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Gruselkabinett 143

Eine scheinbar harmlose Einladung entwickelt sich zu einer Reise mit einem vollkommen unerwarteten Ende.

Gruselkabinett 143Die alleinstehende Maisie Lewelyn kann ihr Glück kaum fassen, als sie eine Einladung der Millionärin Mrs. West erhält. Ohne zu zögern reist sie ins ländliche Kent, um ein paar unbeschwerte Tage auf dem neuerworbenen Landsitz der Wests zu verbringen. Gleich bei ihrer Ankunft kommt es zu einer seltsamen Begegnung mit einer alten Frau aus dem naheliegenden Dorf. Woher stammt deren ablehnende Haltung gegenüber dem restaurierten Anwesen und dem neu erbauten Turm von Wolverden Hall?


Mrs. West kümmert sich rührend um ihren Gast, sodass die vielen Eindrücke und die traumhafte Winterlandschaft ein Übriges tun, um das Zusammentreffen mit der merkwürdigen Alten schnell vergessen zu machen. Zudem lernt Maisie bald zwei junge Frauen kennen, die sie schnell als ihren Freundinnen betrachtet. Wie soll sie auch ahnen, dass die beiden ebenso wie das gesamte Anwesen ein dunkles Geheimnis umgibt?


Mit schnellen Schritten nähert man sich dem nächsten Jubiläum und bald kann Titania Medien auf die Veröffentlichung von 150 "Gruselkabinett"-Folgen zurückblicken. Umso erstaunlicher, dass es dem Produktionsteam immer noch gelingt interessante Stoffe zu entdecken, die das Etikett "Grusel" wahrhaft verdienen, klassische Elemente der Schauerliteratur abdecken und tatsächlich immer noch neue Aspekte hinzufügen.


Eine ebensolche Episode ist "Der Wolverden-Turm". Hier verknüpft sich das Unheimliche des Übersinnlichen mit den archaischen Sitten und Gebräuchen der Kelten, die ihren Ursprung in grauer Vorzeit haben und bis in die heutige Zeit überdauern konnten. Ganz langsam schleicht sich das Grauen in das Leben von Maisie, lange Zeit unbewusst und subtil zieht sich die Schlinge enger, um sie schließlich mit in den Abgrund zu reißen.


Dem Hörer bleibt trotz der geradlinigen Erzählstruktur zunächst verborgen, woher der jungen Frau Gefahr droht, sie ist latent vorhanden, aber nicht fassbar. Somit erfährt die Geschichte einen besonderen Reiz, der tatsächlich bis zum Schluss gehalten werden kann, obwohl natürlich irgendwann augenscheinlich wird, welches Schicksal Maisie erwarten soll. Neben einer ganzen Reihe von Geistern und Gespenstern, die in dieser Folge ihren wohl berechtigten Platz finden, beschäftigt sich die Handlung mit der Idee der freiwilligen Selbstaufgabe, dem Tod des Einzelnen zum Wohle aller. Der Glaube, dass das Opfer eines Einzelnen viele vor Gefahr, Hunger und Tod schützt, existiert bereits seit Jahrtausenden und ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit.


Was auf dem Papier sicherlich einfach zu beschreiben ist, bedeutet im Hörspiel einiges mehr, um die Glaubwürdigkeit zu erzielen, derer es bedarf, wenn sich ein Mensch aufgibt, um viele andere zu schützen. Im Falle von "Der Wolverden-Turm" wurden alle möglichen Gefahren einer solchen Bearbeitung außen vorgelassen. Der Wandel der Figur, deren Leben schon von Beginn eher unbedeutend erscheint, geht glaubwürdig vonstatten und die Dialoge sowie die gut gewählten Sprecher unterstreichen die große inhaltliche Qualität der Produktion. Immer wieder sind es genau diese Geschichten mit einem unerwarteten Tiefgang, die das "Gruselkabinett" zu etwas Besonderem machen.


Der Erzählung angemessen fällt die musikalische und soundtechnische Gestaltung eher zurückhaltend aus und beschränkt sich darauf, die richtigen Stellen des Inhalts zu betonen. Bei den Sprechern hat man aus den Vollen geschöpft. Beate Gerlach tritt hier als die rüde, undurchsichtige Bessie in Erscheinung und drückt mit einer knapp am Wahnsinn vorbeischrammenden Performance ihren Stempel auf. Großartig! Annina Braumiller-Jest überzeugt als unsichere junge Frau, der ein großes Verhängnis droht, an ihrer Seite agieren so große Stimmen wie die von Dagmar von Kurmin, Peter Weis, Bodo Primus und Reinhilt Schneider. Ein absoluter Genuss für die Ohren!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien


 
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