalbum verpasst wurde?

Ach, Schubladen und Kategorisierungen sind doch alles Schall und Rauch.

Das instrumentale Intro ist euch – Hut ab – echt gelungen, führt allerdings ein wenig in die Irre, verleitet es doch zum Vergleich mit BULLET FOR MY VALENTINE. Seht ihr persönlich Parallelen von FROM DAWN TO FALL und BFMV? Oder wärt ihr aufgrund der gesanglichen Gymnastikübungen mit einem PANIC AT THE DISCO-Vergleich glücklicher?

Natürlich hat jede Band ihre Einflüsse… Wir fühlen uns geehrt, sehen jedoch eher wenig Parallelen zu BFMV oder PATD. Jeder einzelne von uns hat verschiedene Einflüsse und möchte natürlich diese auch ins Songwriting einfließen lassen. Das Ergebnis ist "The Beginning". Das Vergleichen mit anderen Bands überlassen wir den Zuhörern.

Ein "Popbewusstsein, welches von Hardcorekids entfremdet wurde" steht in einer Beschreibung eurer Band. Könnt ihr uns das näher erklären?

Eigentlich kommen alle von uns ursprünglich aus dem Hardcore-Bereich. Da unsere Lieder aber durchwegs poppig sind, wir aber eben genau unsere Erfahrungen und Songwriting-Einflüsse aus dem Hardcorebereich einfließen lassen, um genau diese Popsongs wieder zu entfremden, ist dieser Satz ganz zutreffend. Wir spielen halt gerne mit den Gegensätzen.

Was bedeutet für euch Pop? Was bedeutet für euch Hardcore? Und wie bringt ihr diese in ursprünglicher Hinsicht ganz und gar konträren Lebenseinstellungen und Weltansichten unter einen gemeinsamen Nenner?

FROM DAWN TO FALL the beginning (c) Pate/Edel / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWir wollen weg von diesem Szene-beschränkten Denken in Österreich. Ja wir haben Popeinflüsse genauso wie Hardcore- und Punkeinflüsse. Wir fühlen uns nicht einer bestimmten Szene oder Musikrichtung untergeordnet. Hardcore oder auch Punkrock bedeutet für uns einfach nicht immer den einfachsten Weg zu gehen und auf eingefahrenen Spuren unterwegs zu sein. Egal was du machst, wichtig ist einfach dass du hundertprozentig hinter einer Sache stehst und dass das Ganze Spaß macht. Pop macht Spaß und die Hardcore-Bestandteile sind für uns ein Ausbruch aus der Konformität und Belanglosigkeit des Pop.

Geht’s beim Song "Revolution" um eine zwischenmenschliche Beziehung oder um Größeres?

Beim Song "Revolution" geht es um eine zwischenmenschliche Beziehung. Allerdings gibt es für den Hörer natürlich auch andere Interpretationsmöglichkeiten. Ich denke, dass diesen Song jeder für sich selbst interpretieren muss.

Woran liegt es eurer Meinung nach, dass jetzt auf einmal österreichische Produktionen vermehrt wahrhaftiges (internationales) Potential erkennen lassen? Und warum fällt der Gang über die Grenzen immer noch so schwer? Wäre es nicht längst an der Zeit, auch mal eine österreichische Band neben den ganz Großen zu haben?

Es höchste Zeit, dass es eine Band aus Österreich einmal weiter bringt. Der Ehrgeiz und Arbeitsaufwand österreichischer Bands war noch sie groß wie heute. Ich glaube das ganze hat mit positivem Wettbewerb zu tun. Die Bands pushen sich durch den "Konkurrenzkampf" gegenseitig nach oben. Wir sehen das Ganze sehr positiv.

Wie steht’s mir der Verquickung mit anderen österreichischen Bands? Welche Connections bestehen? Kann man da vielleicht sogar von Networking sprechen oder kämpft doch noch jeder für sich?

Wir haben eigentlich sehr gute Erfahrungen gemacht. Durch unsere Booking Agentur "The Arcadia Agency" haben wir die Möglichkeit mit verschiedensten Bands die Bühne zu teilen. Momentan spielen wir einige Konzerte auf der GUADALAJARA-Tour mit. Gerade durch diese Verbindungen sind wir in eine große Familie reingerutscht, die versucht sich gegenseitig in vielerlei Hinsicht zu unterstützen, das ist schön. Aber auch mit anderen Bands wie LAW FOUND GUILT funktioniert das Networking oder der Austausch ganz gut. Im Endeffekt ziehen ja doch alle an einem Strang.

FROM DAWN TO FALL (c) pertramer.at / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWas liegt eigentlich in Perchtoldsdorf in der Luft (oder in den Genen), dass da bisher so viele Musiker rausgekrochen sind?

Hahaha, das würden wir auch gerne wissen. Nein, ich glaube es hat alles mit dem Erfolgszug von NO MORE ENCORE begonnen. Da haben alle gesehen, dass man es auch aus Perchtoldsdorf raus schaffen kann… Wir sind alle extrem gut befreundet und unterstützen uns wo es nur geht.

Ist die Musik von FDTF für euch ein Mittel zum kathartischen Zweck oder untersteht sie vielleicht einem Veränderungsgedanken außerhalb eures Banduniversums?

Im Moment geht es mal darum uns selbst und unsere Ziele zu verfolgen. Der Rest kommt dann sowieso automatisch oder nie. Du kannst andere Leute nur beeinflussen und inspirieren, wenn du selbst an eine Sache glaubst. Ein Gedanke kann Berge versetzen.

Was beherbergt für die Produktion eurer Musik mehr Inspirationskraft: Stadt oder Natur? Hektik oder Ruhe?

Natur und Ruhe ist da bei uns das Stichwort. Wir haben uns zum Beispiel im Rahmen der Predproduction für unser Debütalbum eine Woche in einer Berghütte in Salzburg verbarrikadiert, um dem Alltagsstress zu entweichen.

Wie wird’s mit euch weitergehen? Wie hart arbeitet ihr am Erfolg? Was alles könntet ihr euch vorstellen, dafür zu opfern?

Ja, im Moment wird hart gearbeitet. Live spielen und mal schauen, wie die Platte funktioniert. Wir proben dreimal die Woche und spielen am Wochenende dann noch ein bis zwei Shows. Die neue Platte ist gerade draußen und wir sind schon gespannt, wie sie den Leuten gefällt. Auf alle Fälle stecken wir alle unsere Freizeit in FROM DAWN TO FALL. Wohin das führt, wird sich in absehbarer Zeit herausstellen.

Last but not least: Congratulations zum echt gelungenen Debüt, weiter so und thank you very much indeed für das Interview!

Wir danken!!

###Stephanie Bürgler###
(April 2008)

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und mehr über FROM DAWN TO FALL wissen will, kann sich auf ihrer Homepage informieren oder mal auf ihrer MySpace-Seite vorbeischauen.
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