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47 Ronin

"Wir sind hier, um die uns als Samurai auferlegte Pflicht zu erfüllen."

47 RoninObwohl es in über einem Jahrhundert an Kinogeschichte genügend warnende Beispiele geben sollte, erliegt Hollywood immer wieder der Versuchung, renommierten Stoffen aus anderen Ecken der Welt seinen eigenen Spin verpassen zu wollen – so geschehen auch im Fall von "47 Ronin", das 2013 mit Keanu Reeves in der Hauptrolle in den Kinos lief und sich als veritables Kassengift entpuppte. Mit den tatsächlichen historischen Begebenheiten hat der Streifen herzlich wenig zu tun, weswegen sich potentielle Interessenten lieber anspruchsvolleren Bearbeitungen der wohl allen Japanern von Kindesbeinen an bestens vertrauten Erzählung widmen sollten. Und damit wären wir auch schon beim vorliegenden Band aus dem Dantes Verlag.


Der hat sich seit bekanntlich einen hervorragenden Ruf in der deutschsprachigen Comic-Landschaft erarbeitet, wozu auch die fantastische Werksausgabe von "Usagi Yojimbo" maßgeblich beiträgt. Stan Sakai, der seinen langohrigen Protagonisten bereits seit 1984 durch ein von anthropomorphen Figuren bevölkertes Japan zur Zeit des Tokugawa-Shogunats wandern lässt, war ob seiner überragenden künstlerischen Fähigkeiten und historischen Expertise eigentlich die einzige logische Wahl für Autor (und Dark Horse-Gründer) Mike Richardson, der noch dazu auf die Unterstützung und Beratung von Kazuo Koike ("Lone Wolf & Cub", "Crying Freeman") bauen konnte, einer weiteren lebenden Legende der sequentiellen Literatur.


Unter den Händen dieses unvergleichlichen Triumvirats ist ein Juwel entstanden, das sich zwar auch diverse Freiheiten bezüglich der historischen Genauigkeit erlaubt (beziehungsweise erlauben muss, wie man im superben Infoteil erfährt), aber in handwerklicher Hinsicht eine ungemein dichte Atmosphäre erzeugt. Nachdem Asano Naganori, der Daimyō von Akō, am Hof des Shoguns einen korrupten Beamten gegen sich aufgebracht und dafür mit dem Tod bezahlt hat, planen seine treuen Gefolgsleute ihre Rache, die jedoch nicht sofort, sondern kalt serviert werden muss. Mehr Worte bezüglich der Handlung braucht es nicht, denn der Opfergang der 47 Ronin, die die Ehre ihres Herrn wiederherstellen wollen, spricht durch seine wahrhaft traurige Schönheit für sich, in Wort und Bild gleichermaßen. Eine Glanzleistung der Comic-Kunst, der ein entsprechend würdiger Platz im Buchregal gebührt!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Dantes Verlag




 


 
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