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The Border 1

Ein außer Kontrolle geratenes Forschungsprojekt könnte den Untergang der menschlichen Zivilisation bedeuten. Lediglich zwei Menschen können Schlimmeres verhindern, doch sie haben zwei mächtige Gegner: Die Zeit und die Evolution.

(C) Imaga/WortArt / The Border 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn immer kürzeren Abständen gelingt es der Menschheit, auf vielen Forschungsgebieten bedeutende Fortschritte zu machen. Die großen Probleme dieses Planeten bleiben dabei leider fast immer unberücksichtigt, denn ihre Lösung ist für viele Unternehmen nur wenig profitabel. Doch einige Fragen können nicht länger vertagt werden, denn ansonsten muss damit gerechnet werden, dass die Zivilisation wie wir sie kennen, vor dem Aus steht.


Die größte Bedrohung ist sicherlich die wachsende Bevölkerung und die Schwierigkeit, diese zu ernähren. Fragen, die für die beiden Wissenschaftler Malcolm Slade und Robert Quiller keine Rolle spielen, denn ihnen ist weder bekannt, was ihre neue Aufgabe sein wird noch wohin sie diese führt. Umso überraschter sind sie, als man sie ins australische Outback bringt und ihnen sogar die Augen verbindet, um die Lage ihres neuen Arbeitsplatzes geheimzuhalten.


Am Zielort angekommen sehen sich die beiden Wissenschaftler mit einer ungewöhnlichen Aufgabe konfrontiert. Ihnen fällt die Aufgabe zu, ein neues Produkt, das in einem isolierten unterirdischen Komplex entworfen wurde, auf seine Markttauglichkeit zu prüfen. Slade und Quiller sind entsetzt, dass es sich dabei um einen genetisch gezüchteten Fleischklumpen handelt, mit dem eine große Gruppe Probanden ernährt wird und womit man das Problem der zunehmenden Nahrungsmittelknappheit lösen will. Das künstlich erzeugte Fleisch wächst unaufhörlich nach und scheint über keine sonstigen Merkmale oder Eigenschaften zu verfügen, außer, dass es äußerst wohlschmeckend zu sein scheint.


Erste Tests scheinen diese These zu belegen, doch Slade bleibt skeptisch und ordnet einen weiteren Test an, um absolute Sicherheit zu erlangen. Dazu ist es erforderlich, den Fleischkonsum in der Anlage für einen längeren Zeitraum zu unterbrechen. Eine Entscheidung mit folgenschweren Konsequenzen. Der Verzicht verwandelt diejenigen, die das Fleisch verzerrt haben, in Süchtige, denen man ihre Droge entzogen hat, in diesem Fall Fleisch.


Nach "End of Time" und der "Star Wars"-Reihe stellt Oliver Döring mit "The Border" die dritte Serie des noch relativ jungen Labels Imaga vor. Eine Horrorserie, die sich aus abgeschlossenen Einzelfolgen zusammensetzt und dem Hörer jederzeit einen Einstieg ermöglicht. Den Auftakt macht "Der Weg in die Hölle". Eine Story, die weit entfernt ist von klassischen Gruselthemen. Man orientiert sich eher an Motiven des Horrorfilms der 1980er und 1990er Jahre des letzten Jahrhunderts.


Ein ambitioniertes Forschungsprojekt entwickelt sich vollkommen unerwartet und entwirft schnell ein Horrorszenario, dass die gesamte Menschheit bedroht. Charakteristisch ist hierfür die isolierte Umgebung, in der sich das Grauen manifestiert und der überschaubare Personenkreis, der sich mit der Gefahr konfrontiert sieht und im Verlauf der Handlung eine zunehmende Ausdünnung erfährt. Dominierten in der Vergangenheit insbesondere nukleare Bedrohungen wie durch Strahlung hervorgerufene Mutationen und Feinde aus dem All solcherlei Szenarien, so sind es heute die möglichen Gefahren der Genetik, die hier ihren Horror entfalten.


Döring wählt dabei einen bisher unberührten Aspekt, nämlich wie es gelingen könnte, eine immer weiter wachsende Anzahl an Menschen bei gleichbleibenden Platzverhältnissen zu ernähren. Es steht außer Frage, dass eine solche Lösung im Bereich der Genetik zu vermuten ist. Der Autor bleibt dabei der bekannten Ausgangslage treu, dass eine mögliche Verbesserung der Lebensumstände ins Gegenteil kippt und womöglich sogar die Auslöschung der menschlichen Existenz bedeuten kann. Im Fall von "Der Weg in die Hölle" wird diese bereits bekannte Ausgangssituation mit Motiven aus dem Zombie- und Kannibalen-Horror kombiniert und mit den Zutaten eines Suchtdramas vermengt. Eine Story, die in ihren Einzelteilen nicht neu ist, aber ihre Faszination aus der Neuanordnung ihrer Elemente zieht.


Letztendlich ist die erste Folge eine gelungene Kritik am menschlichen Forschungsdrang ohne moralische Grenzen und eine subtile Warnung vor den Süchten unseres Alltages. Dabei bleibt "Der Weg in die Hölle" aber jederzeit gelungene Horrorunterhaltung, die weiß, wie sie ihr Publikum unterhalten muss. Musik und Geräusche sind, wie bei einem alten Hasen wie Döring zu erwarten, auf höchstem Niveau angesiedelt und lassen eigentlich nur noch wenig Spielraum für eine weitere Verbesserung nach oben.


Die Anzahl der Hauptrollen ist überschaubar. Im Wesentlichen konzentriert man sich auf vier Personen, die zwei neu eingetroffenen Wissenschaftler und die beiden Leiter der Einrichtung. Dazu kommen viele Nebenrollen, die alle äußerst prominent besetzt sind. Alle Hauptrollen übernehmen absolute Profis, die bereits unzähligen Figuren in Film und Fernsehen ihre Stimme liehen. Im Einzelnen sind dies Bernd Vollbrecht, Kathrin Fröhlich, Jürgen Kluckert, Hans Bayer und Joachim Kerzel.


Jemanden hier herauszuheben, wäre unangemessen, denn alle wissen, wie sie ihre Charaktere mit Leben  zu füllen haben. Der Start ist geglückt, der erste Teil von "The Border" hält, was dem Hörer im Vorfeld prognostiziert wurde, eine gute, abgeschlossene Horrorstory, die sich von den anderen Anbietern am Markt zu unterscheiden weiß.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Imaga/WortArt




 


 
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