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Game-Review: Darkstar One: Broken Alliance (Xbox 360)

Kalypso portiert mit "Darkstar One: Broken Alliance" ein vier Jahre altes PC-Spiel auf die Konsole. Böse Aliens, riesige Raumschiffe und spannende Dogfights inklusive. Ob das totgeglaubte Genre damit eine Wiederbelebung erfährt, ist in der folgenden Rezension zu lesen.

Darkstar One BA Cover (C) Kalypso / Zum Vergrößern auf das Bild klickenPC-Spieler hatten im Jahr 2006 einen guten Grund zur Freude: Die von Ascaron entwickelte und unter Ubisoft-Flagge verschiffte Weltraumsaga "Darkstar One" startete auf heimischen Rechnern. Spieler, die seit den Kindheitstagen der interaktiven Unterhaltung ihrem Hobby nachgehen, erinnern sich noch gern an gigantische Schlachten im luftleeren Raum, epischen Geschichten und spannenden Dogfights. Das Genre hat sich in den 1990er Jahren großer Beliebtheit erfreut. Trotz guter Pressestimmen schaffte "Darkstar One" keine großen Erfolge und Ascaron meldete Insolvenz an. Ist der Bedarf an Erkundungen in den unendlichen Weiten des Weltalls etwa mit dem komplexen "Eve Online" gedeckt oder ist das einst so beliebte Genre endgültig tot?


Darkstar One BA Bild 1 (C) Kalypso / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDas Entwicklerteam von Kalypso wollte es wissen, haben die Rechte am Spiel aufgekauft und den Titel auf die Xbox 360 portiert. Doch wie spielt sich ein vier Jahre altes Spiel, für den PC entwickelt und nur leicht aufgehübscht mit angepasster Steuerung, in der heutigen Zeit?


Darkstar One BA Bild 2 (C) Kalypso / Zum Vergrößern auf das Bild klickenMan schlüpft als junger Pilot Kayron Jarvis in den Raumanzug und zwängt sich in das Cockpit des technologischen Wunderschiffs Darkstar One. Der eigene Vater ist erst kürzlich bei einer Mission ums Leben gekommen und als Sohnemann erbt man das kleine, aber ausbaufähige Raumschiff. Ein Mentor bringt einem die notwendigsten Manöver bei und dann steht der ganze, endliche Weltraum offen. Ungefähr 300 Sonnensysteme können bereist werden, die in einzelne Sektoren zusammengefasst sind. Der zu Beginn schwache Lichtantrieb erlaubt jedoch noch keine weiten Sprünge. Darum gilt es Geld zu verdienen. Jedes Sonnensystem hat einen Handelsposten. Hier werden Haupt- und Nebenmissionen angenommen, Gespräche geführt und Geld in den Ausbau des Schiffs investiert.


Darkstar One BA Bild 4 (C) Kalypso / Zum Vergrößern auf das Bild klickenUm im Endeffekt für die großen Missionen gerüstet zu sein, müssen auch Alienartefakte gefunden werden, die prinzipiell von bösen Weltraumpiraten, die hinter jedem Asteroiden lauern können, bewacht werden. Stückweise rüstet man die geliebte Weltraumschüssel mit mehr Waffenbänken, Lademöglichkeiten und stärkeren Antriebstechnologien auf. Das spricht den typischen Sammlertrieb gut an und motiviert dazu die zahlreichen Sonnensysteme abzufliegen und Heerscharen von bösen Weltraumpiraten, aus völlig eigennützigen Motiven, abzuschießen.


Darkstar One BA Bild 5 (C) Kalypso / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDoch so ganz egoistisch ist die Weltraumhatz nicht und sie lässt sich moralisch mit der aufkommenden und geheimnisvollen Bedrohung einer mächtigen Alienrasse, genannt Thule, rechtfertigen. Den Geld bringenden Nebenmissionen mangelt es an abwechslungsreichen Varianten. Man kann sich entweder als Kopfgeldjäger auf Piratenjagd machen, mit Waren in einem rudimentären Wirtschaftssystem handeln oder gar als Schmuggler unterwegs sein. Je nachdem wie man sich seine Brötchen verdient, reagiert die Polizei auf die eigene Präsenz im Sektor. Die Hauptmissionen bieten zwar eine etwas opulentere Inszenierung, aber bedienen sich aus dem bekannten Pool aus typischen Aufträgen: Begleitschutz, Abfangmissionen, Zerstörung von großen Raumschiffen; alles schon gesehen, aber immerhin schon einige Zeit nicht mehr.


Darkstar One BA Bild 6 (C) Kalypso / Zum Vergrößern auf das Bild klickenZwar wirbt Kalypso mit einer Full HD Darstellung, aber der Grafik-Engine sieht man das Alter an. Vor allem die Texturen wirken grob und die Effekte sind nicht sehr überwältigend. Die Hintergründe der Sonnensysteme sind teilweise sehr nett anzusehen, aber es bleibt bei einer Distanzbetrachtung. Man hat nicht das Gefühl, jedes gesehene Sternchen in der Ferne anfliegen zu können. Auch die Zwischensequenzen sind zwar nett, aber nicht auf Augenhöhe mit den aktuellen technischen Standards. Die Steuerung wurde aber ordentlich von PC auf Xbox 360 portiert. Nach etwas Übung gleitet man elegant zwischen Asteroiden hindurch. Dieser Punkt ist auch wichtig, denn die Dogfights können intensiv werden und man muss schon einige waghalsige Manöver fliegen, um hartnäckige Gegner aufs Korn nehmen zu können. Die deutsche Synchronisation ist solide, bei den Samples im Funkverkehr wäre etwas mehr Abwechslung aber gerne gehört worden. Lässt man sich auf das gebotene Weltraumepos ein und sieht über technische Schwächen und Déja-vu´s beim Missionsdesign hinweg, bietet "Darkstar One: Broken Alliance" konkurrenzlose, klassische Weltraumunterhaltung für 30 Stunden.
 

Fazit:
Als Fan von "Wing Commander" und Co. war die Vorfreude groß und die Enttäuschung größer, in Anbetracht des tatsächlichen Potentials, das in diesem Titel irgendwo schlummert. Bei aller Retro-Liebe reichen eine vorhersehbare Geschichte und Standardmissionen bei der aktuellen, vor Effekten, erzählerischer Tiefe und teilweise innovativen Ideen strotzenden Generation von Spielen nicht aus. Die Ansätze sind zwar gut, aber etwas mehr Zeit in die Weiterentwicklung des Gesamtpakets zu investieren, anstatt einer nahezu 1:1-Portierung mit Stand 2006 zu produzieren, hätte dem Genre auf der Konsole gut getan. So bleibt zu hoffen, dass sich wieder einmal irgendein Studio an dieses Thema heranwagt und sich in der Zwischenzeit etwas mit  "Darkstar One: Broken Alliance" vergnügt.


# # #  Andreas Himmetzberger  # # #



Grafik: 6,5/10
Sound: 7/10
Steuerung: 8,5/10
Spielspaß: 7,5/10
Gesamt: 7

Entwickler: Ascaron/Kalypso
Publisher: Kalypso





 

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