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The Fantastic Four – Die komplette Serie (Clear Vision)

Kein Geringerer als Marvel-Ikone Stan Lee himself hat die Drehbücher für diese kurzlebige Cartoonserie aus grauer TV-Vorzeit verfasst. Jetzt liegen alle Episoden von 1978 in gesammelter Form vor.

Cover The Fantastic Four - Die komplette Serie (C) Clear Vision/Alive / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Mutter aller Superhelden-Teams, die "First Family", von der bis 2005 allein mehr als 150 Millionen Comic-Hefte verkauft wurden, erblickte im November 1961 das Licht der Marvel-Welt und bescherte den Lesern in den Vereinigten Staaten den Auftakt eines wahren Kreativfeuerwerks, das zu Beginn vor allem den Köpfen von Stan "The Man" Lee und Jack „King“ Kirby entwich. Das „Marvel Age“ der Comics war angebrochen, und ließ den bis dahin seit den großen Auflagenerfolgen der 1940er Jahre der Konkurrenz hinterherhinkenden ehemaligen Verlag Timely/Atlas am ewigen Rivalen DC Comics vorbeiziehen und nunmehr selbst in puncto popkultureller Relevanz die Ansagen machen. Bis zum Ende des Jahrzehnts feierten Ikonen wie Spider-Man, Hulk, Daredevil, die Rächer, Dr. Strange, die X-Men und ungezählte weitere Charaktere ihren Einstand und veränderten das Gesicht der Neunten Kunst für immer.


Nachdem bereits 1967 eine 20-teilige, von den Hanna-Barbera Studios produzierte Zeichentrickserie über die US-Bildschirme gelaufen war, unternahm Marvel 1978 einen neuen Anlauf, das jugendliche Publikum für seine vier Helden zu begeistern und zu neuen potenziellen Käufern der Comics zu rekrutieren. Dafür wurde Oberzampano Stan Lee höchstpersönlich als Drehbuchautor ins Rennen geschickt, unterstützt von Jack Kirby und Roy Thomas, der ihm bereits vorher als Chefredakteur von Marvel Comics nachgefolgt war. Diesmal nur 13 Episoden lang und von den DePatie-Freleng Enterprises umgesetzt, stürzten sich die vier Helden ins Gefecht.


Dabei fällt gleich ins (weinende Fan-)Auge, dass Johnny Storm alias Human Torch fehlt und stattdessen durch den Androiden H.E.R.B.I.E. (Humanoid Experimental Robot, B-type, Integrated Electronics) ersetzt worden ist – gerüchteweise, weil man den jungen Zusehern einen rebellischen, selbst entzündlichen "Hitzkopf" nicht zutrauen wollte, tatsächlich aber weil die Rechte an der Benutzung der Figur für einen letztendlich nie verwirklichten Film zu diesem Zeitpunkt vergeben waren. So also muss sich Ben "The Thing" Grimm mit dem unliebsamen Blechtrottel herumzanken, der leidlich mit seinen altklugen Sprüchen punkten kann. Nichtsdestotrotz wartet die Serie mit Klassikern aus der teameigenen "Rogue gallery" wie Dr. Doom, den Inhumans, dem Mole Man oder den Frightful Four auf, die innerhalb der gut 20 Minuten langen Folgen ihre wohlverdiente Abreibung durch das Team erhalten.


Aus rein qualitativen Gesichtspunkten betrachtet ist die 1978er Animationsserie ein vernachlässigbarer Teil des Fernseh-Franchise um die Fantastischen Vier, zu schwach sind dafür Plots und Animationen. Führt man sich die Serie allerdings aus der Trash-Perspektive zu Gemüte, wartet ein großartiges Vergnügen auf den Zuseher – egal ob der etwas fehl am Platz agierende Chefmutant vom Dienst Magneto zum bloßen Bankräuber degradiert wird (da die Vernichtung des gewöhnlichen Homo sapiens und die Herstellung der Herrschaft des Homo superior wohl doch etwas zu starker Tobak für die lieben Kleinen war) oder die gestaltwandlerischen Skrulls ein Filmset mit unseren Helden in den Hauptrollen sabotieren. Die deutsche Synchronisation schafft es sogar noch, den Skurrilitätsfaktor mit sinnentleerten Übersetzungen zu erhöhen: Wenn Ben Grimm, der hier hirnrissigerweise als "Klump" bzw. "Klumpatsch" tituliert wird, so manches "Nanü!" angesichts unliebsamer Überraschungen von sich gibt und noch dazu von Norbert "Homer Simpson" Castell gesprochen wird, feiert der Wahnwitz fröhliche Urständ! Von daher kann es sich Clear Vision durchaus als Verdienst an die Label-Brust heften, uns diese Fußnote im reichhaltigen Franchise-Fundus über den Atlantik gebracht zu haben.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #





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