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Movie-Review: The Libertine (Koch Media)

Johnny Depp als machohafter und obszöner britischer Graf, der im Zwiespalt zwischen Liebe und innerer Leere steht.

England, 17. Jahrhundert. Der Graf von Rochester, John Wilmot (gespielt von Johnny Depp) führt ein Leben dass sich mancher von uns gerne wünschen mag: Er lebet dekadent, schläft sich durch halb London und weißt jede Art von Verantwortung von sich. Eins Tages wird es dem König Charles II. zu bunt und er verbannt den Grafen aufs Land. Als dieser Monate später wiederkommt hat sich nicht viel geändert, und der gelangweilte John geht mit seinen Freunden ins Theater, wo er gleich eine Wette eingeht: er will die erfolglose Darstellerin des aktuellen Stücks, Elizabeth Berry, zur begehrtesten Schauspielerin von England machen. Es kommt wie es kommen muss, und John verliebt sich in Elizabeth und das passt ihm nicht so recht in seinen Lebensstil. Noch dazu kommt, dass der König, für den John als Dichter und Autor tätig ist, ein neues Bühnenwerk von ihm verlangt, um damit dem französischen Botschafter zu imponieren. John macht sich zwar ans Werk, doch heraus kommt ein Stück, in dem der König zur pornographischen Witzfigur gemacht wird.

Dieser will sich natürlich an dem Grafen rächen und John taucht unter. Erst sechs Monate später kann Charles II. John auf seinem Landsitz aufspüren – der Gesuchte sieht allerdings alles andere als gut aus, er liegt mehr oder weniger im Sterben und hat nicht mehr viel im Leben, was ihm genommen werden kann. Der König beschließt, dass dies Strafe genug ist, und lässt John in seinem Elend.

Als der Graf später noch einmal nach London kommt, will er nach seiner Elizabeth sehen, die ihn uns seine Liebe allerdings zurückweißt. Ein Diener bringt John zurück auf seinen Landsitz, wo er schließlich seinen Lebensabend verbringt.

Johny Depp macht in „Libertine“ eine ausgezeichnete Figur, die Rolle des dekadenten Grafen scheint ihn auf den Leib geschrieben zu sein. Sehr schön kommen im Film Johns innerste Probleme zur Geltung: Die Sinnlosigkeit und Leere in seinem Leben, die Liebe zu einer erfolglosen Schauspielerin, die er sich nicht eingestehen will, und der Druck vom König, ein beeindruckendes Stück zu schreiben, was John völlig misslingt.

Aber auch ansonsten hat Regisseur Laurence Dunmore keine schlechte Leistung vollbracht, die vorkommenden Werke des John Wilmot hat es historisch wirklich gegeben, die Kostüme, Masken und Umgebungen wirken sehr passend.

Letztendlich ist der Film aber sehr vulgär ausgeprägt, die Altersbeschränkung (ab 18 Jahren) in England ist nicht umsonst vergeben worden. Allein schon den Prolog, in dem Johnny Depp dem Publikum erzählt, was für ein Mistkerl er ist, und was er mit den Frauen im Film alles anstellen wird, sollte man sich nicht mit seinen Eltern gemeinsam ansehen.

Wer nichts gegen obszöne Dialoge hat und eine kleine Depp-Tragödie genießen möchte, der wird hier vollauf zufrieden gestellt!



###Georg Haßlinger###

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