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Game-Review: Sam & Max – The Devil’s Playhouse (PC, Mac, PS3, iPad)

Ein größenwahnsinniger Space-Gorilla in einem Affenkopf-förmigen Raumschiff macht sich auf, die Galaxie zu erobern – mit an Bord ein in komatösen Schlaf versetzter Maulwurf und ein ausgetrocknetes Alien-Gehirn. Und nur ein treuherzig dreinblickender, etwas übergewichtiger Hund im grauen Designeranzug und sein Best Buddy, ein psychotisch grinsender weißer Hase, können die Welt vor dem drohenden Untergang retten: Sam & Max sind wieder da!
UPDATE: Review der Episode 2!

Sam & Max - The Devils Playhouse Bild 1 Teaser (C) Telltale / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEpisode 1: "Sam & Max – The Devil’s Playhouse" heißt das neueste Abenteuer der titelgebenden Helden, oder besser gesagt, die neueste Staffel. Denn Telltale Games veröffentlicht das Spiel in bereits gewohnter Manier in Episodenform, deren erster Teil "The Penal Zone" soeben erschienen ist. Einzig die Anzahl der Episoden hat sich geändert. Waren es in der ersten Staffel noch sechs Folgen, so hat Telltale die 3. Staffel auf fünf Teile gekürzt – ohne angeblich die Gesamtspieldauer zu verkürzen. Allerdings treten schon beim Spielen von "The Penal Zone" erste Zweifel an dieser Behauptung auf, sieht man doch bereits nach rund vier Stunden Spielzeit den Abspann über den Bildschirm laufen. Dies dafür mit einem befriedigenden Gefühl, seine Zeit in etwas wirklich Gutes investiert zu haben. Doch der Reihe nach…


Kenner und Liebhaber des Franchise werden keine drei Minuten benötigen, um sofort im typischen "Sam & Max"-Feeling aufzugehen. All jene, die zum ersten Mal die Bekanntschaft Sam & Max - The Devils Playhouse Bild 3 Teaser (C) Telltale / Zum Vergrößern auf das Bild klickender knuffig-psychotischen Titelhelden machen, werden aber auch nicht viel länger brauchen. Sam & Max zünden bereits im Tutorial ein fulminantes Gag-Feuerwerk, das von Film-, Comic- und Computerspiel-Zitaten nur so strotzt. Doch wer jetzt denkt, dass Telltale mit dem Tutorial die Katze im Sack verkaufen will, hat sich getäuscht. Die Qualität der mit viel Witz, Charme und Intelligenz geschriebenen Dialoge hält sich Konstant am Genre-Toplevel – und das seit Jahren. Nicht selten klickt man sich durch alle Dialog-Optionen, um auch wirklich noch den letzten Gag aus der Szene heraus zu kitzeln. Die Grafik ist äußerst detailreich und wer sich die Zeit nimmt, die einzelnen Schauplätze etwas länger anzusehen, kann immer wieder einen versteckten Gag entdecken. Telltale hat es dabei geschafft, die Grafik über die Jahre permanent weiterzuentwickeln, ohne den visuellen Reiz von Sam & Max auf dem Altar der Grafik-Fetischisten  zu opfern.


Sam & Max - The Devils Playhouse Bild 2 (C) Telltale / Zum Vergrößern auf das Bild klickenStory, Gags, Grafik – alles beim Alten? Tatsächlich könnte man geneigt sein, bei der "Penal Zone" den Status eines  Vollpreistitels in Frage zu stellen, hätten die Entwickler beim Gameplay nicht einen gehörigen Schluck aus dem Innovationsfüllhorn genommen. Wobei nicht alles, was neu ist, auch glänzen muss. Die Steuerung der Helden ist zu einer Art "Klick and pull"geworden: Bei gehaltener linker Maustaste zieht man den Cursor in die gewünschte Bewegungsrichtung der Protagonisten. Hier könnten die Entwickler für die nächsten Episoden jedoch gerne noch ein wenig am Feintuning arbeiten, zu schnell sieht man sich auf die alternativ angebotene W-A-S-D-Steuerung zurückgreifen. Warum die Entwickler diesen Schritt gewagt haben, wird klar, wenn man sich die Form des Cursors genauer ansieht, sobald man die "Klick and pull"-Steuerung anwendet – denn dann  sieht er einem Analog-Stick gängiger Konsolen-Controller verdächtig ähnlich. Und wie der Zufall so will, erscheint "Sam & Max – The Devil’s Warehouse" auch auf dem Playstation Network.


Fazit: Die etwas wackelige Steuerung wird aber durch die innovativen Adventure-Gameplay-Elemente mehr als wettgemacht. Die Entwickler statten das weiße Kaninchen Sam mit allerlei magischen (oder gar Sam & Max - The Devils Playhouse Bild 4 Teaser (C) Telltale / Zum Vergrößern auf das Bild klickenaußerirdischen?) Gadgets aus, mit deren Hilfe es in die Zukunft blicken oder sich in allerlei mehr oder weniger nützliche Dinge verwandeln kann. Diese Neuerungen erhöhen nicht nur die Interaktionsmöglichkeiten innerhalb des Spiels, sondern ermöglichen den Storyschreibern auch eine völlig neue Ebene für allerlei skurrile Gags. 
Will man "Sam & Max – The Devil’s Playhouse" abschließend mit einem Satz beschreiben, hält man sich am besten an das Statement des an Jonathan Frakes aus "The X Factor" erinnernden Erzählers des Spiels: "Over the next five chapters, you will witness things that baffle you. Horrify you. Even disgust you."  Bleibt nur zu hoffen, dass er Recht behält.




# # # Martin Vettori # # #



Grafik: 8,5/10
Sound: 7/10
Steuerung: 7/10
Spielspaß: 10/10
Gesamt: 8


Entwickler: Telltale Games
Publisher: Telltale



Episode 2 - The Tomb of Sammun-Mak
The Tomb of Sammun-Mak schließt nahtlos dort an, wo die Penal Zone aufgehört hat – in jedweder Hinsicht.  Das ist gut so – aber nicht perfekt.


Sam&Max Staffel 3 Episode 2 Cover (C) Telltale Games / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEine gute Serie lebt von den Geschichten, die sie erzählt, den Akteuren, die sie leben - und von diesen fiesen letzten 20 Sekunden, in denen entweder ein verstorben geglaubter Verwandter auftaucht, das Hauptquartier der Helden in Flammen aufgeht oder die Cheerleaderin offenbart, doch nicht schwanger zu sein – kurz gesagt, von den Cliffhangern.


Sam&Max Staffel 3 Episode 2 Bild 1 (C) Telltale Games / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSam und Max – The Tomb of Sammun-Mak ist hier keine Ausnahme. Am Ende von Episode 1 – The Penal Zone – stehen Sam und Max vor den sterblichen Überresten ihrer vermeintlichen Vorfahren und es scheint, als ob Sammeth seine knochigen Finger um den Hals von Maximus gelegt hat; ganz so, als ob er ihn erwürgen wollte.


Sam&Max Staffel 3 Episode 2 Bild 2 (C) Telltale Games / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWer wissen will wie es dazu kam, dem sei die 2. Episode aus der „The Devils Playhouse“, der 3. Staffel von Telltales Sam and Max – Reihe, ans Herz gelegt. Es ist tatsächlich die Story des Spiels, die für die meiste Motivation sorgt, Episode 2 durchzuspielen. Abgedreht und verrückt wie immer wird der Spieler zuerst komplett verwirrt, bevor sich gegen Ende alle losen Enden zusammenfügen und man – natürlich in den letzten 20 Sekunden – erblickt, wie es dazu kam, dass sich die beiden Freunde fürs Leben, vor Jahrhunderten an die Gurgel wollten.


Sam&Max Staffel 3 Episode 2 Bild 3 (C) Telltale Games / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSam’s mystische Kräfte spielen auch in Episode 2 die Hauptrolle. Leider haben die Entwickler vergessen, hier für mehr Abwechslung zu sorgen. Die Rätsel sind noch ein wenig einfacher geworden als in Episode 1. Dadurch, dass Sam zu keinem Zeitpunkt über mehr als 2 verschiedene Kräfte verfügt und das Inventar seinerseits nie über 3-4 Gegenstände hinauswächst, lassen sich alle Rätsel zumindest mit dem Trial’n’Error Prinzip innerhalb weniger Minuten lösen. Dies führt nebenbei auch dazu, dass The Tomb of Sammun-Mak noch kürzer geraten ist als The Penal Zone.


Sam&Max Staffel 3 Episode 2 Bild 4 (C) Telltale Games / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Steuerung wirkt durch das enge Setting eines fahrenden Zuges  (in dem der Hauptteil des Games spielt) noch ein wenig umständlicher als in Episode 1. Oft läuft man wie blind gegen Abteilwände und viele Wege und Plotgegenstände werden erst durch umständliches Herumdrehen der Kamera sichtbar.


Fazit: Immer noch ein Muss für jeden Adventure-Fan aber Telltale muss aufpassen, sich nicht zu sehr auf die perfekt funktionierenden Gags zu verlassen und alles andere auszuklammern. Steuerung und Rätseldesign laufen nämlich Gefahr, in den biederen Durchschnitt abzurutschen und das haben Sam und Max nun wirklich nicht verdient.




# # # Martin Vettori # # #



Grafik: 8,5/10 

Sound: 7,5/10 

Steuerung: 6,5/10 

Spielspaß: 9,0/10

Gesamt: 8



Entwickler: Telltale Games

Publisher: Telltale
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