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Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

They Deus Ex-ed my Metal Gear!

(C) Kojima Productions/Konami Digital Entertainment / Metal Gear Solid V: The Phantom Pain / Zum Vergrößern auf das Bild klickenGleich zu Beginn eine Klarstellung und eine Warnung: "Metal Gear Solid V: The Phantom Pain" ist der mit Abstand beste "Metal Gear"-Titel und der bescheidenen Meinung dieses Redakteurs nach eines der großartigsten Videospiele, die es je gab. Aber: Wer die Reihe bisher vor allem als "interaktiven Film" genossen hat und sich auf lange Cutscenes voller irrsinniger Storywendungen freut, könnte eine kleine Enttäuschung erleben.


Der jüngste und allem Anschein nach letzte Teil der langlaufenden Schleich-Action-Saga, der man oftmals vorgeworfen hat, sie würde die interaktiven Passagen eher so als notwendiges Übel zwischen die ausgedehnten Filmsequenzen stecken, schraubt seine Story über weite Strecken stark in den Hintergrund. Überhaupt deren Ausgangspunkt irgendwie befriedigend zu erklären ist trotzdem komplex genug, dass an dieser Stelle darauf verzichtet werden soll. Was man wissen muss: Man spielt einen Supersöldner namens Snake, der in den 1980ern von einer geheimen Basis aus militärische Missionen in Afghanistan und Zentralafrika unternimmt.


(C) Kojima Productions/Konami Digital Entertainment / Metal Gear Solid V: The Phantom Pain / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSnakes Spezialität ist die "one man base infiltration", also das unbemerkte Schleichen hinter feindliche Linien. Das heißt aber nicht, dass "Metal Gear Solid V" eines der Spiele ist, die einen zum letzten Checkpoint zurücksetzen, sobald man entdeckt wird. Vielmehr hat Snake ein ganzes Schla(chtfeld)raffenland voller Waffen, Gadgets und Begleitern zur Verfügung, die eine gewaltige Flexibiltät für das Angehen einer Mission bieten.


Entwickelt werden diese Spielsachen in Snakes Basis, deren Aufbau und Management eine weitere wichtige und äußerst spaßige Gameplay-Ebene ist. Wenn man feindliche Soldaten in seinen Missionen nicht tötet, kann man sie per Fulton-Fallschirm entführen, für das eigene Team rekrutieren und verschiedenen Abteilungen zuordnen, wie der Forschung und Entwicklung, die dann laufend neue Hilfsmittel für Snake zimmern kann. Wie tiefgehend, vielfältig und raffiniert all diese Systeme ineinandergreifen, sorgt für einen über zig Stunden spannenden Gameplay-Loop.


(C) Kojima Productions/Konami Digital Entertainment / Metal Gear Solid V: The Phantom Pain / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWie nicht anders zu erwarten ist "Metal Gear Solid V" technisch hervorragend. Die üppigen, farbenfrohen Landschaften von "The Witcher 3" mögen immer noch die spektakulärsten Open-World-Panoramen des Jahres bieten, aber dass "The Phantom Pain" (zumindest auf den neuen Konsolen und dem PC) mit butterweichen 60 Frames pro Sekunde über den Bildschirm fegt, ist mindestens genauso atemberaubend.


Und das Sounddesign ist sowieso eine Meisterklasse, von den gezielt eingesetzten und teilweise seit dem ersten Teil der Reihe konstanten akustischen Hinweisen auf den Aufmerksamkeitszustand der Gegner bis hin zur dynamischen und oft schweißtreibenden Musikuntermalung sowie der wirklich durchgehend perfekten Abmischung (immer noch eine Seltenheit in Videospielen).


(C) Kojima Productions/Konami Digital Entertainment / Metal Gear Solid V: The Phantom Pain / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie tollen Set-Pieces und Story-Momente sind immer noch da, es sind nur deutlich weniger davon im Vorhinein geskriptet. Man freut sich auf die Cutscenes, weil sie rar und wunderschön gemacht sind, aber das Spiel verlässt sich vor allem auf seine vielen Systeme und die Kreativität des Spielers, um ganz individuelle Momente und Geschichten zu erzeugen. ("Emergent storytelling" nennen das die coolen Kids).


Dieser Ansatz wird in der neuen Konsolengeneration immer beliebter (siehe etwa "Shadow of Mordor" oder "Far Cry 4"), ist aber auch schon in früheren Teilen der "Metal Gear"-Saga immer wieder durchgeblitzt, wie zum Beispiel im Kampf gegen den Sniper The End in "Metal Gear Solid 3". Mit der offenen Welt sowie riesigen Auswahl an Werkzeugen geht "The Phantom Pain" aber einen beeindruckenden Schritt weiter und kann sich zurecht die Krone als bestes und flexibelstes Stealth-Spiel aller Zeiten aufsetzen.


Zusammengefasst: "Metal Gear Soild V: The Phantom Pain" ist eine kleine Offenbarung, sowohl ein Meisterwerk in Design und Technik als auch eine bodenlos scheinende Popkultur-Wundertüte voller wunderbarer und wundersamer Momente. Auch wenn es in naher Zukunft kein neues "Metal Gear" geben sollte – an diesem wird man noch sehr, sehr lange Freude haben.


 
# # # Andreas Capek # # #



Entwickler: Kojima Productions
Publisher: Konami Digital Entertainment
Plattform: PS4 (getestet), PS3, Xbox One, Xbox 360, PC


Grafik: 10/10
Sound: 10/10
Steuerung: 10/10
Spielspaß: 10/10
Gesamt: 10/10




 





 
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