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Mark Brandis 32

Ein von Union und Republiken gemeinsam betriebenes streng geheimes Forschungsprojekt droht zu scheitern. Mehrere mysteriöse Todesfälle könnten das ehrgeizige Unternehmen frühzeitig beenden.

(C) Folgenreich/Universal Music / Mark Brandis 32 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Situation auf der Erde hat sich sichtlich entspannt. Auch der Konflikt zwischen der Union und den Republiken wurde deutlich entschärft, seit es einen Machtwechsel in Peking gab. Politisches Tauwetter hat eingesetzt und gemeinsam angestoßene Forschungsprojekte, die Jahre auf Eis lagen, werden wiederbelebt. Dazu zählt auch das Pandora-Projekt, ein ehrgeiziges Unternehmen, das Reisen zu Planeten außerhalb des Sonnensystems ermöglichen soll. Da diese lang und beschwerlich sein werden, experimentiert man mit Kunstmenschen – Wesen mit einer höheren Lebenserwartung, ausgestattet mit einer Vielzahl spezieller Fähigkeiten, angepasst an die gewaltige Aufgabe, die vor ihnen liegt.


Schnell macht man Fortschritte und das Programm scheint unter einem guten Stern zu stehen, doch dann kommt es zu einer ganzen Reihe von Pannen und Unfällen, bei denen zwei Menschen zu Tode kommen. Man beschließt, Mark Brandis zum Jupitermond Callisto zu schicken, um zu klären, wer für die Sabotageakte verantwortlich ist. Kurz nach einer Ankunft ereignen sich weitere Anschläge, bei denen es erneut Todesopfer zu beklagen gibt. Mark Brandis muss sich beeilen, wenn eines der vielversprechendsten Forschungsprojekte der Menschheit nicht zum Scheitern verurteilt werden soll.


"Der Pandora-Zwischenfall" bildet den Abschluss um den Raumpiloten Mark Brandis und greift dabei wieder gesellschaftliche und wissenschaftliche Themen auf, die auch in unserer heutigen Zeit nichts an ihrer Aktualität eingebüßt haben. Ein Phänomen, wenn man bedenkt, wann die literarische Vorlage der Hörspiele entstanden ist. Auf intelligente Weise wird die Frage aufgegriffen, ob es statthaft ist, im Labor modifizierte Menschen zu erschaffen, die an besondere Aufgaben und Lebensumstände angepasst wurden.


Haben sie dieselben Chancen und Rechte wie Menschen, die auf natürliche Weise geboren wurden, oder sind sie Lebensformen zweiter Klasse? Neben dieser spannenden Frage, die immer wieder in verschiedenen Formen diskutiert wird, gesellt sich im überdies jene, wie es uns gelingen kann, die große Distanz zwischen den Sternen zu überbrücken, um andere Planeten zu besiedeln.


Dabei wird die letzte Folge der Serie jedoch nicht zum trockenen Lehrstück, sondern zu einem spannenden Thriller mit einigen intelligenten Fragen für den Hörer. Verantwortlich für eine ordentlich nach oben zeigende Spannungskurve ist natürlich die Suche nach dem Initiator hinter den Sabotageanschlägen in der Forschungsanlage. Hier gelingt es lange Zeit, den Verantwortlichen vor dem Hörer zu verbergen. Die Motivation, warum man das Unternehmen topediert, ist dann tatsächlich eine Überraschung, die nicht unbedingt zu erwarten war.


Nicht zu unterschätzen ist beim Finale einer Serie, wie man die Geschichte beendet, ob es gelingt, die Handlungsfäden auf eine angemessene Art zusammenzuführen und dem Hörer eine würdige Auflösung zu präsentieren. Man kann sich nun getrost den Angstschweiß von der Stirn wischen, denn Mark Brandis verlässt die Bühne mit einem nachvollziehbaren Ausgang der Ereignisse. Theoretisch wäre sogar eine Fortsetzung über die Geschehnisse der Buchvorlagen hinaus möglich. Statt diesen Weg zu wählen, der sicherlich einige Fans der Serie verärgert hätte, hat man sich dafür seit einiger Zeit dafür entschieden, die Jugendjahre von Mark Brandis in einer eigenen Serie aufzuarbeiten.


Große Teile von "Der Pandora-Zwischenfall" spielen weit draußen in den Tiefen des Alls auf dem Mond Callisto. Dank eines ansprechenden Sounddesigns wird die dort beheimatete Forschungsstation schnell lebendig und der Hörer von einer kühlen und lebensfeindlichen Atmosphäre empfangen, die an Bedrohlichkeit noch wächst, wenn die Anschläge auf das Leben der Bewohner an Intensität gewinnen. Dabei finden nie Geräusche ihren Einsatz, die übertrieben oder unpassend wirken, sondern jederzeit den Stempel "realistisch" verdient haben. Die Musik wird einmal mehr von elektronischen Klängen bestimmt, die dem großen Serienfinale mehr als würdig ist und dieses einzigartige Gefühl versprüht, dass man selbst zu den Sternen reisen möchte.


Als Gast dieser Folge taucht Daniel Claus auf, der in der eigenständigen Serie "Mark Brandis – Raumkadett" die Rolle des Mark Brandis spricht und hier einen der Kunstmenschen verkörpert. Eine nette Idee, die Fans sicherlich zu schätzen wissen. Dazu hat sich ein Großteil der alten Garde versammelt, die diese Serie groß werden ließen. Claudia Urschat-Mingues, Michael Lott, Erich Räuker, Martin Wehrmann und viele andere großartige Stimmen sorgen für ein würdiges Ende dieser außergewöhnlichen Serie. Farewell Mark Brandis, du wirst uns fehlen!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Folgenreich/Universal Music




 


 
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