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Game-Review: Dark Souls (Xbox 360, PS3; getestet auf Xbox 360)

Wunderschöne Leiche: Heute schon gestorben? Doch auch im Jenseits bleibt keine Zeit zum Relaxen, denn dort warten noch viel mehr Gefahren als in den schlimmsten Albträumen. Hardcore-Rollenspiel-Survival-Horror Deluxe!

(C) From Software/Namco Bandai Games / Dark Souls / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn einem atemberaubenden, grafisch opulenten Intro wird die gigantische Vorgeschichte von "Dark Souls" erzählt, welcher schon ordentlich Neugier auf das gleich Kommende bereitet. Den kurz zuvor in mühevoller Kleinarbeit erstellten Charakter mag man zuerst gar nicht wiedererkennen, denn dieser wurde kurz nach seinem Tod in die Welt der Untoten verbannt und sieht dementsprechend aus: Eine halbverweste Leiche, mit dunklen Höhlen wo im Normalfall Augäpfel hätten sein sollen, knochigen Fingern und aschfahler bis grünlicher Hautfarbe, aber dafür mit glänzender Ritterrüstung (je nachdem für welche Klasse man sich entschieden hat). Jetzt gilt es erstmal, sich aus dem mysteriösen Kerker zu befreien, in dem sich der Zombie-Protagonist dummerweise gerade befindet. Schwuppdiwupp reißt man einem anderen untoten Kollegen ein ziemlich miserables Schwert aus seinen Händen und greift sich das Schild des nächsten Tunichtgut, um sich des kurz darauf erfolgenden Pfeilregens erwehren zu können.


Ein (C) From Software/Namco Bandai Games / Dark Souls / Zum Vergrößern auf das Bild klickenwenig später darf der Zombie-Ritter an einem Lagerfeuer rasten, das praktischerweise auch gleich als Speicherpunkt und Auflevel-Zentrale fungiert. Ab jetzt ist aber Schluss mit (un)lustig, denn hinter der nächsten Tür wartet auch schon der erste Bossgegner darauf, einen – nein, nicht ins Jenseits, denn dort befindet man sich ja schon – sondern zum nächstgelegenen Speicherpunkt zu befördern. Natürlich nur, falls man so dreist ist, sich bereits auf so niedriger Levelstufe mit dem hässlichen Dämon anzulegen. Also schnell durchrennen, durch die nächste Türe und fleißig Skelettsoldaten zermalmen, um ordentlich Experience Points (im Falle von "Dark Souls" natürlich Seelen) zu ernten: Reaping souls! Mit den emsig eingesammelten Seelen geht es dann schnurstracks zurück zum Lagerfeuer/Speicherpunkt des Vertrauens, um ordentlich aufzuleveln und in weiterer Folge dem bösen Bossbonzen den Garaus zu machen. Wird man nämlich vor diesem Unterfangen (dem Aufsuchen des Speicherpunkts) zur Schnecke gemacht, gehen jegliche ehrlich erwirtschaftete Seelen verloren. Aber keine Sorge: Diese bleiben am Tatort liegen, den man dann so schnell wie möglich wieder aufsuchen sollte, um sie wieder einzusammeln. Das Problem: Die zuvor besiegten Gegner tun das auch und respawnen nach jedem Fail oder Speichern der Spielfigur.


(C) From Software/Namco Bandai Games / Dark Souls / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"Dark Souls" duldet, eben so wie sein bereits mehr als unbarmherziger, PS3-exklusiver Vorgänger "Demon’s Souls", keine Fehler und trennt Weizen vom Spreu beziehungsweise Hardcore- von Casual Gamer. Der Spieler muss durch die Gänge schleichen und jederzeit mit einem Angriff oder dem Auslösen einer Falle rechnen, ansonsten bleibt man chancenlos. Geht man die Sache ruhig und mit viel Feingefühl an, wird aus dem Spiel ein ganz großes Erlebnis, welches einen nicht so schnell aus den Fittichen lässt. Witziges und gleichzeitig praktisches Feature: Man kann den anderen "Dark Souls"-Zockern in der Welt an allen möglich Stellen Nachrichten hinterlassen, um sie vor möglichen Gefahren zu warnen oder einfach nur auf das wunderschöne Panorama hinzuweisen, welches sich dem Spieler nicht nur einmal offenbart.


Fazit: Düsterer Survival-Horror-Rollenspiel-Hit für Hardcore-Gamer der alten Schule mit unglaublich fesselnder, albtraumhafter Atmosphäre und zauberhaftem Galgenhumor. Definitiv ein Spiel, über das man noch in zehn Jahren (oder mehr) sprechen wird.



# # # Thomas Sulzbacher # # #



Grafik: 8/10
Sound: 9/10
Steuerung: 8/10
Spielspaß: 9/10
Gesamt: 8,5/10


Entwickler: From Software
Publisher: Namco Bandai Games





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