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"Out of Control"

Der Name Udo Proksch dürfte außerhalb der Alpenrepublik den allerwenigsten ein Begriff sein. Zu Unrecht, spiegeln sich doch in der Karriere dieses mit allen Wassern gewaschenen Strizzis die Widersprüchlichkeiten der österreichischen Mentalität nieder. Robert Dornhelm hat darüber einen Film gemacht.
Privat/(C) Westlicht / Zum Vergrößern auf das Bild klicken„Out of Control“ heißt der neueste Streifen des Regisseurs rumänischer Abstammung, der sich mit dem Leben einer der skurrilsten Personen der österreichischen Nachkriegsgeschichte beschäftigt. Udo Proksch (1934-2001) war vieles: Schweinezüchter, Hilfsarbeiter, Brillendesigner, Chef des legendären Café Demel, Gründer des „Vereins der Senkrechtbegrabenen“, Künstler, Regisseur, Waffenfetischist und vieles mehr, aber vor allem: Selbstdarsteller. Ein Mann, der es in seiner Zeit wie kein anderer verstand, sich und seine außergewöhnlichen und bisweilen sehr obskuren Ideen zu vermarkten und zu verkaufen. Das von ihm über lange Jahre gestrickte Netzwerk der Macht, das vor allem im berüchtigten „Club 45“ seine Ausprägung erhielt, ermöglichte es ihm bis 1989 auf freiem Fuß zu bleiben. Und das, obwohl der von ihm initiierte Versicherungsbetrug rund um das Schiff „Lucona“, bei dem sechs Seemänner ums Leben kamen, bereits 1977 geschehen war.


Nichtsdestotrotz bleibt die Figur des Udo Proksch – oder Serge Privat/(C) Westlicht / Zum Vergrößern auf das Bild klickenKirchhofer, wie sein Künstlername lautete – faszinierend und von Mythen umgeben. Das zeigt sich am besten in den Interviewpassagen von „Out of Control“, bei dem Prominente wie der ehemalige Bürgermeister von Wien Helmut Zilk, Niki Lauda oder Ex-Frau Erika Pluhar eine etwaige Schuld Prokschs am Kriminalfall „Lucona“ relativieren oder verneinen. Kann man so einem Schlitzohr denn eigentlich böse sein? Die Stärke des Films ist denn auch die Präsenz seines Darstellers: So sind die Kommentare von Proksch über Liebe, Tod, Militär, Politik und Kunst extrem unterhalten und zeichnen das Bild eines Traumtänzers am Abgrund, der letztlich zu weit gegangen und doch im Kriminal gelandet ist. Wenn Robert Dornhelm mit seiner Dokumentation auch keine filmische Glanztat abgeliefert hat, so muss man ihm doch das Verdienst zusprechen, Proksch über weite Strecken selbst das Wort überlassen zu haben. Das verleiht dem Film auf jeden Fall eine interessante und vergnügliche Note.
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