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Movie-Review: Clerks - Die Ladenhüter (Buena Vista Home Entertainment)

Wir sind nicht Papst, wir sind Clerks. Darum kniet in Ehrfurcht nieder vor dem Erstlingswerk von Kevin Smith. Snoogins!

clerks - die_ladenhüter (c) Buena Vista Home Entertainment / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEndlich. Nachdem das Sequel bereits mehr als ein Jahr auf Silberscheibe erhältlich ist, kommt nun auch der erste Teil von "Clerks" in den Handel. Und das Warten auf die digitale Version des Regiedebüts eines der beliebtesten Independent-Regisseure unserer Tage hat sich gelohnt. Seit dem Kinostart (nur in den USA, in unseren Breiten war das Ding damals einfach zu exotisch) sind nunmehr fast eineinhalb Jahrzehnte ins Land gezogen: 1994 versetzte Fanboy Smith seine geliebte Comic-Sammlung, um den ersten eigenen Film zu realisieren. Das Budget betrug wenig mehr als 27.000 US-Dollar, wurde in Schwarz-Weiß abgedreht und trat einen Siegeszug sondergleichen, nicht nur bei der Kritik, sondern auch beim Kinopublikum, an. Warum?

Nun, "Clerks" war der richtige Film zur richtigen Zeit. Genretypisch lässt sich Smiths Werk in den "Slacker"-Zweig einordnen, auch weil sich der Regisseur bei der Frage nach Vorbildern auf Richard Linklaters gleichnamiges Kultmovie der Generation X bezieht. Die beiden Twenty-Somethings Dante und Randall arbeiten im „Quick Stop“, einem Convenience Store in New Jersey, Dreh- und Angelpunkt ihres Lebens. Hier kommt es immer wieder zu absurden Situationen, wie Eishockeypartien auf dem Hausdach und irrwitzigen Dialogen über die Anzahl der jeweiligen Sexpartner, Blowjobs oder die mangelnden handwerklichen Fähigkeiten der imperialen Storm Trooper aus "Star Wars".

Neben Randall, der hauptsächlich dafür zuständig ist, alles und jeden in scheinbar sinnlose Konversationen zu verwickeln, ist es Dante, dessen beschaulich-anspruchsloses Leben binnen kurzer Zeit in ein Chaos verwandelt wird. Nachdem ihm seine Freundin enthüllt hat, vor ihm bereits der erstaunlichen Anzahl von 36 Männern orale Genugtuung verschafft zu haben, kommt es zum großen Krach. Überdies taucht eine frühere Flamme auf, die sich anschickt, in Kürze zu heiraten. Dante steht davor, plötzlich eine Entscheidung treffen zu müssen, die sein Leben auf den Kopf stellen könnte. Ein Problem, das jedem von uns vertraut sein dürfte. Kein leichtes Ding für einen Rumhänger und typischen Vertreter der tendenziös verwirrten Generation X. Professionelle Rumhänger sind übrigens auch Jay und Silent Bob - zwei ziemlich fertige Typen, die vor dem Laden abhängen, Gras verticken und hier ihren ersten Auftritt haben.

Den Charme von Smiths Debüt machen die abgedrehten Dialoge aus, vor allem Randall und die diversen skurrilen Kunden des "Quick Stops" sorgen für Lacher. Die liebevolle Handlung macht die technischen Unzulänglichkeiten (vor allem bei Ton und Kameraführung) mehr als wett, die episodenhafte Unterteilung kommt der Low-Budget-Produktion entgegen. Nicht umsonst ein Kultklassiker! Zuletzt noch ein Hinweis: Da "Clerks" ohne deutsche Synchronisation (nur mit Untertiteln) vorliegt, das Sequel unbedingt auch in Originalfassung ansehen! Prädikat: "Snoogins!", wie der gute Jay sagen würde.

 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #

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