Das Ende aller Tage – mit nicht weniger sieht sich der Donnergott konfrontiert. Und obwohl er an seine äußersten Grenzen geht, um den Untergang Asgards zu vermeiden, wird klar dass er diesmal Hilfe benötigt.
Ein weiter Bogen wird in der Neuauflage des lange vergriffenen Bands bereits im Prolog gespannt: Odin und seine Brüder erschlugen einst den Riesen Ymir und erschufen aus seinem toten Körper die Welt. Schon kurz darauf wird klar, dass Loki nichts Gutes im Schilde führt, dürstet ihn doch nach der Rohmasse einer übermächtigen Waffe, die selbst Götter bezwingen kann. Tja, und tatsächlich begibt sich der Gott von Lug und Trug auf den Kriegspfad und zettelt den Untergang Asgards an.
Selbst der mächtige Thor ist schnell an seinen Grenzen angelangt und es gibt nur noch eine Hoffnung auf Rettung: Die Avengers. Aber auch Iron Man und Captain America haben mit dem boshaften Loki und seinen Schergen alle Hände voll zu tun und müssen erkennen, dass ihnen die Abwendung der Götterdämmerung alles abverlangen wird. Das Ende aller steht bevor und selbst die mächtigen Streiter des Guten scheinen dagegen machtlos zu sein.
Dass Loki nicht unbedingt ein gemütlicher Geselle ist, dem man blind sein Vertrauen schenken sollte, weiß nicht nur der geneigte Comic-Leser, auch der Cineast mit Hang zu Verfilmungen der bildgewaltigen Vorlagen hat verstanden: Loki ist mit Vorsicht zu genießen. So schillernd die Figur des oft schelmenhaften Blutsbruders Thors auch dargestellt wurde, so böse und grimmig wie in dieser lange vergriffenen Vorlage zum aktuellen Kinofilm hat man den gehörnten Rabauken noch nicht gesehen.
Die Darstellung Thors als gar nicht so allmächtiger Gott, der hier auch das Recht zu scheitern hat, ist erfrischend ungewohnt und sorgt für neue Facetten im oftmals oberflächlich dargestellten Charakterkostüm der nordischen Gottheit. "Thor: Ragnarök" bietet überraschend düstere Endzeitstimmung, erbitterte Kämpfe und ein Asgard am Abgrund – selten war das Reich der Götter mehr umkämpft und nie zuvor sah sich unser liebster Donnergott dem Untergang seiner Heimat so nahe.