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Tom Shark 2

Die Unterwelt muss sich in Acht nehmen, denn Tom Shark hat dem Verbrechen erneut den Kampf an gesagt. Mit Köpfchen und Kanone bringt er die Gangster zur Strecke und sorgt für Sicherheit auf den Straßen Berlins.

(C) Marctropolis/Alive / Tom Shark 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenKaum eine Woche ist vergangen seitdem der amerikanische Privatdetektiv Tom Shark seinen ersten Fall auf europäischen Boden löste und das Hotelgespenst seiner gerechten Strafe zuführte. Doch für eine Verschnaufpause bleibt Shark und seinem treuen Freund Doktor Pitt Strong keine Zeit. Die Geheimratswitwe Giese bittet das erfolgreiche Detektivduo um Hilfe. Sie vermisst ihren Sohn, der sich für die Vorgänge in einer vermeintlich leerstehenden Villa  interessierte und seitdem wie vom Erdboden verschwunden ist. Dazu scheint sich ein alter Bekannter von Tom nach Berlin verirrt zu haben. Eigentlich ist dies unmöglich, denn Buster Malcolm wartet in den USA in der Todeszelle auf seine Hinrichtung. Doch stattdessen beraubt er nun mit einer Gruppe von Safeknackern die Reichen Berlins. Ein Umstand, der für Shark und Strong nicht hinnehmbar ist, und ehe sich die beiden versehen, befinden sie sich bereits inmitten eines neuen haarsträubenden Abenteuers.


Darauf erst einmal eine Ägyptische! Tom Shark geht in die zweite Runde und macht munter dort weiter wo "Das Hotelgespenst" geendet hat. Marctropolis weicht keinen Millimeter vom Konzept der ersten Folge ab und präsentiert dem Hörer erneut ein ausgesprochen charmantes Kriminalhörspiel. "Tom Shark" unterscheidet sich von vielen Produktionen dieses Genres, denn man geht in vielerlei Hinsicht eigene Wege. Nicht England oder Amerika dienen als Leinwand für die abstrusen Abenteuer des Privatschnüfflers, sondern das Berlin der 1920er Jahre. Eine Zeit, die ein ganz besonderes Flair versprüht, das auch dieses Hörspiel zu transportieren vermag. Man schafft es, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen, ohne dabei die Schattenseiten dieser Zeit auszusparen. So wird auch der latente Rassismus gegen Menschen anderer Hautfarbe thematisiert.


Immer wieder fließen die weitverbreiteten Vorbehalte gegen Fremde geschickt in die Dialoge mit ein. Trotz dieser ernsthaften Thematik kommt auch in dieser Episode der augenzwinkernde Humor, der diese Serie auszeichnet, nicht zu kurz. Immer wieder gibt es witzige Einlagen des Ermittlergespanns, die zum Grinsen animieren. Eben dieser Humor macht den Unterschied aus, der "Tom Shark" von anderen Vertretern des Genres abhebt, hier ist nicht alles bierernst, sondern es darf zwischendurch auch mal eine Ermittlung gründlich in die Hose gehen. Dabei werden die Protagonisten allerdings nie der Lächerlichkeit preisgegeben.


Außer Zweifel stehen natürlich die Figuren, die für Tom Shark und Pitt Strong Pate standen, Sherlock Holmes und Dr. Watson blicken halt einfach immer wieder einmal hier und dort um die Ecke, wenn das amerikanische Kriminalisten-Team seine Arbeit aufnimmt. Man verkommt aber nie zum Plagiat, sondern greift den Teamgeist des von Arthur Conan Doyle erdachten Detektivduos auf und transformiert es in die turbulenten 1920er Jahre Berlins. Musikalisch bleibt man der Linie aus Teil eins treu und kreiert Musikpassagen, die in jeder Minute dieses vergangene Zeitalter ohne Mühe wieder zum Leben erwecken.


Die Sprecher sind wie bereits in der ersten Folge das Salz in der Suppe, das dieses Hörspiel zu etwas Besonderem macht. Gordon Piedesack und Santiago Ziesmer sind einfach die Idealbesetzung für dieses quirlige Gespann, das durch Ingo Albrecht in der Rolle des treuen Dieners Bill ergänzt wird. Eben jener ist der heimliche Star der Serie, denn seine humorvolle und intensive Spielweise als Diener, der stets das große Ganze im Auge behält, verzahnt sich perfekt mit den unorganisierten und manchmal chaotischen Figuren von Shark und Strong. In weiteren Rollen sind ebenfalls keine Unbekannten zu hören. So wird der Cast der Sprecher durch Namen wie Martin Sabel, Patrick Bach und Karen Schulz-Vobach ergänzt.


Unbedingt erwähnt werden muss an dieser Stelle das Cover, das nicht bloß lieblos für die Serie ausgewählt, sondern scheinbar extra dafür erschaffen wurde. Es nimmt direkten Bezug zu den Ereignissen und ist ein absoluter Hingucker! So muss ein Produkt gestaltet sein, wenn man sich neue Hörerschichten abseits der Fanbasis erschließen möchte. "Das Geheimnis der Jagowstraße" schließt nahtlos an "Das Hotelgespenst" an und bietet erstklassige Krimi-Unterhaltung mit einem gehörigen Schuss Humor, was der Serie ein Alleinstellungsmerkmal garantiert!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Marctropolis/Alive




 
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