Wohl kein anderes Ereignis neben dem 11. September dürfte auf die Menschen weltweit einen solchen Einfluss gehabt haben wie die 2007 einsetzende Finanzkrise. Ausgelöst durch die geplatzte Immobilienblase in den Vereinigten Staaten wurden die global vernetzten Finanzmärkte massiv erschüttert. Eine Krise, die bis heute anhält und in deren Verlauf nicht nur viele Privathaushalte strauchelten, sondern auch Banken und sogar ganze Staaten ruiniert wurden, wie das aktuelle Beispiel Griechenland zeigt.Die Bemühungen, die Probleme in den Griff zu bekommen, greifen nur bedingt. Was wäre, wenn diese in ihrer Dimension bisher unbekannte Finanzkrise einem bestimmten Zweck dient, nämlich einen ganz anderen Vorgang zu kaschieren? Es geht um nicht weniger als den womöglich größten Diebstahl in der Geschichte der Menschheit. Es beginnt ein undurchsichtiges Katz-und-Maus-Spiel, indem die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen und unklar ist, wer welche Ziele verfolgt.
Die letzte Folge "Rheingold" endete für den Hörer mit einem wahren Paukenschlag, einem wirklich fiesen, der einen der nächsten Folge entgegenfiebern ließ. Wenn man dann jedoch "Lizenz zum Gelddrucken" hört, macht sich schnell Enttäuschung breit. Der angesprochene Cliffhanger des Vorgängers findet mit keinem Wort Erwähnung, überhaupt werden die zurückliegenden Ereignisse nur im aktuellen Intro aufgegriffen, bevor man sich gänzlich anderen Dingen zuwendet.
Die bisherige Rahmenhandlung scheint ebenfalls ohne Vorwarnung einen neuen Verlauf zu nehmen, der so nicht zu erwarten war. Dabei ändert sich auch das Auftreten und Vorgehen der involvierten Personen, was auch die Figur von Georg Brand miteinschließt. Genaugenommen verändert sich das Figurenspiel, einschließlich der Hauptcharaktere, in einigen Fällen um bis zu 180 Grad, diese legen nun ein komplett anderes Verhalten an den Tag.
Von diesen doch verwirrenden Umständen abgesehen, erwartet den Hörer eine weitere solide Folge der Serie. Wie gewohnt bekommt man eine weitere Verschwörungstheorie präsentiert, die in einem Wechsel aus informativen Passagen und Dialogen und dazu mit actionreichen Sequenzen aufbereitet wird. Seit der Rückkehr von Jan Gaspard als Autor der Serie tauchen auch immer wieder in die Handlung eingestreute Zitate aus Zeitungen und Onlinemedien auf, um die Authentizität des Inhalts zu erhöhen. Noch größer fällt dieser Effekt natürlich aus, wenn man diese Zitatstellen von einem bekannten Nachrichtenmoderator wie Jens Riewa vortragen lässt.
Erneut endet auch diese Folge mit einem extremen Cliffhanger. Es wäre wünschenswert, wenn dieser in der kommenden Folge nicht wieder komplett ignoriert würde. Wie bereits in den vorangegangenen Folgen, so ist auch diesmal wieder das bekannte Stammensemble zu hören, das in den Nebenrollen durch einige bekannte Stimmen ergänzt wird. So bereichern Katja Brügger, Peter Weis und Stefan Friedrich "Lizenz zum Gelddrucken" mit ihren Stimmen. Hier wird nur eines geboten: Qualität.
In den Hauptrollen sind Alexander Turrek, Peter Flechtner, Helmut Krauss und Arianne Borbach sowie einige andere zu hören. Wie nicht anders zu erwarten, sind auch sie alle mit großem Engagement bei der Sache und rufen, wie von "Offenbarung 23" gewohnt, hohe Sprecherleistungen ab. Nur Alexander Turrek kann in diesem Fall die Rolle von Georg Brand nicht ausfüllen. Den doch schon sehr umfangreich ausfallenden Sinneswandel der Figur und deren Verhalten glaubhaft zu transportieren´, gelingt leider nicht immer und führt dazu, dass sich Turrek an der einen oder anderen Stelle zum Overacting verleiten lässt. Musik und verwendete Geräusche können bei "Lizenz zum Gelddrucken" überzeugen und runden das Gesamtpaket ab.
Die 46. Folge präsentiert wieder eine spannende Verschwörungstheorie, die mit vielen Fakten und Belegen unterfüttert wird. Dazu gibt es wieder eine Besetzung, die gut aufgelegt dem Hörer eine abwechslungsreiche und spannende Geschichte näher bringt. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich diese Folge im Gesamtkontext der Serie einordnen wird, denn der Hörer wird mit einigen dicken Fragezeichen in den Augen zurückgelassen.
# # # Justus Baier # # #
Publisher: Highscore Music





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