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Powers 1

So sieht eine wohldosierte Mischung aus "Batman Adventures" und "Sin City" aus.

(C) Panini Comics / Powers 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAbgesehen von Robert Kirkman und Mark Millar hat wohl kein anderer Comic-Autor seit der Jahrtausendwende einen ähnlich steilen Aufstieg in den USA hingelegt wie Brian Michael Bendis. Kurz bevor er als Autor von "Ultimate Spider-Man" durchstartete und ein bis zum heutigen Tage ebenso erfolgreiches wie innovatives Sublabel für Marvel begründete, legte er 2000 gemeinsam mit Michael Avon Oeming die creator-owned Serie "Powers" bei Image vor. Nicht nur die Käufer, auch die Kritiker dankten es den beiden mit einem "Eisner Award" als "Beste neue Serie" 2001, und nach einem gescheiterten Anlauf im Rahmen des auf eine Anthologie umgewandelten deutschen "Wizard" ("Hit Comics", nicht zu verwechseln mit der kultigen Comic-Reihe aus den 1960er Jahren) hat sich Panini endlich zu einer Veröffentlichung durchgerungen.


Die Welt von "Powers" ist bevölkert von außergewöhnlichen Wesen aller Art, die ihre Konflikte über den Köpfen normaler Menschen ausleben. Wenn mächtige Helden aber das Zeitliche segnen, dann kommt Detective Christian Walker zum Zug. Das ist auch der Fall beim allseits beliebten Retro Girl, das auf offener Straße ermordet aufgefunden wird und die Ermittler der Öffentlichkeit gegenüber ordentlich unter Druck setzt. Walker steht zunächst ohne konkrete Spuren da und muss sich noch dazu mit seiner neuen Partnerin Deena Pilgrim zusammenraufen, die seine verschwiegene Verbindung zur ermordeten Heldin schließlich aufdeckt und ihn dazu zwingt, mit offenen Karten zu spielen. Lange laufen die Ermittlungen im Kreis, bis ein möglicherweise vom Täter stammendes Graffiti am Tatort die Sache ins Rollen bringt.


Zugegeben, Bendis braucht einiges an Anlauf, bis neben den beiden Protagonisten auch sein erster Arc in Bewegung kommt. Spätestens mit dem Aufdecken des im Grunde wenig überraschenden Geheimnisses von Walker zur Halbzeit läuft die Sache rund und sorgt für kurzweiligen Lesefluss. Die Redefreudigkeit der Figuren, mit denen es höchstens Kevin Smiths "Daredevil"-Run aufnehmen kann, scheint zwar an manchen Stellen fast zu viel des Guten, punktet aber mit Realismus. Da verzeiht man auch die simple Auflösung durch klassische Ermittlerarbeit, was aber andererseits ebenfalls für den "down to earth"-Ansatz von Bendis spricht.


Das Artwork von Oeming könnte man am besten mit der genialen "Batman Adventures"-Fernsehserie und deren Comic-Adaption vergleichen, hier also ebenfalls ein klarer Pluspunkt – wenn auch die ständigen Panelwiederholungen stören. Als Stilmittel ist das völlig okay, nervt aber spätestens bei wiederholten simplen Zooms von Einzelbildern in schlechterer Auflösung. Abgesehen davon lohnt "Powers", am besten zu beschreiben als innovativer Bastard aus "Batman Adventures" in den schmutzigen Straßenschluchten von "Sin City", aber allemal.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Panini Comics





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