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Foster 4

Die Hölle hat einen Teilsieg errungen. Die Höllenfürsten sind auf die Erde gelangt, ihre Armeen sind jedoch weiterhin gefangen und warten auf ihre Rückkehr.

(C) Imaga / Foster 4 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEs fühlt sich keineswegs wie ein Sieg an. Zwar ist es Foster geglückt Sebul zu schwächen und die Armeen der Hölle von einer Rückkehr ins Hier und Jetzt abzuhalten, dennoch sind ihre Fürsten durch das Tor gelangt und bereiten sich darauf vor ihren Machtanspruch gelten zu machen. Auch die Strukturen der Sekte Sebuls konnten nicht zerschlagen werden und bestehen nach wie vor. Foster selbst liegt mit erheblichen Verletzungen im Krankenhaus und wird von seinen Vorgesetzten unter Druck gesetzt. Da ereignet sich ein brutaler Mord an einer hochrangigen Politikerin. Die Zahl der Verdächtigen ist groß, da die Tat in einem Hotel begangen wurde.


Trotz eines großen Aufgebots an Beamten treten die Ermittlungen auf der Stelle. Je länger sich die Aufklärung des Falls hinzieht, umso sicherer ist sich Nolan, der Vorgesetzte Fosters, dass jemand die Arbeit der Polizei sabotiert. Um weites Unheil zu verhindern, bleibt Nolan keine andere Wahl als mit dem in Ungnade gefallen Foster erneut zusammenzuarbeiten. Da erhalten die Männer Hilfe von unerwarteter Seite. Schnell wird deutlich, die Gefahr durch die dunklen Mächte ist keinesfalls gebannt, vielmehr laufen die Arbeiten an einer Hölle auf Erden weiterhin auf Hochtouren. Die Zeit für Foster wird knapp, wenn man das Schlimmste verhindern will.


"Todeshochzeit" ist der Abschluss des ersten Buchs oder – wenn man so will – Zyklus, in deren Mittelpunkt der für seine unkonventionellen Methoden bekannte Cop David Foster steht. Seine Ermittlungen in einem Entführungsfall führen ihn immer tiefer hinab in einen Sumpf von skrupellosen Sektierern und Kultisten, deren Verbindungen bis in die höchsten Kreise der Regierungen reichen und sich nichts Geringeres zur Aufgabe gemacht haben als die Fürsten der Hölle zu entfesseln. Wer nun einen strahlenden Helden erwartet, der sich furchtlos den Mächten der Finsternis entgegenstellt, wird enttäuscht sein.


Foster und die wenigen Mitstreiter an seiner Seite haben keine weiße Weste. Sie nutzen jede sich bietende Möglichkeit, um ans Ziel zu gelangen, manchmal auch dann, wenn dieser Weg eindeutig illegal ist. Sie haben Laster und Schwächen und variieren in der Abstufung der charakterlichen Grautöne. So werden sie auf erfrischende Weise menschlich und heben sich auf erfreuliche Art von jenen Superhelden ab, die auch im Hörspiel das Genre dominieren. Die Figuren ähneln jenen aus den Hardboiled-Romanen, abgeklärte, raue Typen, die einen Job zu erledigen haben, von dem sie wissen, dass ihn sonst keiner erledigen kann und will. Damit nimmt "Foster" nach vier erschienen Folgen eine Ausnahmestellung im Mystery-Bereich ein.


Doch auch andere Konventionen des üblichen Geisterjäger-Metiers werden hier gebrochen. Hauptfiguren sind hier keineswegs vor Schaden gefeit und können unerwartet über die Klinge springen, wie die vorliegende Folge dann gleich einmal unter Beweis stellt. Dazu kommt die Tatsache, dass der Kampf gegen das Böse auch Rückschläge beinhaltet, die ihre Konsequenzen haben, was dem Plot eine zusätzliche Realistik verleiht. "Todeshochzeit" ist eine abwechslungsreiche Angelegenheit geworden, denn hier werden die ersten Handlungsstränge aus den vorherigen Folgen weitergeführt, einige Geheimnisse gelüftet und neue offenbart, was die Geschichte äußerst kurzweilig gestaltet.


Das Tempo ist gewohnt hoch und das Ohr des Hörers wird wieder einmal mit einigen erstklassigen Actionszenen belohnt. Daneben finden sich auch Momente, die wirklich unheimlich geraten sind und für eine ordentliche Gänsehaut sorgen. Das Erzähltempo wird durch eine schnelle Schnittfolge zwischen den Handlungsorten erhöht, die weder durch Musik noch einen Erzähler unterbrochen werden und so eine enorme Dynamik entwickeln. Die Soundeffekte erinnern nicht selten an eine aufwendige Leinwandproduktion und verwandeln das heimatliche Wohnzimmer in einen Kinosaal. Die Dialoge sind flüssig und wirken sehr realitätsnah, hier gibt es keine Dämonen, die minutenlang über ihre ach so gefährlichen Pläne schwadronieren, bevor sie dann doch vom jeweiligen Helden binnen Sekunden zunichtegemacht werden.


Thomas Nero Wolff ist die ideale Besetzung für die Rolle Fosters. Den abgefuckten Polizisten mit einem Hang zu Drogen und Alkohol, den Vorschriften einen Dreck interessieren, kauft man ihm jederzeit ab. Dazu kommen wieder einmal fast ein Dutzend weiterer bekannter Stimmen aus Film und Fernsehen, die ebenfalls einen fantastischen Job abliefern, allen voran Hans-Georg Panczak als Nolan. Herrlich auch Asad Schwarz in der herrlich versifften Rolle als Sniffer. Hier versteht wirklich jeder seinen Job! Nach "End of Time" ist Imaga mit "Foster" der nächste große Wurf gelungen. In dieser Qualität scheint es mit jeder erschienen Folge möglicher, den Platzhirsch "John Sinclair" von seinem Thron zu stürzen.



 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Imaga




 


 
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