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Aria 7

Nicht nur Stacheln von Krylfes können giftig sein, sondern auch Worte.

Aria 7Der siebte Band der fantastischen Integral-Edition macht weiteres Material aus dem "Aria"-Portfolio von Michel Weyland hierzulande erstmals zugänglich, zunächst gibt es aber in Form von drei 1968 ursprünglich im Magazin "Tintin" abgedruckten Episoden seiner ersten Kreation "Stéréo-Land" erneut Einblicke in das frühe Schaffen des Meisters. Unter den wie immer vier enthaltenen Originalalben stellt anschließend lediglich "Florineige" (2003) keine deutsche Erstveröffentlichung dar, da es noch im selben Jahr bei Epsilon unter dem leicht veränderten Titel "Florina" erschien. Darin erwischt die Heldin einen Kelch, den sie besser an sich vorbeigehen hätte lassen sollen, denn nach seinem Genuss erwacht sie auf einem Schiff.


Ihre männlichen Leidensgenossen, die dasselbe Schicksal erlitten, sollen fortan einem gewissen Xarsiar dienen, Aria jedoch verabschiedet sich alsbald von Bord – nicht ohne vorher ein von der Besatzung gefangenes Mensch-Fisch-Mischwesen befreit zu haben, bei dessen Volk sie nun Unterschlupf erhält. Die Xérènes leben vom Inhalt auf Grund gelaufener Schiffe und versteckt auf einer Insel, doch eine von ihnen wurde ebenfalls entführt, um als Jahrmarktsattraktion zu dienen. Unsere Abenteurerin kann gar nicht anders als ihre Hilfe anzubieten, die verschwundene Florineige zurückzubringen, dafür sorgen schon ihre kleinen Begleiter, die mit ihren tödlichen Stacheln sicherstellen, dass die Mission erfüllt wird.


Die Krylfes, so der Name der possierlichen Tierchen, die eine Art fliegende Skorpione darstellen, bleiben ihr jedoch erhalten und können so beim nächsten Abenteuer "Der Garton von Baohm" (2004) wertvolle Dienste leisten. Die sind auch bitter nötig, schließlich gerät Aria in die Fänge eines Gurus, dessen Sekte alle Menschen, die sich ihr verweigern, auslöschen will. Es darf an dieser Stelle spekuliert werden, ob sich Monsieur Weyland für diese eindringliche Episode wohl von den durch 9/11 verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit geratenen Gefahren des Fundamentalismus inspirieren ließ. Der vermeintliche Heilsbringer selbst fasst das zentrale Problem ebenso kurz wie treffend zusammen: "Denkt nicht… glaubt."


Die beiden weiteren Kapitel stehen dem qualitativ in nichts nach und docken ebenso unterhaltsam wie berührend an das Empathiezentrum der Leserschaft an: Wo "Sternenlied" (2005) durch das Wiedersehen mit Arias durch eine Krankheit geschwächten Sohn Sacham die aufopfernde Fürsorge einer Mutter schildert, geht "Das Elixier des Teufels" (2006) der besonderen Verbindung zwischen Mensch und Tier nach – im konkreten Fall jener zwischen der Protagonistin und den beiden Krylfes samt deren Artverwandten. Auch der ganz und gar nicht verflixte siebte Band der Integral-Ausgabe von Kult Comics umfasst somit vier Geschichten, die jede für sich verschiedene Akzente setzen, aber von einem untrennbaren erzählerischen Band inmitten einer beständig größer werdenden Welt zusammengehalten werden. Magnifique!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Kult Comics




 


 
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