An diesem kontroversiellen Klassiker führt für Fledermaus-Fans absolut kein Weg vorbei.
Inmitten des Reigens an animierten "Direct-to-video"-Produktionen, mit denen Warner Bros. in schöner Regelmäßigkeit klassische Stoffe aus dem weitläufigen Batman-Kanon aufgreift, findet sich seit 2020 auch "Batman: Death in the Family". Dabei handelt es sich um einen interaktiven Film, in dem die Zuseher zwischen mehreren alternativen Abläufen jener Geschichte auswählen können, die als Vorlage diente und einst das amerikanische Comic-Fandom in Aufruhr versetzte. Nicht nur das beweist den langen Schatten, den der 1988 erschienene Vierteiler "A Death in the Family" immer noch wirft, völlig losgelöst von der Tatsache, dass die Zeitspanne, seit der Jason Todd als Red Hood wieder unter den Lebenden weilt, bald schon längst ist als die seiner Grabruhe.
Eine Spoilerwarnung können wir uns an dieser Stelle sparen, schließlich sollte der dramatische Höhepunkt von Jim Starlins Story allen bekannt sein, die auch nur ansatzweise mit dem Thema Superhelden im Allgemeinen und dem Dunklen Ritter im Besonderen in Berührung kommen. Ebenso wie bei
Gwen Stacy und
Jean Grey ist auch der ausgerechnet durch die DC-Leserschaft per Telefonabstimmung herbeigeführte Tod des damals unbeliebten Nachfolgers von Dick Grayson im Kostüm von Robin ein Must-read. Natürlich gibt es viele qualitativ gehaltvollere Bat-Storys, aber nicht zuletzt als Kind seiner Zeit gibt "A Death in the Family" für sich immer noch eine interessante Lektüre ab.
Hinter den vier vom späteren "Hellboy"-Schöpfer Mike Mignola beigesteuerten und nicht minder ikonisch gewordenen Covers von "Batman" 426-429 verbirgt sich eine Verquickung eines seit längerem brodelnden Konflikts zwischen Batman und seinem rebellischen Protegé, einem gewohnt irrsinnigen Plan des Jokers und etwas cheesy angegangener Weltpolitik in Form des Iran, der dem Bat-Erzgegner im Rahmen der Tätigkeit bei den Vereinten Nationen diplomatische Immunität gewährt. Es steht außer Zweifel, dass die Storyline in die Fledermaus-Sammelreihe von Eaglemoss gehört, wenngleich schade ist, dass man hier im Gegensatz zum bereits in der "DC Comics Graphic Novel Collection" erschienenen
Pendant das Debüt von Jason Todd unter den Tisch fallen lässt und der Band mit mehreren schwarzen Seiten abschließt, die sich problemlos für den Abdruck des von DC vorbereiteten alternativen Endes im Fall von Robins Überleben geeignet hätten.