Was ich erst am Vortag erst erfahren habe, spielten auch die Herren von BRIGHT EYES rund um Conor Oberst in der etwas größeren Halle gleich nebenan.
Dort war auch um einiges mehr los als bei der DC Show, was vor allem mit dem Airplay und dem Wirbel rund um Conor Oberst von BRIGHT EYES zutun hat. Eigentlich gut so, dass man DC in Europa immer noch im kleineren Rahmen genießen kann, während das in den Staaten kaum mehr möglich sein wird.
Gegen 21.15 Uhr verdunkelt sich die Saalbeleuchtung und Chris Carrabba aka DASHBOARD CONFESSIONAL betritt, wie in den guten alten Zeiten alleine und sichtlich gut gelaunt mit der akustischen Gitarre bewaffnet und den Worten „Hey, I’m Chris“ die Bühne.
„Best Deceptions“ macht auch gleich den Anfang und auch dieses Publikum merkt, dass sie den Vorbildern aus den USA, zum Thema „Mitsingen“, ohne weiteres die Stirn bieten kann. Zwischendurch scherzt Chris immer wieder zusammen mit dem Publikum und entschuldigte sich sogar, dass er keinen Support-Act mitgenommen hat, sondern somit er diesen Part übernimmt und dann nach einer kurzen Pause seine Bandmates mit ihm den Saal rocken werden.
Einige Wünsche der Zuschauer musste Chris leider auslassen, da er sich einfach nicht mehr an die Akkorde erinnern konnte, wie er selber meint und sich dafür auch entschuldigte. Nichtsdestotrotz, nach „Best Deceptions“ folgen noch „Carry This Picture For Luck, Ghost Of A Good Thing, The Places You Have Come To Fear The Most“ und der Song der uns wohl am Besten sagt, dass man nie erwachsen werden soll, nämlich „Swiss Army Romance“!
Nach einem kurzen Sprung des Publikums an die Bar betritt das Quartett von DASHBOARD CONFESSIONAL mit rauschendem Backroundgewitter die Bühne der kleinen Georg Elser Halle.
Voller Enthusiasmus stimmt Chris Carrabba den Opener „Don’t Wait“ des neuen Albums „Dusk And Summer“ an. Das Publikum bezieht sich sofort auch in den Song mit ein, so dass Carrabba das Grinsen kaum mehr aus dem Gesicht weg bekommt.
Die Band hat einiges dazugelernt. Sowohl musikalisch, als auch gesangtechnisch überzeugen DC vollkommen. Man merkt auch sofort, dass die Band um einiges gewachsen ist und sich in den letzten Jahren nicht auf die faule Haut gelegt hat, sondern durch ihre unzähligen Shows, unter anderem mit U2, einfach soviel dazugelernt hat, dass man ihnen ohne weiteres „Perfektion“, als den würdigen Stempel aufdrücken kann.
Fast schon beängstigend wie perfekt der Song „Remember To Breath“ ans Publikum getragen wird. Gänsehaut und lautes Herzpochen sind dann auch bei Nichtkenner vorprogrammiert.
Zwischen einigen Songs singt Chris einige Eigenkompositionen dazu, unter anderem eine mit Augenzwinkern vorgetragene kleine Verarschung der Metalfraktion, die ihn als jungen Rod Steward sehen oder über ein Mädchen, dass sich am anderen Ende des Telefons berührt und er darüber nur lachen konnte.
Neben der Power, die fast schon an puren Stadionrock erinnert, kommen während der Show auch der Witz und der Alkohol nicht zu kurz. Scott, der nämlich am Bass hängt, schaut auch nicht gerade nüchtern aus, was auch gleich die Witze von Chris auf ihn zieht.
Zwischen dem Spaß der Band untereinander oder mit dem Publikum, kommen natürlich die Songs nicht zu kurz, „Stolen, Hey Girl, Am I Missing, Screaming Infidelities, The Good Fight, Again I Go Unnoticed“ und auch „So Long, So Long“, Chris Lieblinsstück vom neuen Album, welches auf der Platte mit großer Unterstützung von Adam Duritz der COUNTING CROWS dargeboten wird, aber Live mit John Loeffler an der zweiten Stimme performt wird.
Meines Erachtens verliert der Song dadurch jedoch etwas an Strandflair und irgendwie wünscht man sich Adam in den Kreis der Band.
Die letzten zwei Stücke, die als Zugabe folgten, waren, wie könnte es auch anders sein, „Vindicated“ aus dem Spiderman 2 Soundtrack und „Hands Down“, den Chris immer wieder mit den Worten „It’s About the Best Day In My Life“ ankündigt.
Zuvor bedankte er sich noch einige Male beim Publikum und kündigte seine Präsenz an der Bar gleich nach der Show an. Die Band hing mit einigen Fans noch ziemlich lange an der Bar herum. Sehr sympathisch gingen die Jungs Mike Marsh, John Loeffler, Scott Schoenebeck und eben Chris Carrabba mit ihren Fans um, während das ein oder andere Bier die Kehle hinunter floss.
Ein wundervolles Konzert durfte ich in München wieder sehen und freue mich jetzt schon wieder aufs nächste Mal!
Wolfgang Scheitel





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