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Mord in Serie 2

Was mit einem simplen Autodiebstahl beginnt, läuft alsbald gehörig aus dem Ruder. In der norddeutschen Provinz geht es bald nur noch um eins: Überleben!

(C) Contendo/Delta Music / Mord in Serie 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWer behauptet eigentlich immer wieder, dass der Hörspielmarkt tot sei? Wenn dies doch der Fall wäre, kämen doch nicht jeden Monat neue Produktionen auf den Markt, schließlich hat niemand den Wusch, Geld zu verbrennen. Zudem wäre es mehr als schade, denn ansonsten würden tolle neue Konzepte wie dieses nie den Weg in die CD-Player der Republik finden.


Nachdem in den letzten Monaten gefühlte 20 neue Horrorserien an den Start gegangen sind, ist es eine wohltuende Abwechslung, das sich Contendo dazu entschlossen hat andere Wege einzuschlagen und ein Feld zu beackern, das in Deutschland weitestgehend brachliegt – der Thriller.


Einige werden jetzt sagen: Eine Thrillerserie, warum nicht? Aber funktioniert so etwas, wenn die Story in Deutschland angesiedelt ist? Diesen Skeptikern kann man nur entgegnen: Und ob! Der handfeste Beweis dafür ist "Wolfsnacht". Was von vielen Serien eingefordert wird, nämlich neu, frisch und innovativ zu sein, geschieht hier mit einer Leichtigkeit, dass es einfach nur Spaß macht zuzuhören.


Alles beginnt scheinbar vollkommen harmlos. Der Entschluss der beiden Ausreißer Daniel und Aylin, ein Auto vom Parkplatz eines Supermarkts zu klauen, deutet jedoch bereits an, dass hier nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Schon auf der Fahrt zu ihrem Zufluchtsort lässt Daniel das eine oder andere Mal kurz die Maske des netten Jungen von nebenan fallen und zeigt sein wahres Gesicht, das des kalten und berechnenden Gangsters.


Nachdem man den Unterschlupf, eine abgelegene Hütte im Hinterland von Schleswig-Holstein erreicht hat, macht man eine schicksalsträchtige Entdeckung. Im Kofferraum des Wagens, liegt eine gefesselte junge Frau. Die beiden Ausreißer stecken in einer Zwickmühle. Sie können die Frau nicht der Polizei übergeben, sie weiterhin gefangenhalten ist in Anbetracht ihrer Lage auch keine Option.


Nachdem Daniel aus den Nachrichten erfährt, wer und vor allem wessen Frau sie ist, beschließt er das Lösegeld anstelle des Entführers zu kassieren. Doch plötzlich ist man nicht mehr allein in dem einsamen Waldstück und alles läuft furchtbar aus dem Ruder. Nun zählt nur noch eins, das nackte Überleben. Was Markus Topf, der sein Können bereits mit "Leon Kramer" und "Freelancer" unter Beweis gestellt hat, dem Hörer präsentiert, ist ein waschechter Thriller mit einigen unerwarteten Wendungen und Überraschungen, die dafür sorgen, dass man bis zum Schluss gebannt bei der Sache ist.


Neben dem guten Plot ist es besonders die Ausarbeitung der Figuren, die zu überzeugen weiß. Hier bekommt es der Hörer nicht mit plakativen Stereotypen zu tun, sondern mit Charakteren mit Tiefgang. Eine ausgereiftere Figurenzeichnung käme sicherlich auch der einen oder anderen Serie auf dem Markt sicherlich zugute. Loben muss man die Produzenten auch für ihren Mut, die Reihe in Deutschland anzusiedeln und damit etwas Neues zu probieren. Die Sprache ist rau und direkt, kommt aber zu keiner Zeit aufgesetzt oder übertrieben rüber. Wer allerdings einen Krimi im klassischen Gewand erwartet, ist hier leider an der falschen Adresse.


Das Sounddesign ist gut und passt zur Serie. Auch auf Geräusche im Hintergrund wurde geachtet und mit viel Liebe gestaltet, wobei auffällt dass hier vieles extra produziert wurde und man auf Archivmaterial verzichtete. Die Sprecher sind gut gewählt und wissen allesamt in ihren Rollen zu überzeugen. Die Mischung aus neuen, unverbrauchten und altbekannten Stimmen geht auf und macht "Wolfsnacht" zu einer runden Angelegenheit.


Das Cover ist ansprechend gestaltet und kann in diesem Fall mit einem echten Hingucker aufwarten, der sicherlich für zusätzliches Interesse sorgen dürfte. Man kann Markus Topf und dem Team von Contendo zu "Wolfsnacht" nur gratulieren. Sollten sich die kommenden Folgen auf dem gleichen Niveau bewegen, dann wird diese Reihe ihre Fans und Käufer finden.



# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo/Delta Music





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