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Game-Review: Gran Turismo 5 (PS3)

Mit dem Slogan "The Real Driving Simulation" geht der heiß ersehnte, neueste "Gran Turismo"-Aufguss nach 6 Jahren Entwicklungszeit und etlichen Release-Aufschüben nun endlich an den Start.

Gran Turismo 5 (C) Sony / Zum Vergrößern auf das Bild klickenViel hat man uns für den Titel versprochen! Der "Gran Turismo" Nachfolger sollte endlich wieder die Spitze der Rennsimulationen anführen und neue Maßstäbe setzen. Doch können die hochgeschraubten Erwartungen wirklich erfüllt werden?


Über 1000 Boliden, 20 Strecken mit 70 Variationen, ein authentisches Schadensmodell, viele Spielmodi wie GT- und Arcade-Modus sowie NASCAR- und WRC-Boliden sind mit von der Partie. Mit neuester HD-Technik, der Einbindung der Playstation Eye und sogar mit der vorhandenen 3D Unterstützung für geeignete Fernseher wurde der Hype rund um den Releasetermin angeheizt. Doch das Hauptaugenmerk gilt immer noch der realistischen Fahrphysik mit der "GT5" punkten möchte.


Wenn man Gran Turismo 5 Screenshot 1 (c) Sony / Zum Vergrößern auf das Bild klickendies so hört dann müssten mit "GT5" bei Rennspiel-Fans eigentlich keine Wünsche mehr offen bleiben. Zugegeben: "Gran Turismo 5" hält viel was in den letzten 5 Jahren versprochen wurde, aber bei genauerem Hinsehen werden einige Erwartungen enttäuscht.


Etwas bitter ist zunächst der Umstand, dass die Vollinstallation gut eine Stunde dauern kann. Schaufelt man das Spiel nicht komplett auf die Festplatte, kann es im Spiel öfter zu nervigen Aussetzern kommen. Dazu kommen auch regelmäßige und umfangreichere Updates, die des Öfteren die Leidensfähigkeit geneigter Racing-Fans strapazieren dürften. Hat man dies erst einmal hinter sich, lässt die nächste Hürde nicht allzu lange auf sich warten: Leider wartet "GT5" mit einer überaus verschachtelten Menüführung auf. Wenn man fast ein Dutzend Menüsprünge machen muss um endlich Vollgas geben zu können, ist das für Laien oder Gelegenheitsspieler nicht sehr benutzerfreundlich.


Eine weitere Geduldsprobe Gran Turismo 5 Screenshot 2 (c) Sony / Zum Vergrößern auf das Bild klickenfür Rennspiel-Fans, insbesondere  für Laien, stellt das stundenlange "Hoch-Leveln" dar, welches nötig ist um endlich Zugang zum wirklich interessanten Teil des quantitativ beachtlichen Fuhrparks zu erlangen. Apropos: es stehen tatsächlich 1000 Boliden zur Auswahl, allerdings sind davon lediglich 200 sogenannte "Premium-Cars". Bei diesen Modellen legten die Entwickler besonderen Wert auf die realitätsnahe Umsetzung sowie auf ein authentisches Schadensmodell. Bösartige Zungen könnten über den guten Rest der zur Verfügung stehenden Boliden behaupten, dass diese der Einfachheit halber von der Playstation 2 Vorgänger-Version entnommen wurden. Nicht umsonst entsteht der Eindruck, dass man sich beim Schadensmodell der "Non-Premium" Boliden auch nicht die größte Mühe gegeben hätte.


Auch dieGran Turismo 5 Screenshot 3 (c) Sony / Zum Vergrößern auf das Bild klicken Unausgewogenheit der Lizenzen im Zusammenhang mit den Serienmodellen lässt zu wünschen übrig. Dass man mit "Japanischen Modellen" nicht gespart hat, kann man einerseits auch nachvollziehen da "GT5" nun mal seine japanische "Wurzeln" nicht leugnet. Wenn man jedoch von einem einzigen Mazda Modell ganze 10 verschiedene Versionen erspielen kann, hingegen bei der Weltmarke VW die zur Verfügung stehenden Boliden gerade mal an den Fingern einer Hand abzählen kann, stellt das die Internationalität des Spiels bzw. des Fuhrparks in Frage. Bezeichnend: Auf die Weltmarke Porsche wurde – wohl aus lizenztechnischenen Gründen – sicherheitshalber gleich verzichtet.


Das gleiche in grün bei den Strecken: bei vielen Tracks macht es wirklich Spaß Runde für Runde Vollgas zu geben und die Liebe zum Detail ist spürbar. Bei anderen Strecken hingegen scheint die Motivation der Leveldesigner stark nachgelassen zu haben. Oder es war einfach nicht mehr genug Zeit um vorhandene Ideen auch umzusetzen.


Besonders gelungen Gran Turismo 5 Screenshot 4 (c) Sony / Zum Vergrößern auf das Bild klickenhingegen ist die Umsetzung der Fahrphysik. Wer besonderen Wert auf gute Fahrdynamik und Realismus setzt, darf beim fünften "Gran Turismo" getrost zugreifen. Auch sind genügend Erleichterungen vorhanden um für "Fahranfänger" das Spiel genauso interessant zu machen als für eingefleischte Profis, die sich wohl ohne Fahrhilfen in die Kurven legen werden. Eingefleischte Racing-Nerds, die das volle Rennerlebnis für sich ausschöpfen wollen, werden statt dem Dual-Shock Controller ohnehin lieber mit Lenkrad und Pedalen durchstarten.


Hat man erst einmal ins Spiel gefunden, wird man daran sicher Spaß haben. Anspruchsvolle Rennspiel-Fans werden sich dennoch an den Ecken und Kanten des Titels stoßen: so agiert die KI teils "zu perfekt", in anderen Situationen scheinen die computergesteuerten Gegner das Hirnschmalz an der Startlinie abgegeben zu haben.


Fazit: "Gran Turismo 5" ist bei weitem nicht so rund wie vor dem Release angekündigt; etliche Release-Verschiebungen und die etwas übertriebene Marketing-Kampagne konnten große Erwartungen wecken, welche nun enttäuscht werden. Dennoch ist der fünfte Teil ein "echtes", durchaus würdiges "Gran Turismo", und zählt – trotz einiger Schwächen –zu den Top-Releases des Jahres 2010.



###Christoph Stingeder###



Grafik: 8,0 /10
Sound: 8,0/10
Steuerung: 9,0/10
Spielspaß: 7,5/10
Gesamt: 8/10

Entwickler: Polyphony Digital
Publisher: Sony


 
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