Was anfänglich noch verwirrend sein mag, ergibt im weiteren Verlauf auf beängstigende und dramatische Art einen Sinn. Die hinterlassenen Botschaften offenbaren die Arbeit eines perfiden Stalkers, dem alle Mittel recht sind, um eine junge Frau zu vernichten. Gelingt es, dies auf adäquate Weise aufzubereiten, damit es sich für den Hörer erschließt? Ja, auf jeden Fall. Natürlich stellt sich immer die Frage, ob mit dieser Produktionsweise eine Spannungskurve erzeugt werden kann, die das Publikum bis zum Schluss fesselt? Durchaus. Es glückt tatsächlich, die Handlung zunehmend zu verdichten, manchmal durch scheinbar banale Anrufe einer Videothek, die um die Rückgabe ihrer Filme bittet.
Immer deutlicher werden die Ausmaße, wie tief der Stalker bereits in das Leben seines Opfers eingedrungen ist und es zu verändern beginnt. Der Horror ist hier schleichend, entwickelt aber schließlich die Gewalt eines Vorschlaghammers, der auf den Hörer niedersaust. Das empfundene Grauen ist hier nicht die sanfte Gänsehaut eines Edgar Allan Poe, sondern der reale Terror, wie er jeden von uns aus heiterem Himmel treffen könnte. Eine beängstigende Vorstellung. Die verschiedenen Nachrichten, die auf dem Anrufbeantworter eingehen, klingen durch die Bank glaubwürdig und authentisch, ein wichtiger Baustein, damit dieses Hörspiel funktionieren kann.
Eine musikalische Bearbeitung spielt eine eher untergeordnete Rolle, da Musik hier nur im Hintergrund in den verschiedenen Anrufen ihren Niederschlag findet. Die Soundeffekte halten sich ebenfalls in einem überschaubaren Rahmen, wo benötigt passen sie jedoch absolut zu den Geschehnissen. Innerhalb der Besetzung dieses Hörspiels ist Nana Spier der Dreh- und Angelpunkt. Ihre Performance ist so nahe an der Realität, dass man sich ein ums andere Mal vor Augen führen muss, dass es sich hier nicht um reale Nachrichten handelt, sondern nur Fiktion. Die Verzweiflung und die voranschreitende Selbstaufgabe sind jede Minute spürbar. Eine Leistung, die unter die Haut geht.
Dazu kommen weitere bekannte Namen, die ebenfalls eine solide Leistung abliefern, aber nicht derart aus der Masse hervorstechen wie die von Nan Spier. So sind es unter anderen die Stimmen von Annette Gunkle, Alexandra Lange, Wolfgang Bahro und Detlef Tams, um nur einige namenhafte Akteure zu nennen, die ihr Scherflein beitragen. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es gerade die Storys von Julie Hoverson sind, die die "Midnight Tales" zu einem Novum in der Hörspiellandschaft machen. Eine überzeugende und kurzweilige Folge mit ungewöhnlichem Erzählstil.
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Contendo Media





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