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Game-Review: Super Meat Boy (XBLA)

Ein weiterer Titel aus der Indie-Szene schafft den wohlverdienten Sprung in die Aufmerksamkeit des Massenpublikums und vermöbelt mit Leichtigkeit die Riege der verweichlichten Casual-Helden - "Super Meat Boy"!

Super Meat Boy Cover (C) Team Meat / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAuf den ersten Blick ist "Super Meat Boy" kein außergewöhnlicher Titel. Wieder einmal wird die Freundin des Antihelden entführt und man macht sich auf die Socken, um diese aus den fiesen Fängen des Bösewichts zu befreien. Der Antiheld ist in diesem Fall aber kein Bart-tragender Klempner, sondern ein roher Klumpen Fleisch und seine Freundin ist keine strahlende Prinzessin, sondern eine bezaubernde, wandelnde Bandage namens "Bandage Girl". Hautloser Fleischklops und Riesenpflaster passen perfekt zueinander, doch der fiese Dr. Fetus blickt voller Neid auf das Paar und entführt die holde Maid. Der grinsende Haufen Fleisch gibt sich aber nicht so leicht geschlagen und verfolgt seine Geliebte durch Salzfabriken, über gefährliche Sägeblätter und Lavaströme.


Super Meat Boy Bild 5 (C) Team Meat / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDurch hunderte, mit tödlichen Gefahren gespickte Level läuft und springt Meat Boy. Jeder unvorsichtige Schritt kann sofort tödlich sein. Es gibt keine Gesundheitsanzeige, Rücksetzpunkte oder Power-Ups - die gesamte Spielerfahrung ist reduziert auf die notwendigsten Elemente und gibt gleichzeitig alle Freiheiten in dieser eingeschränkten Welt. Der Weg durch die Level ist klar, keine hinterlistigen Fallen verkürzen die digitale Lebenszeit. Gefragt sind pure Konzentration, sadistische Hingabe und Präzision. Das Spiel ist in jeder Sekunde zum Verzweifeln hart, aber nie unfair. Den beiden Indie-Entwicklern des Studios Team Meat, Edmund McMillen und Tommy Refenes, gelingt es mit Bravour den sehr schmalen Grat zwischen Frustration und Motivation zu meistern.


Super Meat Boy Bild 2 (C) Team Meat / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Pixel-genaue Steuerung trägt viel zu der Frustvermeidung bei, denn niemals ist eine schlampige Programmierung oder eine ungenaue Kollisionsabfrage für das eigene Versagen zur Verantwortung zu ziehen. Leveldesign und technische Ausführung ist in dieser Hinsicht über jede Kritik erhaben. Stets liegt es an den eigenen Fehlern - wieder ist man zu ungeduldig abgesprungen, wieder hat man im falschen Moment eine tödliche Entscheidung getroffen oder ist beim Anblick der Levelarchitektur zu nervös geworden. An jedem Levelausgang wartet Bandage Girl hoffnungsvoll auf ihre Rettung, nur um im letzten Moment von Dr. Fetus in das nächste Level verschleppt zu werden. Jeder Levelausgang ist hart erkämpft und dutzende Bildschirmtode sind diesem Triumph vorausgegangen, die auf Wunsch alle gleichzeitig abgespielt werden können. Als Spieler braucht man endlose Geduld und gute Nehmer-Qualitäten, denn jeder Tod zeigt die eigene Unzulänglichkeit auf.


Super Meat Boy Bild 1 (C) Team Meat / Zum Vergrößern auf das Bild klickenNur zu gern möchte man das Gamepad wie Meat Boy an die Wand klatschen, doch innerhalb eines Augenblicks befindet man sich wieder am Levelanfang, um sich der Herausforderung erneut zu stellen. Als wichtige Orientierungshilfe dient Meat Boys Blut, denn auf jeder berührten Oberfläche bleibt der rote Körpersaft als Markierung zurück und löst gleichzeitig einen Lernprozess aus. Sterben ist hier nicht als Bestrafung zu verstehen, sondern als persönliche Entwicklung. Zusätzlich zu hunderten Levels, den "Dark Versionen" jedes Levels, die sich freischalten, sobald man eine bestimmte Bestzeit unterbietet, gibt es auch einige Charaktere, wie zum Beispiel Tim aus "Braid" oder Commander Video aus der "Bit.Trip"-Reihe, freizuschalten.


Super Meat Boy Bild 4 (C) Team Meat / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn liebevoll gezeichnetem Pixel-Gewand präsentiert sich der klassische Plattformer. Witzige Zwischensequenzen, Anleihen an die goldene Automaten-Ära und jede Menge Seitenhiebe an die Videospielgeschichte (so sind z.B. die Initialen SMB ident mit denen von "Super Mario Bros.) lockern die allgemeine Anspannung. Auch der rockige Soundtrack ist es wert gehört zu werden und treibt den Adrenalinpegel zusätzlich in die Höhe.


Fazit: "Super Meat Boy" ist ein Edelstein im Genre der Plattformer, kein ungeschliffener Rohdiamant, sondern ein echter Hochkaräter. In jedem Bit steckt die Leidenschaft der Entwickler. "Super Meat Boy" ist nahezu makellos und bringt frischen Wind in die verweichlichte Casual-Spielewelt. Sofern man über ausreichend Geduld und sadomasochistische Züge verfügt, ist dieser Titel absolut empfehlenswert. Meat Boy loves Bandage Girl! SLAM loves Super Meat Boy! 


# # #  Andreas Himmetzberger  # # #



Grafik: 9/10
Sound: 9/10
Steuerung: 10/10
Spielspaß: 10/10
Gesamt: 9,5

Entwickler: Team Meat
Publisher: Microsoft
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