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Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 202

Dieser Band bietet einen tollen Querschnitt an Storys von Chris Claremont und ganz nebenbei bedeutsame Origins.

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 202Auch nach über 200 Einträgen in seine erste Marvel-Sammelreihe ist Hachette immer noch für Überraschungen gut: Die vorliegende Ausgabe stellt den Auftakt einer Art "Reihe in der Reihe" dar, die sich unter dem Banner "Marvel Masters" dem Œuvre mehrerer legendärer Comic-Schaffender widmet. Mit Chris Claremont wird gleich zu Beginn jener Mann geehrt, der wie kein anderer das Schicksal der mittlerweile unüberschaubar großen Mutantenfamilie des "House of Ideas" prägte und allein den Flaggschifftitel "Uncanny X-Men" 16 Jahre (1975-1991) lenkte. Dem von ihm zusammen mit Co-Plotter und Zeichner John Byrne sowie vielen anderen, nicht minder talentierten Künstlern gelegten Fundament ist der Aufstieg eines Nischentitels hin zu einem mittlerweile milliardenschweren Franchise zu verdanken.


Wenig überraschend zeigen in diesem Band daher auch die "Kinder des Atoms" deutlich Präsenz: So kommt "Uncanny X-Men" 161 mit Coverdatum September 1982 zum Abdruck, das eine Episode aus der gemeinsamen Vergangenheit von Charles Xavier und Erik Lehnsherr schildert und nicht nur erstmals Hinweise zur tragischen Kindheit des späteren Meisters des Magnetismus als Überlebender von Auschwitz gab, sondern auch Gabrielle Haller einführte (der gemeinsame Sohn David sollte später den Auslöser für das gewaltige X-Epos "Age of Apocalypse" liefern). Im Anschluss folgt das im selben Jahr erschienene Meisterwerk "God Loves, Man Kills", das sich zuvor schon in Band 8 [https://www.slam-zine.de/php/die_marvelsuperheldensammlung_8,22318,45535.html] der "Marvel-Superhelden-Sammlung" fand und absolut nichts von seiner beklemmenden Aktualität verloren hat.


Die beiden ältesten Storys in Form von "Daredevil" 102 (Coverdatum August 1973) mit einem Kampf gegen Stilt-Man und "Iron Fist" 14 (August 1977) bieten solide, wenngleich nicht weiter auffällige Kost – letztere erhält jedoch zumindest historische Bedeutung durch das Debüt von Sabretooth (teils noch als Sabre-Tooth). Dann folgt "Ms. Marvel" 19 (August 1978), in dem es die Heldin mit Ronan dem Ankläger und Mar-Vell zu tun bekommt (die ersten drei Ausgaben dieser Serie gibt es übrigens in Band 18 der "roten" Marvel-Reihe nachzulesen), anschließend steht Carol Danvers im Mittelpunkt der Geschehnisse von "Avengers Annual" 10 (1981), in dem sie zunächst Spider-Woman vor dem sicheren Tod rettet. Das wahre Highlight stellt allerdings die Kopfwäsche dar, die Carol den Rächern zum Finale verpasst – ganz großes Emotionskino, quasi im Vorbeigehen feiert Rogue (noch als Schurkin) ihre Premiere.


Der Dritte im Bunde der hier vertretenen X-Titel schließt diesen uneingeschränkt empfehlenswerten Band der chronologischen Reihung folgend gelungen ab: "X-Men Black: Magneto", einer von mehreren im Herbst 2018 erschienenen Oneshots, erzählt die Begegnung zwischen Erik Lehnsherr und der jungen Kate, deren Gerechtigkeitssinn selbst ihrem oft desillusionierten Streiter für den Homo superior Hoffnung gibt und beweist, dass Chris Claremont nichts von seiner Klasse eingebüßt hat. Umso betrüblicher stimmt es daher, dass das "House of Ideas" seit einigen Jahren nur mehr sporadisch auf seine Dienste zurückgreift, was neues Material betrifft!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.zeit-fuer-superhelden.de.


 
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