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Game-Review: Dead Space 2 (PC, Xbox 360, PS3; getestet für PC und PS3)

Dieses Spiel hat dem bayrischen Sozialministerium ordentlich Angst eingejagt – reicht das auch für die potentiell schockresistentere Gamer-Fraktion?

(C) Visceral Games/EA / Dead Space 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"The first cut ist he deepest", trällerten einst schon CAT STEVENS und ROD STEWARD. Ein gewisser Isaac Clarke könnte da auch ein Wörtchen mitreden beziehungswiese ein Lied davon singen, hat der furchtlose Ingenieur doch reichlich Erfahrung beim fachgerechten Schneiden mit scharfen Gegenständen gesammelt, seit er sich 2008 erstmals an ungezählten Körpern ekliger Monster versucht hat. Nach einem gelungenen Prequel und einem verunglückten Midquel geht das Abenteuer jetzt endlich weiter – endlich deshalb, weil "Dead Space 2" die zweifelhafte Ehre für sich verbuchen kann, erst mit der sechsten Prüfung eine USK-Freigabe bekommen haben. Ein neuer Rekord, den wir dem Realitätssinn der Damen und Herren im bayrischen Sozialministerium verdanken. Diesseits und jenseits des Weißwurstäquators soll das der Spielfreude jedoch keinen Abbruch tun, daher auf ins neue Abenteuer!


Wir steigen kurze Zeit nach den (C) Visceral Games/EA / Dead Space 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenGeschehnissen des ersten Teils ein und finden Isaac auf einer Raumstation namens "Sprawl" wieder. Frisch aus dem Koma erwacht, leidet unser Held an bösen Halluzinationen und Gedächtnisverlust – leider bleibt ihm keine Zeit, sich damit und den seltsamen Visionen seiner toten Freundin zu beschäftigten, denn alte Bekannte sorgen wieder einmal für Remmidemmi. Erraten! Die Nekromorphs sind wieder da und warten darauf, mit dem bewährten Plasma Cutter kunstfertig zersägt zu werden. Das nützliche Utensil ist zunächst jedoch außer Reichweite, denn Isaac steckt in einer dicken Zwangsjacke, als ihn Franco Delille in seiner Zelle auffindet. Der gute Mann ist Spielern sicherlich noch  aus "Ignition" bekannt und hat hier die zweifelhafte Ehre, als erster in "Dead Space 2" von den Nekromorphs getötet zu werden. Ist das geschehen, muss Isaac zuerst aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich raus und sich im wahrsten Sinne des Wortes in Sicherheit humpeln.


(C) Visceral Games/EA / Dead Space 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIst das geschafft, bewaffnet er sich erst einmal mit einer Taschenlampe und versucht sich einen Weg durch das blutige Chaos zu bahnen, das die Nekros angerichtet haben. Dabei hilft ihm Daina, die mit ihm Kontakt aufnimmt und ihn zu ihrem Versteck lotst. Unterwegs warten dann endlich der Cutter und ein erster Anzug auf ihre Benützung, um es mit den Gegnern aufzunehmen. Sich in den diversen Gängen und Räumen der "Sprawl" zu verlaufen, ist praktisch unmöglich, zeigt Isaacs Wegweiser absolut deppensicher an wie und wo es weitergeht. Die Speicher- und Upgradestationen sind fair verteilt, sodass auch Einsteiger keine Gefahr laufen Frustmomente zu erleben. Wie schon der Vorgänger ist auch Teil 2 ein Meisterstück was die Umsetzung der bedrohlichen Atmosphäre betrifft, den Entwicklern gelingt es einfach immer wieder für Schreckmomente zu sorgen und den Adrenalinpuls in die Höhe zu treiben.


Wohl in wenigen anderen (C) Visceral Games/EA / Dead Space 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSpielen identifiziert man sich so stark mit dem Protagonisten und ertappt sich unzählige Male dabei, mit dämonischer Lust und Schadenfreude auf tote Monsterkörper einzutreten, um ihnen noch das eine oder andere Goodie zu entlocken – was Isaac passenderweise mit expliziten Ausdrücken kommentiert. Erstmals sind die insgesamt 15 Kapitel des Spiels aus einem Guss und gehen fließend ineinander über, wobei man es mehrmals auch mit Isaacs eigenen Dämonen zu tun bekommt, die ihn mit Visionen heimsuchen. Auch hier ist die Umsetzung meisterhaft, unterstützt von einer souveränen Grafik, die den blutigen Horror über weite Strecken auf gelungene Weise trägt. EA ist es zu danken, dass man sich trotz des mäßigen Verkaufserfolgs von "Dead Space" an einen Nachfolger gewagt hat und uns erneut einen Leckerbissen serviert. Daher ran die Pads oder Tastaturen und nach der Solokampagne auch den Multiplayer-Modus ausprobieren, bei dem man den Spieß umdrehen und auch als Nekromorph auf die Jagd gehen kann!



# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Grafik: 9/10
Sound: 8,5/10
Steuerung: 8/10
Spielspaß: 9,5/10
Gesamt: 9/10




Drei Jahre sind seit den Vorfällen a(c) EA / dead_space_2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenuf der Raumstation Ishimura vergangen. Isaac Clarke ging durch die Hölle und kam als seelisches Wrack zurück. Noch immer gehen ihm die grauenvollen Erlebnisse nahe und der Verlust seiner Frau treibt ihn an den Rand des Wahnsinns. Als er auf der Titan-Raumstation "The Sprawl" aufwacht, befindet er sich mit in einer neuen Necromorph- mPlage. Ein weiterer Marker hat den erneuten Ausbruch verursacht. Isaac schnappt sich seinen Plasma Cutter, zieht sich einen Raumanzug an und beginnt den Kampf gegen die Necros. Schon in den ersten Spielminuten merkt man, dass er sich verändert hat: Erstmals hört man ihn sprechen, sieht das Gesicht hinter dem Raumanzug. Er ist härter, hat nichts zu verlieren und ist dem verängstigten Ingenieurs-Dasein aus dem ersten Teil entwachsen. Der innere Konflikt mit seiner Vergangenheit und ständige Halluzinationen sind mitunter große Höhepunkte.


Hinter jeder Ecke lauert das Grauen, der Puls bleibt konstant auf hohem Niveau. (c) EA / dead_space_2_1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDunkle, schlecht beleuchtete Gänge sind ebenso Schauplatz des zweiten Teils wie die Weiten des Alls. Erstmals erleichtern Steuerdüsen die Kontrolle in der Schwerelosigkeit. Die prinzipiellen Spielmechaniken und das Kampfsystem wurden beibehalten und leicht überarbeitet. Die Nahkampfattacke ist endlich anwendbar und einige neue Waffen lehren den Aliens das Fürchten, die grafische und musikalische Präsentation verdichten die Atmosphäre zu einem fast greifbaren Albtraum. Zwar mangelt es dem Spiel an echten Neuerungen, aber Teil 2 wurde in fast allen Punkten verbessert. Als einziger Durchhänger ist der neue, aber belanglose Multiplayer-Modus zu nennen.


Fazit: "Dead Space 2" ist großes (c) EA / dead_space_2_2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenKino, aber nichts für schwache Nerven. Man durchlebt einen atemberaubenden Ritt auf einer Welle von Angst, Blut und Verzweiflung, der bis in die Realität nachwirkt. Visceral Games ist ein grandioses Meisterwerk des Horror-Genres gelungen.



###Andreas Himmetzberger###


Grafik 8,5/10
Sound 9/10
Steuerung 9/10
Spielspaß 9/10
Gesamt 9

Entwickler: Visceral Games
Publisher: EA



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