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Mord in Serie 15

Nicht jedes leer stehende alte Gemäuer ist tatsächlich verlassen. Einige wenige bergen ein dunkles und tödliches Geheimnis.

(C) Contendo Media/Delta Music / Mord in Serie 15 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDas Internet ist schnelllebig. Seiten, Videos und Blogs, die eben noch total hip und angesagt sind, können schon kurz darauf als langweilig und uninteressant gelten. Damit der Videoblog von Lucas und Ben nicht dieses Schicksal teilt, suchen sie sich immer ausgefallenere Orte für ihr Hobby. Die beiden jungen Männer sind Urban Explorer, urbane Entdecker, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alte, vergessene und verlassene Gebäude zu durchstreifen und dies mit einer Kamera festzuhalten. Für die neueste Ausgabe ihres Blogs haben sie ein leer stehendes Schlosshotel in der Nähe von Dresden gewählt.


Seit 20 Jahren ist das Gebäude sich selbst überlassen. Der damalige Besitzer ermordete mehrere seiner Gäste auf bestialische Weise und nahm sich selbst das Leben als man ihn auf die Schliche kam. Eine Geschichte, die der ehemaligen Nobelherberge zusätzlich eine gehörige Portion an Attraktivität für einen unerlaubten Besuch verleiht. Anfangs läuft alles wie erwartet und es gelingt Ben und Lucas, eine Reihe interessanter Aufnahmen zu sammeln, doch beide haben das ständige Gefühl, beobachtet zu werden. Dann mehren sich Zeichen, dass das Hotel noch bewohnt ist. Haben Obdachlose hier Unterschlupf gefunden? Ein grausiger Fund stellt alle Überlegungen auf den Kopf, den beiden Männern wird klar, dass, wer auch immer sich in dem Schloss versteckt hält, gefährlich ist und auch vor Mord nicht zurückschreckt.


"Todesangst" verknüpft aktuelle TV-Trends mit einem klassischen Motiv des Horrorfilms. Zwei Videoblogger haben sich ein verlassenes Landhotel mit einer düsteren Geschichte als Ziel für ihre nächste Webepisode ausgesucht. Wobei es wenig überraschen dürfte, dass in diesem alten Gebäude nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Man verwendet als Background für die Story einen Archetyp des Horrorgenres, der sich von vielen bekannten Vorbildern in den unterschiedlichsten Medien nur dadurch unterscheidet, dass man sich als Standort des bedrohlichen Gebäudes für Deutschland und nicht dem Mutterland der Geister- und Spukhäuser, England, entschieden hat.


Doch keine Angst, wer nun vermutet, beim Konsum dieses Hörspiels nach wenigen Minuten das Opfer der gefürchteten Langeweile zu werden, kann sich entspannt die Schweißperlen von der Stirn wischen. Denn wenn man ein hinlänglich bekanntes Terrain beackert, kommt es darauf an, was man Neues beimengen kann und wie stark die Umsetzung ist. Erfreulich unverbraucht ist hier der Anlass, warum sich die Hauptfiguren dazu entschließen, dem Hotel einen Besuch abzustatten. Bereits von jenem Moment an, an dem Ben und Lucas ihr Ziel erreichen, beginnt sich eine Bedrohungskulisse aufzubauen, die zunächst nicht wirklich greifbar ist, aber mit voranschreitender Spieldauer immer deutlichere Züge annimmt und sich in einer eindeutigen Gefahr für Leib und Leben manifestiert. In der ersten Hälfte des Hörspiels entfällt viel Zeit darauf, dem Hörer die Kulisse der Geschichte und die vorherrschende Atmosphäre näherzubringen und ein Gefühl des Unwohlseins zu erzeugen, bevor man in der zweiten Hälfte die Katze aus dem Sack lässt und gehörig das Tempo zugunsten einiger wirklich gelungener Actionszenen anzieht.


"Todesangst" ist ein Thriller mit deutlich erkennbaren Berührungspunkten zum Slasher-Genre und dem Terror-Kino eines ROB ZOMBIE. Zusammengefasst präsentiert sich die 15. Episode der Reihe als eine spannende Angelegenheit, die sicherlich nicht das Rad neu erfindet, aber mit einigen originellen Ideen beim Hörer punkten kann. Dazu gesellt sich eine gewohnt härtere Gangart, die sich als eine deutliche Abgrenzung zum Krimi der ruhigeren Art verstanden wissen will und mittlerweile zu einem Alleinstellungsmerkmal geworden ist, denn keine andere aktuelle Krimi- oder Thriller-Reihe wagt sich zurzeit auf dieses Terrain. Musik und Soundeffekte sind wieder einmal hervorragend auf den Handlungsort abgestimmt und leisten so ihren Anteil daran, dass "Todesangst" zu einer unterhaltsamen und launigen Angelegenheit wird.


Abweichend von vielen anderen Produktionen bei "Mord in Serie" ist die Zahl der Sprecher dieses Mal deutlich überschaubar, wobei weite Teile der Geschichte nur von den beiden Hauptfiguren Lucas und Ben getragen werden. Björn Schalla und Tobias Schmidt leisten hier fantastische Arbeit, denn ihre Performance als dynamisches Bloggerduo ist herrlich unverkrampft und jederzeit glaubwürdig. Wieder einmal ist es Markus Topf gelungen, den Menschen aufs Maul zu schauen, um authentische Dialoge zu verfassen, die nie ins Lächerliche abdriften. "Todesangst" hat sich das Prädikat Thriller wirklich verdient und dürfte jeden Freund des Genres vollkommen überzeugen. "Mord in Serie" stabilisiert sich auf einem erstaunlich hohen produktionstechnischen Niveau und einer gelungenen Mischung altgedienter Synchronstimmen und junger Talente.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media/Delta Music




 


 
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