Ägypten und seine einbalsamierten Zeitgenossen waren schon einige Male zu Gast im "Gruselkabinett". Die Mythen und Legenden der ersten Hochkultur der Menschheit übt schon seit jeher eine große Faszination auf die literarische Zunft aus. So wundert es kaum, dass bereits Bram Stoker und der geistige Vater von Sherlock Holmes, Sir Arthur Conan Doyle, ihre Visitenkarte mit einer Geschichte abgegeben haben, in deren Mittelpunkt ein düsteres Geheimnis aus dem Reich von Osiris und Anubis stand. Erneut liegt mit Folge 61 eine Geschichte aus der Feder von Arthur Conan Doyle vor, der sich hier allerdings einem ganz anderen Aspekt zuwendet als zuletzt in "Die Mumie".Der junge Gelehrte John Vansittart Smith ist ein unsteter Charakter. Sobald er kurz davor steht in einer wissenschaftlichen Disziplin einen bestimmten Grad an Reputation zu erlangen, verliert er das Interesse und wendet sich einem anderen Zweig der Forschung zu. Seine neueste Passion, die Ägyptologie, führt den rastlosen Forscher in den Louvre nach Paris. Vertieft in seine Recherchen bemerkt er nicht, dass das Museum am späten Abend schließt. Erst einige seltsame Geräusche aus der ägyptischen Abteilung reißen ihn aus seiner Konzentration und Vansittart beschließt, diesen auf den Grund zu gehen. Dabei stößt er auf einen der Nachtwächter, der sich an einer der Mumien zu schaffen macht und die Leinenwickel der Leiche löst.
Nachdem der britische Gelehrte den vermeintlichen Mitarbeiter des Museums zur Rede gestellt hat, offenbart ihm dieser eine unglaubliche Geschichte, die mehrere Jahrtausende zurückreicht bis ins alte Ägypten. Eine Einordnung von "Der Ring des Thot" in die "Gruselkabinett"-Serie erscheint problematisch, denn es gibt auch in dieser Geschichte zwar einen übersinnlichen Aspekt, allerdings einen der wenig bis gar nicht zum Gruseln geeignet ist. Vielmehr stehen hier zwei große Themen im Mittelpunkt, die immer wieder in der Literatur thematisiert werden: Die große Frage wie sich ein Mensch fühlt und verhält, dem die Unsterblichkeit geschenkt wird, dazu der große Themenkreis der unglücklichen Liebe, die bis in die Ewigkeit andauert und für immer unerfüllt bleibt. Sicherlich keine uninteressanten Themen, aber nur bedingt für das "Gruselkabinett" geeignet. Zudem wird bei dieser Folge der Einstieg in die Handlung erschwert, da zu Beginn ein längerer Erzählpart steht, der manchmal in Nebensächlichkeiten abdriftet, die für den Fortverlauf des Geschehens keine Relevanz besitzen. Dies sollte aber nicht falsch verstanden werden, "Der Ring des Thot" ist nämlich kein schlechtes Hörspiel.
Die unterschiedlichen Handlungsorte sind gut in Szene gesetzt, egal ob der nächtliche Louvre oder das alte Ägypten, es bedarf nur weniger Momente und der jeweilige Ort nimmt vor dem geistigen Auge Gestalt an. Ein großer Pluspunkt, der seit jeher die Hörspiele von Titania auszeichnet. Die Sprecher sind wieder einmal mehr als gut gewählt und schaffen es ihre Rollen glaubhaft zu transportieren. Sehr schön auch, Tommi Piper alias "Alf" wieder einmal zu hören, der als Erzähler einen ordentlichen Job macht. Ebenfalls überzeugend ist Christian Weygand in der Rolle des Sosra, denn er wirklich sehr treffend verkörpert, sodass es einem nicht schwerfällt sich in die außergewöhnliche Situation des Mannes hineinzuversetzen. Geräusche und szenische Untermalung sind, wie von Titania gewohnt, auch hier dezent aber passend zum Einsatz gebracht und runden das Bild ab. Die Musik ist stimmig, den jeweiligen Orten der Handlung angepasst und harmoniert mit den Dialogen.
Das Cover ziert erneut ein Bild des leider viel zu früh verstorbenen Firuz Askin, dem es wie keinem zweiten gelang, den Inhalt eines Hörspiels in seinen Bildern einzufangen. Man wird seine Arbeiten vermissen. "Der Ring des Thot" ist ein gutes und unterhaltsames Hörspiel, das aber nicht an die ganz großen Beiträge dieser Reihe anschließen kann. Für einige im Rahmen des "Gruselkabinett" veröffentlichte Titel würde sich vielleicht eine allgemeine Reihe zur Veröffentlichung anbieten. Titania ist und bleibt eine der ersten Adressen in Sachen Hörspielkunst!
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Titania Medien/Lübbe Audio





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