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Seaport Secrets 1

Der Winter bricht ohne Vorwarnung herein. Jack und Cliff suchen Schutz in einem seit langem verlassenen Anwesen. Schnell ist klar: Sie sind dort nicht allein.

Seaport Secrets 1In diesem Jahr hält der Winter früh Einzug an der amerikanischen Ostküste, Regen verwandelt sich binnen Sekunden in Schnee. Der Wetterumschwung überrascht auch Jack und Cliff, die beiden Jungen sehen sich gezwungen einen Unterschlupf zu suchen. In ihrer Not beschließen sie, den Schneesturm im nahegelegenen Pendergast Manor abzuwarten. Um das leerstehende Gemäuer rankt sich eine Reihe von düsteren Mythen und Geschichten, doch die Gefahr zu erfrieren besiegt die Angst.


Kaum dass die Teenager den Landsitz betreten haben, machen sie einige ungewöhnliche Entdeckungen. Woher kommt die aktuelle Tageszeitung? Wer hat erst vor kurzem ein Feuer im Kamin entfacht? Ist das einsame Haus doch wieder bewohnt? Plötzlich sind Geräusche zu vernehmen. Hinzu kommt, dass die massive Gargoyle-Figur vor dem Haus plötzlich verschwindet. Sind Einbrecher am Werk oder ist tatsächlich der Wasserspeier zu unheiligen Leben erwacht? Jack und Cliff wollen die Wahrheit ans Licht bringen.


Nachdem "Point Whitmark" ein wenig unrühmlich die Segel gestrichen hat, erweckte es lange Zeit den Eindruck, dass die drei Fragezeichen wieder zu den alleinigen Platzhirschen des Jugendkrimis aufgestiegen sind, denen man nur schwer ein Stück vom Kuchen streitig machen kann. Nun ist jedoch das umtriebige Independent-Label Pandoras Play auf den Plan getreten und versucht neben den übermächtigen Konkurrenten von der Westküste eine Alternative zu bieten.


"Seaport Secrets" entführt die Hörer an die Ostküste der Vereinigten Staaten, irgendwann in die 1960er Jahre, als die Welt in vielen Belangen noch in Ordnung schien. Gleich zum Auftakt wählt man eine Geschichte, die alle Aspekte berücksichtigt, welche eine gute Mischung für einen gelungenen Mystery-Krimi ausmachen. Ein abgelegenes Haus, in dem merkwürdige Dinge vor sich gehen und um das sich einige Legenden zu ranken scheinen. Viele der Menschen in der Kleinstadt Seaport wagen es nur hinter vorgehaltener Hand über das Anwesen zu sprechen und nun tritt ein junges Duo an, um das Geheimnis des alten Gemäuers zu lüften.


Das alles wird in einem ruhigen, aber immer spannenden Tempo erzählt und Atmosphäre dabei groß geschrieben. Zwei Jungen müssen in einem einsamen Haus Zuflucht vor den Elementen suchen und sehen sich mit vermeintlich übernatürlichen Phänomenen konfrontiert, knarzende Treppen und schlagende Türen inklusive. Dazu gesellt sich die besondere Stimmung einer Kleinstadt an der Küste, in der es einige skurrile, aber durchaus liebenswerte Charaktere zu bestaunen gibt, die sicherlich im weiteren Verlauf der Serie wieder in Erscheinung treten. Die Handlung ist flüssig, wartet mit einigen Wendungen auf und es gelingt, das Publikum bis zum Ende zum Mitfiebern einzuladen.


Die verwendeten Soundeffekte unterstreichen die Stimmung vieler Szenen der Geschichte, egal ob man sich nun in einem verlassenen Landhaus bewegt, in dem Böden und Decken ein Eigenleben zu führen scheinen, aber auch dann, wenn der Plot den Hörer ins Postamt oder in die Werft an der Küste entführt. Bei der Titelmelodie gelingt es von der ersten Minute an einen hohen Wiedererkennungswert zu kreieren und die Hörerschaft auf einen klassischen Retrokrimi im besten Sinne des Wortes einzustimmen. Keine lieblose Melodie ohne Charakter, sondern ein Theme mit viel Charme steht am Anfang eines überzeugenden Serienauftakts.


Robert Braun und Philip Wolf können als jugendliches Ermittlergespann überzeugen. Die Stimmen passen gut zu ihren Figuren und man hört den Sprechern an, dass sie mit Freude dabei sind. Ebenso überzeugen können Werner Wilkening als Erzähler oder Verena Schmidt als Mrs. Pringle. Leider gibt es hier auch zwei kleine Wermutstropfen zu beobachten. Bedauerlicherweise sind nicht alle Rollen mit Profis besetzt, sodass man gerade bei einigen der Nebenrollen Sprecher hört, die nicht über gehobenes Laienniveau hinauskommen. Hinzu kommen einige kleine Längen, die man sicher durch eine Straffung hätte vermeiden können. Wer über die diese kleinen Unzulänglichkeiten hinwegsehen kann, wird mit einer frischen und äußerst unterhaltsamen Krimiserie belohnt.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Pandoras Play


 
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