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TED LEO AND THE PHARMACISTS / QUIT YOUR DAYJOB

21.3.2005, Arena (Wien)
tedleo01 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSchön langsam habe ich die Hoffnung aufgegeben, ein wirklich gutes Konzert zu sehen. Immer wieder passte etwas nicht. Einmal war der Gesang schlecht, die Band spielte mies oder die Soundqualität war einfach für die Katz. Diese Anklagepunkte häuften sich in der letzten Zeit bis ins – kaum zu glauben – Unendliche. Völlig abgefeierte Bands bekamen nicht mehr als ein mittelmäßiges Konzert zusammen. So, machte ich mich nun ängstlich und vielleicht auch ein wenig verzweifelt auf den Weg in die Arena. Trotz der Panik, einen so genialen Interpreten absacken zu sehen, war in mir noch Hoffnung, ein großartiges Konzert zu erleben.
Die kleine Halle der Arena war doch eher spärlich besäht, war aber natürlich nicht anders zu erwarten. Relativ pünktlich standen die drei Schweden von QUIT YOUR DAYJOB auf der Bühne. Gleich als Einleitung wurde ihre Single „Freaks Are Out“ dahergeschleudert und man merkte gleich von vornherein, dass diese Typen einfach nicht ganz „normal“ sind. Eigentlich fehlen mir die Worte, wie ich diese Band und deren Auftritt wohl beschreiben kann. Das Einzige, was mir dazu einfällt ist: Vergesst alles, was ihr bisher aus Schweden kennt und stellt einfach drei Geisteskranke, die ein Gespür für Musik haben, auf die Bühne. Voila, QUIT YOUR DAYJOB sind voll da und voll weg, sie sind einfach verrückt und mischen ihren Noise mit Catchyness und witzigen Statements. Ängstlich und betäubt, ein kalter Schauer über den Rücken, so fühlt man sich während des Konzerts. Man wartet einfach nur noch darauf, von der Band verschleppt zu werden. Richtig schön krank werfen sie ihre kurzen Songs mit E-Gitarre, Keyboard und Drums entgegen. Eine dreiviertel Stunde rocken sie die Halle!
Nach kurzer Pause stehen dann auch TED LEO AND THE PHARMACISTS auf der Bühne und schon geht’s dahin und man taucht ein in ein gigantisches Rockkonzert. Natürlich überwiegen die Songs aus dem letzten Album „Shake The Sheets“, welche durchwegs einfach nur genial sind und man jedem Musikliebhaber empfehlen kann. Während Ted richtig schön abrockt, bewegen sich Bassist und Drummer eher kaum. Die zwei zersaust bärtigen Herrschaften passen sich ihrem ruhig und gelassenem Aussehen an und spielen ihre Instrumente wie Profis, während Ted umherspringt und seine Gitarre quält. Das Publikum schien völlig begeistert und so ist es auch kein Wunder, dass eine Zugabe folgt. Nach einem etwas kurzen Stück wollte die Band auch schon die Bühne verlassen und Ted verabschiedete sich mit „Tschüss“. Nach den Songs bedankte er sich immer wieder mit „Dankeschön“ und erzählte uns auch, dass sie die Tour am nächsten Tag nach Italien führt. Und so gab Ted auch seine Italienisch-Künste preis. Da das Publikum auch nach der Zugabe nicht locker lassen will, gibt TED LEO solo EWAN MCCOLLs „Dirty Old Town“ wieder, welches auch auf seinem ersten Album „Tell Balgeary, Balgury Is Dead“ zu finden ist. Jawohl, endlich wieder ein Konzert, das einfach nur genial ist und welches allen Beifall verdient hat. Mich wundert es nun nicht mehr, dass TED LEO AND THE PHARMACISTS in den Staaten Hallen füllen. Fazit: Spitze Abend, grandiose Bands!

Wolfgang Scheitel
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