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American Gods 2

Nach seiner ungeplanten Gefangennahme muss Shadow seinen Weg zunächst alleine fortsetzen.

(C) Splitter Verlag / American Gods 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNicht erst seit seinem Opus magnum "Sandman" ist der britische Starautor Neil Gaiman der Welt der Comics äußerst wohlwollend zugetan, und so war es eine freudige Neuigkeit, dass auch sein gefeierter Roman "American Gods" von 2001 entsprechend adaptiert wird und zusammen mit der parallel entstehenden TV-Serie sozusagen ein crossmediales Triumvirat bildet. In den USA bei den Franchise-Spezialisten von Dark Horse veröffentlicht, hat sich hierzulande der Splitter Verlag die Lizenzrechte gesichert und kürzlich mit dem zweiten Band den Abschluss der im Original neun Hefte umfassenden ersten Miniserie "American Gods: Shadows" vorgelegt.


Shadow, der sich allmählich in seine neue Rolle einzufinden scheint, darf nach einem Ritt auf dem größten Karussell der Welt dem von seinem Arbeitgeber einberufenen Treffen der Götter beiwohnen. Dessen Ausgang bleibt zunächst ungewiss, auch weil Mr. Wednesdays Leibwächter, Fahrer und Helfershelfer in Personalunion zusammengeschlagen und – wie sich später herausstellt – in einem Zug gefangen gehalten wird. Um seine Peiniger, zwei Anzugträger namens Mr. Wood und Mr. Stone kümmert sich in blutiger Manier überraschenderweise seine tote Frau Laura, aber das ist natürlich nicht die einzige seltsame Begegnung auf dem nun folgenden Trip nach Cairo, Illinois.


Nahtlos verläuft hier der in vielen erzählerischen Farben schimmernde Faden weiter, den der Meister selbst und seine kongenialen Kollaborateure in den vorangegangenen fünf Kapiteln zu spinnen begonnen haben. Eine unglaubliche Welt öffnet sich vor den Augen all jener, die diesen Band erst einmal aufgeklappt haben. Hier könnte jederzeit alles passieren: Das Auftauchen einer wahlweise freundlichen oder feindlich gesinnten Gottheit, ein plötzlicher Schlag auf den Hinterkopf, ein eingetrockneter Fleck auf einer Decke, der ein Essensrest oder Scheiße sein könnte. Oder einfach nur ein lakonischer Kommentar. Das ist das Reich der vielen Möglichkeiten, das die Leser gemeinsam mit Shadow betreten.


P. Craig Russell hat seine Expertise, wenn es um die Werke von Neil Gaiman geht ("Coraline", "Mordmysterien") bereits mehrmals bewiesen und war daher wohl die logische Wahl als Skripter und Layouter. Scott Hamptons Zeichnungen sind – um es in den Kontext eines zentralen Motivs der Erzählung zu rücken – im wahrsten Sinne des Wortes anbetungswürdig und ziehen je nach Bedarf ein breites Register von bleischwerer Düsternis im Auge des Sturms bis hin zu hellen, freundlichen Tönen. "American Gods" ist auch als Comic ein Spektakel voll Phantastik und Poetik, das einen gekonnt an der Hand nimmt und mit offenen Augen träumen lässt.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Splitter Verlag




 


 
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