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High Kick Girl! (Ascot Elite)

Reicht eine ungestüme, junge Schönheit mit sehr hohem Gewaltpotential und reichlich Kampfeslust wirklich aus, um einen anständigen japanischen Martial Arts-Film zu fabrizieren?

(C) Ascot Elite Entertainment / High Kick Girl! / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDiese Frage zu beantworten bleibt jedem selbst überlassen, auch werden sich die Geister bei der Diskussion um die Qualitäten dieses Films sicherlich scheiden, aber nun erstmal zur schnell erzählten Handlung: Kei Tsuchiya (Rina Takeda) ist ein junges Mädchen, das im Japan der heutigen Zeit nicht nur vorbildlich die Schule besucht, sondern auch noch ein großes Karate-Talent besitzt. Die jugendliche Selbstüberschätzung bringt sie jedoch schnell zu der Auffassung dass ihr Lehrmeister Matsumura (Tatsuya Naka) ihre Fähigkeiten nicht ausreichend würdigt und deswegen fühlt sie sich ordentlich unterfordert. Da Kei keine Lust mehr auf die ständig gleichen Standardübungen hat und sich endlich ihren schwarzen Gürtel verdienen möchte, zieht sie auf eigene Faust los um Dojo-Meister herauszufordern. Diese sehen in der hübschen Zierlichkeit natürlich keine echte Gefahr, belächeln sie lediglich und staunen nicht schlecht als ihr Allerwertester Sekunden später von der Schönheit durch die japanischen Lüfte getreten wird. Um keinen falschen Anschein zu erwecken, erledigt Kei alle anstehenden Dojo-Schüler gleich mit und die Leichtigkeit, mit der sie die weitaus größeren Hünen durch die Luft schleudert, verleiht der Ehre der zu Boden gegangenen noch einen Extra-Tiefschlag.


Auch wenn Meister Matsumura von der Übermotivation seiner Schülerin ganz und gar nicht begeistert ist, so findet sich zumindest eine Partei, die an der unüberlegten Brutalität der Kampfamazone gefallen findet: Die Destroyer. Sie sind eine Gruppierung von Karate-Söldnern, die sich Keis jugendlichen Leichtsinn zu Nutze machen. Nach einigen mit Leichtigkeit gemeisterten Kämpfen erfährt sie bei den Destroyern den Respekt und die Anerkennung, die ihr der Meister angeblich verweigert hatte. Doch auch in Japan ist nichts so einfach wie es scheint. Schnell wird klar, dass die Aufnahme in die Reihen der Destroyer nicht grundlos stattgefunden hat und dass die Bösewichter kein löbliches Interesse am Karate-Nachwuchs haben, sondern viel mehr Kei dazu benutzen, um Meister Natsumura ans Leder zu gehen...


Regisseur Fuyuhiko Nishi setzt in "High Kick Girl!" primär darauf die Kampfszenen adäquat darzustellen und nutzt jede Konfliktsituation, um die eben abgelaufenen Kampftechniken gleich noch einmal in Zeitlupe zu zeigen. Das wirkt beim ersten Mal, vielleicht auch noch beim zweiten Mal, aber nach dem dritten wiederholten Zeitlupenschlag ins schmerzverzerrte Gesicht wird einem bewusst, dass man jede Kampfszene zweimal präsentiert bekommen wird, und zwar über die gesamte Laufzeit des Films. Für Martial Arts-Fans und aktive Ausübende dieser Sportarten ein Augenschmaus und ob der kampftechnischen Erfahrung von Regisseur Nishi auch technisch sicherlich nicht uninteressant, sind diese Wiederholungen aus filmtechnischer Sicht schlichtweg unnötig und ziehen den Film maßlos in die Länge. Das überrascht ob der dürftigen Storyline nicht wirklich und auch wird schnell klar, dass das Hauptaugenmerk bei diesem Film einzig und alleine auf den Kampfsport liegt.


Diese Fixierung wird auch bis zum Ende durchgezogen und so ist "High Kick Girl!" ein Film geworden, der die Kampfsportwelt ob der ausgefeilten und detailliert dargestellten Qualitätsprügelei sicherlich in Begeisterung versetzen wird. Diejenigen, die sich einen unterhaltsamen Film mit thematischem Schwerpunkt auf einem ungeduldigen Mädchen erwarten oder gar hoffen, einen semi-erotischen Kampfstreifen vorzufinden, bei dem es primär darum geht die Beine in die Luft zu schmeißen um den Blick auf die Schulmädchen-Unterwäsche freizugeben, werden jedoch nur sehr bedingt Freude an diesem Martial Arts-Feuerwerk finden.



# # # Christoph Höhl # # #





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