Zum dritten Mal nimmt sich Autor Paul Tobin unser aller Lieblingshexer an. In "Fluch der Krähen" jagen Geralt, Ciri und Yen eine ungewöhnliche Striege.
Nach "Im Glashaus" und "Fuchskinder" beginnt Teil drei des offiziellen Comics zur vielfach preisgekrönten Videospielreihe auf einem Weg nach Novigrad, wo Geralt und Ziehtochter Ciri eine bestialische Striege erwartet. Doch wie das Hexerleben so spielt wird ein normaler Weg zum Spießrutenlauf, flankiert von Trollen, Werwölfen und Dopplern. Während in der Folge Ciri eine sprechende Krähe mit voyeuristischen Neigungen trifft, taucht natürlich unvermittelt die Zauberin Yennefer auf, und Kenner wissen: Hätten Geralt und Yen Facebook, wäre wohl für diese beiden der Beziehungsstatus "It’s complicated" erfunden worden.
Wie bereits die ersten beiden Teile basiert der Comic mehr auf dem Spiel als auf der Buchreihe von Andrzej Sapkowski, dadurch ist die Story sehr actionreich inszeniert, was der Freude daran aber keinen Abbruch tut. Der Erfolg der Comic-Reihe hat auch dazu geführt, dass für diese Ausgabe ein wahres Kaliber von einem Zeichner gewonnen werden konnte: Der Pole Piotr Kowalski, der unter anderem bereits für Stephen Kings "Der dunkle Turm: Das Kartenhaus" und Mike Caseys
"Sex" den Bleistift schwang, setzt den Weißen Wolf und seine Begleiterinnen wunderbar in Szene.
Das einzige Manko dieses Bands stellt sich wie bei den Vorgängern für jene ein, die "The Witcher" auf Englisch gewohnt sind, wie schon im Videospiel ist der Intensitätsunterschied zur deutschen Übersetzung sehr groß, da klingt es einfach "falsch", wenn dem Hexer eine Unmutsäußerung wie "Mann!" in die Sprechblase geschrieben wird. Diese Momente sind zum Glück aber selten, und heutzutage ist es ja kein Problem mehr, sich im Notfall das Original zuzulegen. "Fluch der Krähen" ist jedenfalls Comic gewordenes Yrden!