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Kramer

Der Inquisitor höchstpersönlich wird zum Spielobjekt des Teufels mit sämtlichen Verlockungen des Fleisches.

(C) Zwerchfell / Kramer / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDer "Hexenhammer" (lateinisch "Malleus maleficarum") ist eine der berüchtigtsten Schriften der Neuzeit, welche der Dominikanerpater Heinrich Kramer gemeinsam mit einem Mitbruder verfasste, um die inquisitorische Durchsetzung der Hexenverfolgung zu erleichtern. Wäre seine von jeder Menge obskuren Fantastereien durchzogene Mischung aus der Beschreibung magischer Praktiken und Regeln für Prozesse gegen Hexen nicht zum Zeitpunkt des aufkommenden Buchdrucks (um 1490 herum) veröffentlicht worden – wer weiß, vielleicht wäre es in irgendeiner Schublade einer Klosterschreibstube verschwunden. So aber fand es rege Verbreitung in ganz Europa, obwohl es von der Kirche nie offiziell anerkannt wurde.


Natalie Ostermaier stellt den Inquisitor ins Zentrum ihrer schlicht "Kramer" betitelten Graphic Novel, und das in einer freizügigen Art und Weise, die ihr seinerzeit wohl zweifellos einen Ehrenplatz vor den fleißigst geschürten Scheiterhaufen beschert hätte. So aber freuen wir aufgeklärte und vernunftbegabte Naturen uns über ihre feine Erzählung, die mit angeblichen hexerischen Tätigkeiten eines kleinen Jungen und einer hilfsbereiten Frau ihren Ausgang nehmen. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, wird der irdische Vertreter Gottes zu Hilfe geholt, um Geständnisse aus den beiden Delinquenten herauspressen (oder besser gesagt herausfoltern) zu lassen.


Schließlich passiert genau das, was eigentlich perfekt in das fan(t)a(s)tische Weltbild des Inquisitionsprofis passt: Der Satan höchstselbst stattet ihm in (gerdaezu selbstverständlich) verführerisch-weiblicher Form einen Besuch ab und erregt den prüden Gottesmann in mehrfacher Hinsicht. Die Realität zwischen peinlicher Befragung gegenüber der Hexe und nächtlicher erotischer Peinlichkeiten, die ihm widerfahren, droht ihn zu zermürben. Gott (oder Satan) sei Dank wird dieses Schicksal den Lesern von "Kramer" nicht zuteil, denn Natalie Ostermaier hat ungemein ausdrucksstarke Bilder auf Papier gebracht, die den Widerspruch zwischen widernatürlichem religiösen Wahn und der normalsten Sache der Welt äußerst intensiv einfangen.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Zwerchfell




 


 
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