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Sherlock Holmes 8

Wer könnte ein Interesse daran haben, die erfolgreichen Theateraufführungen Henry Irvings zu sabotieren?

(C) Titania Medien/Lübbe Audio / Sherlock Holmes 8 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenLondon steht Kopf! Seit einigen Wochen spricht die Stadt von nichts Anderen als der beeindruckenden und überragenden Faust-Inszenierung von Henry Irving im Lyceum Theatre. Allabendlich erfreuen sich die mit vielen Effekten angereicherten Aufführungen großer Beliebtheit beim Publikum. Doch dann kommt es plötzlich zu einer Reihe von seltsamen Unfällen und bösartigen Überraschungen während der Vorstellungen. Eine der Schauspielerinnen wird durch einen außer Kontrolle geratenen Brand schwer verletzt und entstellt. Aus Angst davor, selbst Opfer eines weiteren Unglücks zu werden, wendet sich die Schauspielerin Mary Ann Stirling an den berühmten Detektiv Sherlock Holmes.


Holmes zeigt sofort großes Interesse an dem Fall und verspricht unverzüglich die Ermittlungen aufzunehmen, schließlich zählt das Theater zu den großen Leidenschaften der ansonsten eher reservierten Spürnase. Schnell wird klar, dass sich das Ensemble des Theaters vor möglichen Verdächtigen kaum retten kann, denn fast jeder scheint ein Motiv zu haben, die Aufführungen des erfolgreichen Stücks zu sabotieren.


Zum bereits achten Mal geht Sherlock Holmes im Dienste von Titania Medien auf Verbrecherjagd. Diesmal wurde ein noch relativ unverbrauchtes und spannendes Milieu gewählt, das Theater, mit all seinen Leidenschaften, Ränken und Intrigen. Ein geradezu idealer Ort, um eine Geschichte des berühmten Detektivs zu platzieren, insbesondere deshalb, weil hier auch historische Persönlichkeiten wie Bram Stoker und Henry Irving zu hören sind. Bereits der Waschzettel verspricht gute Unterhaltung und erfüllt Fans von Sherlock Holmes-Storys mit Vorfreude. Leider kann die vorliegende Folge diese Versprechen nicht in vollem Umfang einlösen. Erneut kommt der Hörer zunächst in den Genuss eines Wortgeplänkels zwischen Dr. Watson und der neuen Haushälterin Margery Mapleton, das keinerlei Relevanz für den eigentlichen Fall hat und schlicht und ergreift langweilig ist.


Erst nach einem guten Drittel der üppigen Laufzeit von fast 80 Minuten widmen sich Sherlock Holmes und sein treuer Freund Dr. Watson dem eigentlichen Fall. Eine deutliche Straffung hätte dem Hörspiel an dieser Stelle gut getan. Immer wieder werden Passagen der Faust-Aufführung von Henry Irving in das Hörspielgeschehen eingebunden und können in ihrer Inszenierung und durch die zum Einsatz gelangenden Geräusche punkten, aber auch hier muss man festhalten, dass diese Szenen deutlich zu lang ausgefallen sind und den eigentlichen Kriminalfall in die Länge ziehen. In der Umsetzung sind diese Theaterepisoden jedenfalls mit das Beste, was es bisher im deutschen Hörspielbereich zu hören gab.


Die räumliche Ausgestaltung und sämtliche Geräuschkulissen sind wieder einmal das, was man als Titania-Standard bezeichnen muss, nämlich erstklassig. Hier kann man eigentlich nicht mehr viel besser machen. In diesem Bereich müssen die Produzenten als die Messlatte gesehen werden, an der sich Mitbewerber zu orientieren haben. In der aktuellen Folge ist die Besetzungsliste deutlich länger ausgefallen, als dies bei den vorherigen der Fall gewesen ist. Die dort aufgeführten Namen bringen die Augen eines jeden Hörspielfans zum Leuchten, denn hier geben sich viele bekannte Sprecher die Klinke in die Hand. So sind in "Walpurgisnacht" neben Detlef Bierstedt und Joachim Tennstedt Hörspiellegenden wie Dagmar von Kurmin und Friedrich Georg Beckhaus zu hören. Daneben agieren bekannte Sprecher wie Regina Lemnitz, David Nathan, Wolfgang Pampel und Kristine Walther.


Sie alle sind wieder einmal mit großem Engagement bei der Sache und machen in dieser Hinsicht "Walpurgisnacht" zu einem wahren Ohrenschmaus. Lediglich der erneut nervige Auftritt von Philine Peters-Arnolds als Margery Mapleton trüben das Hörvergnügen etwas ein. Im Gesamtkontext fällt dies jedoch kaum ins Gewicht. Bereits bevor man diese Folge in den CD-Player gelegt hat, wird einem bereits durch das ansprechende Cover Vorfreude gemacht. So ziert diese Folge ein Theaterplakat einer Henry Irving-Produktion, in das ein Dolch mit einer Nachricht versenkt wurde. Das Bild ist eine Arbeit des leider verstorbenen Künstlers Firuz Askin, der mit diesem Bild wieder einmal sein Können unter Beweis gestellt hat.


Die achte Folge der Sherlock Holmes-Serie von Titania Medien ist produktionstechnisch ein absolutes Highend-Hörspiel geworden. Wie gewohnt wurden wieder einmal nur erstklassige Sprecher verpflichtet, um die Geschichte zu inszenieren. Inhaltlich fällt diese Folge allerdings deutlich ab, an so mancher Stelle haben sich Längen eingeschlichen und die Episoden aus dem Haushalt der Baker Street sind überflüssig. Der eigentliche Fall ist solide, aber leider auch nicht mehr, denn wirkliche Ermittlungsarbeit spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. "Walpurgisnacht" reiht sich im Mittelfeld der Serie ein, kommt aber an der bisher besten Folge "Die Affenfrau" nicht vorbei. 



# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien/Lübbe Audio





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