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Ridge Racer Unbounded

Der Name hält auf den ersten Blick nicht, was er verspricht…

(C) Bugbear Entertainment/Namco Bandai / Ridge Racer Unbounded / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"Ridge Racer Unbounded" zeigt sich von Anfang an ambivalent. Die Entwickler wollten offenbar dem zentralen Spielprinzip, dem ehemals beliebten Arcade-Racer-Franchise, zu aufgesetzt neue Seiten abgewinnen. So werden bekannte Features aus anderen Rennspielen eingebaut und in die "Ridge Racer"-Verkleidung gepackt. Bis auf den Namen hat "Ridge Racer Unbounded" jedoch wenig mit den eigenen Vorfahren gemein – zumindest auf den ersten Blick.


Selbst eine krude Geschichte wurde der Raserei verpasst: Als Neuling in der Racing-Untergrundszene gilt es, sich in der fiktiven Umgebung Shatter Bay seine Sporen zu verdienen. Ein eigentümliches Gefühl von Solidarität mit der 99%-Bewegung soll sich hier eventuell einstellen, führt aber nur zu einer ungewollten Distanz. Nichtsdestotrotz tritt man in Rennen im Untergrund gegen andere Fahrer an, zerstört dabei möglichst viel von der Umgebung und macht scheinbar so der kalten, kapitalistischen Oberschicht einen Strich durch die Rechnung – so die wenig plausible Logik der Geschichte. Sobald das Intro vorbei ist, ist die einleitende Geschichte aber auch vergessen und vollkommen überflüssig. Weniger wäre in diesem Fall definitiv mehr gewesen.


(C) Bugbear Entertainment/Namco Bandai / Ridge Racer Unbounded / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie erste Etappe der Raserkarriere stellt auch gleich alle wichtigen Renndisziplinen vor. Neben herkömmlichen Rennen über Drift- und Zeitherausforderungen misst man sein Können auch in der speziellen Shindo-Disziplin oder den actionlastigen Domination-Rennen. "Ridge Racer Unbounded" ist oberflächlich betrachtet eine eigentümliche Mischung diverser Arcade-Racer. Findet man sich zum ersten Mal auf der Strecke wieder und fährt das erste Domination-Rennen, erinnert das Erlebnis stark an eine Mischung aus der wilden Zerstörungswut eines "Split/Second" und einem klassischen "Burnout", Takedowns inklusive. Während des Fahrens lädt sich eine spezielle Leiste durch die Fahrweise auf. Sobald der Balken voll ist, kann per Knopfdruck der Turbo aktiviert werden oder man fährt mit Vollgas gegen markierte Stellen der Streckenumgebung, wie Häuserwände, die effektvoll zerstört werden und von nun an Abkürzungen sind, oder nimmt einen Gegner aufs Korn. In plakativen Slow-Motion-Einstellungen wird die Zerstörungsorgie visualisiert. Das ist die ersten Male nett anzusehen, zerstört auf Dauer aber die Immersion der Rennen.


Witziger sind die Drift- und Shindo-Rennen. Leider sucht man das für "Ridge Racer" typische, kompromissbereite Driftgefühl vorerst aber vergeblich. Erst nach einigen Experimenten mit dem Drift auslösenden Knopf auf dem Pad erhält man eine wichtige Erkenntnis: Der Driftknopf darf nicht wie eine Handbremse verwendet werden, sondern funktioniert nur richtig, wenn der Knopf von Anfang bis Ende einer Kurve gedrückt bleibt. Eine zentrale Erkenntnis, die das bis dahin enttäuschende Renngefühl gehörig zum Positiven wendet. Plötzlich funktionieren Drifts, die Power-Leiste lädt sich schnell auf und man hat endlich eine Chance auf der Rennstrecke. Und noch etwas: Endlich hat man Spaß mit "Ridge Racer Unbounded". Leider mag für manche Spieler diese Erkenntnis zu spät kommen und der neueste Teil der "Ridge Racer"-Serie wird eventuell nie sein Potential entfalten können. Zwar sind Tutorials oftmals lästig und langwierig, in diesem Fall wäre eine Erklärung der Drift-Mechanik aber essentiell gewesen.


(C) Bugbear Entertainment/Namco Bandai / Ridge Racer Unbounded / Zum Vergrößern auf das Bild klickenHat man diesen Knackpunkt überschritten, bietet "Ridge Racer Unbounded" schnelle und actionreiche Unterhaltung. War das Fahrgefühl zuvor lähmend langsam und unpassend, driftet man jetzt mit Höchstgeschwindigkeit durch enge Kurven, springt durch Schaufenster und zerlegt gegnerische Fahrer. Mit jedem Rennen erhält man Punkte, die neue Strecken und weitere fiktive Fahrzeuge freischalten. Fahrerisch sind sich die einzelnen Autos sehr ähnlich, optisch erinnern sie immer wieder an reelle Vorbilder. Autos und Umgebung sind detailreich modelliert und mit schönen Texturen überzogen, auch an hübschen Effekten mangelt es nicht. Akustisch heizt der Soundtrack ein und unterstützt das hektische Treiben auf den Strecken.


Neben einem obligatorischen Multiplayer-Modus hält "Ridge Racer Unbounded" auch einen Streckeneditor bereit. Hier können Bastlernaturen eigene Strecken kreieren und hochladen. Ähnlich einem Carrera-Baukasten, können verschiedene Streckenelemente aneinandergereiht werden. Der Editor erinnert an "ModNation Racers" oder "Trackmania", bietet zwar nicht derartig viele Möglichkeiten, ist als eigenständiges Feature aber doch sehr positiv.


Das (C) Bugbear Entertainment/Namco Bandai / Ridge Racer Unbounded / Zum Vergrößern auf das Bild klickenambivalente Spielgefühl mit "Ridge Racer Unbounded" bleibt auch nach einigen Stunden Spielzeit, ist aber durch das Erlernen der Driftmechanik nicht mehr so vorherrschend. "Ridge Racer Unbounded" verlangt, bisher Gelerntes zu vergessen und sich auf die etwas unkonventionelle Steuerung einzulassen. Das Spiel ist eine kunterbunte Mischung an bewährten Mechaniken, die nie vollständig zu einem eigenständigen Ganzen verschmelzen. Zwar hat der neueste Teil der Rennserie viel von dem typischen Renngefühl verloren, könnte aber zukünftig, mit dem jetzt eingeschlagenen Weg, sofern etwas mehr eigenständige Identität zurückfindet, Sinn machen.


Fazit: Trotz der Schattenseiten macht "Ridge Racer Unbounded" Spaß, vor allem mit menschlichen Kontrahenten.



# # #  Andreas Himmetzberger  # # #



Entwickler: Bugbear Entertainment
Publisher: Namco Bandai
Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3, PC


Grafik: 7,5/10
Sound: 7/10
Steuerung: 7/10
Spielspaß: 7,5/10
Gesamt: 7/10





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