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Morgan & Bailey 7

Rose Baileys Schwester will Heaven's Bridge besuchen. Das ohnehin schwierige Verhältnis wird durch ein mitreisendes Kamerateam auf eine harte Probe gestellt und dann geschieht auch noch ein Mord.

(C) Contendo Media / Morgan & Bailey 7 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSeit einigen Tagen herrscht Unruhe im Pfarrhaus. Rose Baileys Schwester hat ihren Besuch angekündigt. Schon immer gestaltete sich das Verhältnis der Schwestern als schwierig, denn beide könnten unterschiedlicher kaum sein. Alte Konflikte dürften erneut an die Oberfläche drängen. Tatsächlich stellt der aktuelle Besuch alles bisher Dagewesene in den Schatten. Violet Fletcher reist nicht nur mit ihrem gewöhnungsbedürftigen neureichen Gatten nebst Chauffeur an, sondern mit einem ganzen Kamerateam im Schlepptau, die ein neues Realityformat über die millionenschweren Fletchers planen. Innerhalb kürzester Zeit ist ganz Heaven's Bridge im Fernsehfieber und versucht vor die Kamera zu gelangen.


Da geschieht das Unfassbare, der Regisseur wird tot aufgefunden, schon bald steht fest, es war Mord. Da Henry Curtis ein eher schwieriger Zeitgenosse war, ist die Zahl der Verdächtigen nicht eben klein. Es versteht sich natürlich von selbst, dass die beiden Vertreter Gottes in dem kleinen Ort keine Sekunde zögern und Ermittlungen anstellen, wer hinter der kaltblütigen Tat stecken könnte. Die neue Hüterin des Gesetzes ist wenig erbaut von der ungewollten Unterstützung der Geistlichen, zumal sie mit Charles Morgan eine gemeinsame Vergangenheit verbindet.


"Morgan & Bailey" nimmt unter den vielen Krimiproduktionen immer noch eine Sonderstellung ein, denn die Serie greift einen Trend auf, der sich im Medium Fernsehen bereits seit längerem größter Beliebtheit erfreut. Mord und Totschlag werden eingebettet in eine ländliche, eher beschauliche Umgebung, die sich mit dem Etikett "gemütlich" versehen lässt. Die Geschichten zeichnen sich durch ihre besondere Atmosphäre aus, die sich auch hier bereits nach wenigen Minuten einstellt. Man hat das Gefühl nach Hause zu kommen und alten Bekannten zu begegnen. Wie im Fall von Midsomer bei Inspector Barnaby, so ist hier Heaven's Bridge das Synonym für einen Ort, an den sich der Hörer zurückziehen kann, um unserer hektischen Welt zu entfliehen. Natürlich wollen wir bei so viel heiler Welt nicht auf eine ordentliche Portion Mord und Verbrechen verzichten. "Morgan & Bailey" bedient diese Ansprüche seines Publikums auf nahezu perfekte Weise.


Rose Bailey und Charles Morgan sind liebgewonnene Charaktere, die wir gerne bei ihren Nachforschungen begleiten. Im aktuellen Fall führen uns diese ins Umfeld einer Fernsehproduktion, in deren Mittelpunkt ausgerechnet Rose Schwester steht. Die Besonderheiten des Milieus und die Figuren sind gut getroffen und wissen zu überzeugen. Schön dass man hier nicht auf der Stelle tritt und neue, frische Ideen einfließen lässt. Ebenso erfreulich ist, dass die Rahmenhandlung durch neue Wendungen und Figuren vorangetrieben wird und wir mehr aus dem privaten Umfeld der beiden Hauptdarsteller erfahren. Die neuen Charaktere wissen zu überzeugen und bieten einiges an Potenzial für kommende Folgen.


Der eigentliche Kriminalfall kann als eher klassisch bezeichnet werden und des Öfteren greift Kommissar Zufall den beiden Geistlichen unter die Arme, um ans Ziel zu gelangen, das tut "Tot aber herzlich" jedoch keinen Abbruch, denn hier zählt tatsächlich der Gesamteindruck. Im Zusammenspiel von gemütlichem Landleben und hektischer und quotenorientierter Medienwelt entsteht ein Krimi, der zu unterhalten weiß und zum mehrmaligen Hören einlädt. Die verwendeten Soundeffekte tragen zur eher gediegenen Stimmung des Hörspiels bei,die Titelmelodie hat sich mittlerweile zu einem wirklichen Wiedererkennungsmerkmal gemausert und unterstützt noch einmal den Eindruck des "Nachhausekommens" und Wohlfühlens.


Wieviel Liebe auch bei der Besetzung der Rollen aufgebracht wird, zeigt die Auswahl von Joeline Gassen und Joachim Kerzel für die Figuren von Roses Schwester und ihres Ehemanns, einem Millionärsehepaar mit einigen Macken und Schrullen. Wem kommt da nicht zwangsläufig die Fernsehserie "Hart aber herzlich" in den Sinn. Was liegt da näher als die Rollen mit den damaligen Synchronsprechern zu besetzen und einige Anspielungen in der Story zu verstecken, angefangen beim Titel der Episode. Neben dieser ansprechenden Idee können die beiden natürlich auch mit ihrer Leistung überzeugen und setzen sicherlich ein Highlight dieser Folge.


Erstmalig übernimmt Ulrike Möckel die Rolle von Rose Bailey. Das klingt zunächst ein wenig ungewohnt, vermag jedoch bereits nach wenigen Minuten erste eigene Akzente sitzen und man kann sich mit der Gewissheit zurücklehnen, dass hier ein gleichwertiger Ersatz gefunden wurde. Auch alle anderen Sprecher machen mehr als nur eine gute Figur und verstärken den ohnehin positiven Eindruck von "Tot aber herzlich". Das siebte Abenteuer kommt unerwartet frisch und ideenreich um die Ecke und kann mit seinen vielen Details und tollen Einfällen überzeugen.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 
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