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Resident Evil: Operation Raccoon City

Der Horror liegt im Spieldesign. Ein Überlebenskampf der etwas anderen Art!

(C) Slant Six Games/Capcom / Resident Evil: Operation Raccoon City / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"Resident Evil: Operation Raccoon City" versucht neue Pfade im bereits bekannten Terrain zu beschreiten und stolpert dabei über den eigenen Zombieschatten. Bereits im Jahr 2003 hat man mit "Resident Evil Outbreak" einen ähnlichen Weg eingeschlagen und war damals der Zeit mit den technischen Begebenheiten schlichtweg voraus. Der auf kooperatives Zusammenspiel aufgebaute Ableger setzte auf eine Online-Multiplayer-Funktionalität, die damals auf der PS2 nicht ausreichend verbreitet war und in der PAL-Version sogar vollkommen fehlte. Die Zeiten haben sich jedoch geändert und Multiplayer-Funktionalitäten gehören mittlerweile zu den Pflichtübungen. Leider hinkt "Resident Evil: Operation Raccoon City" diesmal den technischen und auch spielerischen Anforderungen einem Zombie gleich hinterher.


Die Prämisse des Spiels ist vorerst vielversprechend. "Operation Raccoon City" läuft parallel zu den Geschehnissen von "Resident Evil 2". Die Umbrella Organisation sieht sich mit dem katastrophalen Ausbruch des Virus konfrontiert und schickt eine schwer bewaffnete Spezialeinheit in die unglückselige Kleinstadt, um Schlimmeres zu verhindern und jegliche Spuren zu vernichten. So metzelt man sich zu viert durch Raccoon City und kommt immer wieder an bekannten Schauplätzen vorbei. Im Spielverlauf begegnet man sogar den alten Helden Leon Kennedy und Claire Redfield.


Anso(C) Slant Six Games/Capcom / Resident Evil: Operation Raccoon City / Zum Vergrößern auf das Bild klickennsten hat "Operation Raccoon City" mit der beliebten Serie des Survival Horror Genres, abgesehen von den fiesen Mutationen, wenig gemeinsam. Das Spiel lehnt sich stark an "Left 4 Dead" an und setzt auf kooperatives Gameplay, um gegen die Zombiehorden zu bestehen. Während der sieben langen Missionen der ungefähr achtstündigen Kampagne schleppt man sich durch mehr oder weniger bekannte Schauplätz von Raccoon City. Die spielerische Qual entsteht vor allem durch das wenig geglückte Design, dem mangelhaften Deckungssystem und vor allem durch die unterirdisch schlechte künstliche Intelligenz. Zwar kann man bei Zombies immer dahingehend argumentieren, dass wandelnde Untote Intelligenz ausschließlich im Magen beherbergen, beim eigenen Team ist dieser Umstand aber überaus ärgerlich. So kommt es oft vor, dass Teammitglieder plan- und ziellos herumstehen und nur selten helfend eingreifen.


Dabei sind die Charakterklassen durchaus sinnvoll und keine ausnahmslos oberflächlichen Statisten. Sein Team kann man aus sechs unterschiedlichen Charakteren zusammenstellen, wobei jede Figur über eine eigene Spezialisierung verfügt. Unterschiedliche Fähigkeiten erhöhen die taktische Tiefe und durch das integrierte Upgrade-System schaltet man laufend neue Ausrüstung und Talente, mit zuvor gesammelten Erfahrungspunkten, frei. Leider kommen diese mit der künstlichen Intelligenz selten sinnvoll zum Einsatz.


Etwa(C) Slant Six Games/Capcom / Resident Evil: Operation Raccoon City / Zum Vergrößern auf das Bild klickens unlogisch ist der Mangel an Munition, eventuell ein Überbleibsel aus der klassischen Survival Horror Schublade, da "Operation Raccoon City" ein reines Shooter-Erlebnis mit seltenen Schockmomenten ist. Die Gegner sind größtenteils bekannt und Horden von Zombies zu erledigen hat auch seinen Reiz, vor allem, da sich die virtuellen Waffen gut anfühlen. Leider vertragen manche Mutationen unnatürlich viel Blei und sind fast schon unbesiegbar. Aber auch gegnerische Spezialeinheiten, die sich ebenfalls in Raccon City aufhalten, haben übermenschliche Nehmerqualitäten. Sollten aber alle Stricke reißen, hilft es oft einfach zum nächsten Checkpoint weiterzulaufen. Glücklicherweise wissen es die Zombies nicht besser und greifen ebenfalls die feindlichen Einheiten an, was mitunter zu witzigen Auseinandersetzungen führt.


So schlecht "Operation Raccoon City" im Alleingang funktioniert, so spaßig kann das Spiel mit Freunden sein. Plötzlich klappt die Zusammenarbeit, wie sie sein sollte, und die Spielmechaniken funktionieren besser. Das kooperative Element hebt das zuvor vermisste Spielvergnügen wieder aus dem Keller und Spielspaß ist plötzlich spürbar, wo zuvor Frustration und Langeweile dominierten. Auch der Multiplayer-Modus hat, neben den typischen Geplänkeln, ein paar witzige Ideen parat. So kämpft man zum Beispiel im Team in einem Areal ums Überleben, bis ein Evakuierungshubschrauber landet. Leider hat dieser nur Platz für vier Personen. Somit muss man neben dem Überlebenskampf auch versuchen. rechtzeitig am Landeplatz zu sein. Das erzeugt eine interessante Spannung und macht auch Spaß, die Dynamik und Spannung vergleichbarer Spiele wird aber nur ansatzweise erreicht.


Leide(C) Slant Six Games/Capcom / Resident Evil: Operation Raccoon City / Zum Vergrößern auf das Bild klickenr überzeugt die technische Seite ebenfalls nicht. Lieblose Schauplätze mit wenig abwechslungsreichen grafischen Modellen lässt kaum echten "Resident Evil"-Flair entstehen. Die schlechten Animationen und die unkorrekte Kollisionsabfrage stechen besonders im Nahkampf ins Auge. Kantengeflimmere und gelegentliche Performanceinbrüche dämpfen den Eindruck der generellen Präsentation noch weiter. Zu guter Letzt trüben auch noch die miese Synchronisation und der schwachbrüstige Soundteppich den nostalgischen Blick auf die unglückliche Kleinstadt.


Fazit: "Resident Evil: Operation Raccoon City" ist leider in fast allen Belangen ein missglücktes Projekt. Einzig mit menschlichen Mitstreitern ist Potential erkennbar, das ansonsten vollkommen verschenkt wurde. Die ursprüngliche Idee, eine neue Perspektive auf die Zombiekatastrophe zu werfen, war zwar vielversprechend, konnte aber nicht adäquat realisiert werden. Vor allem im Alleingang ist dieses Spiel nicht zu empfehlen. Schade eigentlich, "Operation Raccoon City" scheitert sowohl am Design als auch an der technischen Umsetzung.



# # #  Andreas Himmetzberger  # # #



Entwickler: Slant Six Games
Publisher: Capcom
Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC



Grafik: 4,5/10
Sound: 5,5/10
Steuerung: 6/10
Spielspaß: 4,5/10
Gesamt: 5/10





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