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Game-Review: Medal of Honor (PC, PS3, Xbox 360)

Medal of Honor kehr nach langem wieder zurück, diesmal in Moderneren Gefilden. Es verlässt den zweiten Weltkrieg und nimmt den Kampf mit der Al-Qaida auf – und mit dem Genre-Platzhirschen Call of Duty.

Medal of Honor Cover (C) EA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEs ist Nacht, ich sitze mit "Voodoo" in einem Jeep und folge meinen Kollegen "Mother" und "Preacher" in eine dunkle Stadt. Irgendwo im mittleren Osten, der Gegner heißt offenbar Al-Qaida. Es sollte eine ruhige Mission werden in einer afghanischen Kleinstadt, doch natürlich läuft nichts wie geplant – ein Hinterhalt. Voodoo drückt aufs Gas, der Jeep landet in einer Hauswand und es geht zu Fuß weiter – und die eigentliche Action startet. In altbekannter Ego-Shooter-Manier ballere ich mir den Weg durch die nächtliche Siedlung.


Medal of Honor Bild1 (C) EA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie nicht allzu schlauen Gegner sind schnell erledigt, mein überschaubares Waffenarsenal wird ausgereizt, denn die Munition ist bald verschossen. Doch im Notfall geh ich einfach zu einem Kameraden und bitte ihm um Aushilfe, meistens bekomme ich dann ein paar Magazine dazu. Und falls nicht – wenn die Pistole zücke erscheint ein nettes "unendlich"-Zeichen neben der Patronenanzeige. So geht es also durch die Gegnerhorden durch, ich folge meinen Kollegen und gebe Deckungs- und Unterstützungsfeuer, manchmal darf ich Türen eintreten und Granaten werfen.


Medal of Honor Bild2 (C) EA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDas war dann auch schon die erste Mission von Medal of Honor – und die zweite ist nicht viel anders. Ein paar Randfakten ändern sich, so wechsle ich zwischen Protagonisten eines Sealsteams (Hier bin ich "Rabbit"), eines Delta-Force-Trupps ("Deuce") und einer Ranger-Kompanie ("Adams") hin und her – in einer Mission darf ich auch den Bordschützen eines Apache-Helikopters spielen.


Medal of Honor Bild4 (C) EA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Hintergrundstory wird nicht besonders umschweifend erzählt, alles was ich mitbekommen habe ist, dass wir ein Tal einnehmen wollen – und um viel mehr geht es eigentlich im gesamten Spiel nicht. Die Handlung wird durch Ingamevideos und Scriptsequenze vorangetrieben und so möglichst action- und spannungsreich präsentiert. Das funktioniert auch meist ganz gut, und das packende Missionsdesign tut sein übriges dazu, dass ich motiviert bin, weiterzuspielen – umso erschütternder ist das jähe Ende der Singleplayerkampagne, die praktisch mitten in einer Mission abbricht, so als würdest du das Kino 20 Minuten vor Filmende verlassen, weil dein Popcornvorrat verbraucht ist. Grausam.


Medal of Honor Bild5 (C) EA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEine Bewertung des neuesten Medal of Honor-Ablegers ist nicht ganz einfach. Einerseits versuchen die Entwickler durchaus erfolgreich, die Handlung möglichst spannend zu gestalten und unerwartete Wendungen herbeizuführen. Es gibt ein dickes Waffenarsenal, verschiedenste Missionstypen, heroische Heldeneinsätze und Sniperaufträge im Hochgebirge – eigentlich bleibt da nicht viel zu wünschen über. Nur leider macht das Spiel von der ersten Minute an den Eindruck, dass es eine nicht ganz erstklassige Call of Duty-Kopie darstellt, und das Vorbild dabei nicht wirklich erreicht oder gar übertrifft.


Medal of Honor Bild7 (C) EA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Story wird nicht so packend erzählt wie Modern Warfare das vormacht, die Zwischensequenzen sind gut gemeint, wirken aber etwas aufgesetzt, die Spannungskurve wird nie soweit hinaufgeschraubt wie beim Activision-Shooter. Man muss hier Medal of Honor zwar hoch anrechnen, dass es einfach einen nüchterneren Zugang zum Krieg bieten will, was durchaus bergrüßenswert ist, als Kontroverse zu den patriotismusschwangeren Missionen in Modern Warfere.


Medal of Honor Bild6 (C) EA / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDoch dann kommen noch technische Mängel wie die etwas angestaubte Grafik, die kleinen Bugs wie doppelt ablaufende Dialoge und Designfehler wie das fürchterlich unbefriedigende Kampagnenende dazu – und die machen die Chancen auf echt Konkurrenz für Activicion endgültig zu Nichte.


Der Mehspielermodus sei hier auch noch kurz erwähnt: Kurzweilige Unterhaltung wird geboten, die zu kleinen Maps und die undausweichbaren Deaths durch Killstreakrewards wie Raketen-, Artillerie- oder Mörserangriff rauben den Spaß aber recht bald. Als Mischung zwischen Bad Company 2 und Modern Warfare 2 ist Medal of Honor hier leider nur eines – überflüssig.




# # #  Georg Haßlinger  # # #



Grafik: 8/10

Sound: 9/10

Steuerung: 9/10

Spielspaß: 7/10

Gesamt: 8


Entwickler: Danger Close
Publisher:  EA Games


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