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Sherlock Holmes 25

Gibt es sie tatsächlich? Wahre Menschenfreunde, die bereit sind, einen Arbeitslosen mehr als fürstlich für eine vollkommen gewöhnliche Tätigkeit zu entlohnen?

(C) Titania Medien/Lübbe Audio / Sherlock Holmes 25 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenHall Pycroft ist erleichtert, nach einigen Monaten der Arbeitslosigkeit hat er endlich eine neue Anstellung in einem altehrwürdigen und renommierten Bankhaus gefunden. Doch noch größer ist seine Überraschung, als ein weiteres Unternehmen aus dem heiteren Himmel an den jungen Mann herantritt und ihm ein verlockendes Angebot macht. Der eben noch mittellose Angestellte kann sein Glück kaum fassen, die zweite Offerte ist einfach zu gut, um wahr zu sein. Bessere Bezahlung und eine höhere Position im Unternehmen machen die Wahl letztendlich nicht schwer.


Hall Pycroft entscheidet sich nach kurzem Zögern für das unbekanntere, aber doch wesentlich großzügigere Unternehmen. Voller Tatendrang begibt er sich schon kurz darauf nach Birmingham, wo er sich zur Arbeitsaufnahme einfinden soll. Doch kaum angekommen, macht sich Ernüchterung breit, anstatt auf ein florierendes Unternehmen mit einer Vielzahl von Angestellten zu stoßen, erwartet ihn dort lediglich ein karges Büro mit einem einzigen Mitarbeiter. Die Enttäuschung wächst, als man ihm seine stupide Arbeit für die nächsten Tage mitteilt. Pycroft beschleicht ein zunehmend schlechtes Gefühl. Nach einigem Hadern mit sich selbst wendet er sich an den berühmten Detektiv Sherlock Holmes. Dieser ist bereits nach wenigen Sätzen seines neuen Klienten überzeugt, dass dieser das Opfer einer verzwickten Gaunerei geworden ist.


"Der Angestellte des Börsenmaklers" ragt aus dem mehrere Dutzend umfassenden Werk von  Arthur Conan Doyle hervor, denn diese Geschichte ist auf mehrere Art eher unkonventioneller Natur. Viele der Klienten, die die Baker Street 221b aufsuchen, sind oft verzweifelt und können sich keinen Reim auf die Vorgänge machen, in die sie sich plötzlich verwickelt sehen. Jener, den der Autor hier allerdings seinem Publikum präsentiert, ist da jedoch von anderer Natur. Ihm ist schon relativ schnell klar, dass etwas nicht stimmt, und er zieht auch bereits die ersten richtigen Schlüsse, auch wenn es dann eines Sherlock Holmes bedarf, um die ganze Tragweite des Verbrechens offenzulegen.


Über weite Strecken bleibt Sherlock Holmes somit eher passiv und lauscht den Ausführungen von Pycroft in den Räumen von Doktor Watson. Deduktion oder Kombinationsgabe sind hier kaum gefragt, das Ermittlerduo ist in "Der Angestellte des Börsenmaklers" lediglich zum Reagieren gezwungen, was in den Erzählungen von Doyle zum Glück der Seltenheit angehört. Die Ausführungen des frischgebackenen Angestellten haben jedoch auch positive Aspekte für den Hörer, so wird ihm die Gelegenheit geboten, eigene Schlüsse zu ziehen und Vermutungen über die wahren Hintergründe der ganzen Angelegenheit zu stellen. Ein Umstand, der leider nur in wenigen Abenteuern des Meisterdetektivs eine Berücksichtigung findet.


Obwohl mehr als die Hälfte der Geschichte in den vier Wänden von Doktor Watson stattfindet, kommt keine Langeweile auf, dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Erlebnisse von Hall Pycroft in Rückblicken geschildert werden und nicht als bloße Erzählungen. Die Soundeffekte beschränken sich auf ein Minimum, was der Story keinesfalls schadet, sondern die Aufmerksamkeit des Hörers auf das Wesentliche fokussiert. Die musikalische Untermalung orientiert sich an den bisherigen Episoden und fängt das viktorianische Zeitgefühl recht gut ein. Dramatische und heitere Klänge wechseln sich ab, und schaffen es problemlos, die Atmosphäre der jeweiligen Szenen passend zu verstärken.


Lediglich fünf Stimmen sind in diesem Hörspiel zu hören. Kann das funktionieren? Dem kann man nur erwidern: Jan auf jeden Falln und das auch noch erstaunlich gut. Einer der Gründe, warum diese Produktion auch mit wenigen Stimmen vortrefflich funktioniert, ist sicherlich Florian Jahr in der Rolle des Hall Pycroft, der hier auf eine äußert lebendige und überzeugende Weise seine Erlebnisse schildert.


Dazu kommen die beiden glänzend aufgelegten Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt, die in dieser Folge ausgesprochen gut miteinander harmonieren, was sicherlich auch daran liegt, dass Bierstedt die Figur des Dr. Watson etwas agiler anlegt als in einigen zurückliegenden Geschichten. Die übrigen Rollen übernehmen Matthias Lühn und Marc Gruppe, die beide ebenfalls mit großem Eifer bei der Sache sind und "Der Angestellte des Börsenmaklers" zu einem guten Beitrag der Serie werden lassen. Erneut eine gute Interpretation einer der bekannteren Stoffe von Arthur Conan Doyle. Tennstedt und Bierstedt verhelfen ihrer Version mit jeder weiteren Folge zu einem eigenen Gesicht, das sich von dem anderer Labels abhebt.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien/Lübbe Audio




 


 
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