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Movie-Review: Doctor Sleep - Blutmord: Das letzte Kind (Euro Video)

Als der Schlaftherapeut Dr. Strother von der Englischen Polizei in einer grausamen und mysteriös Mordserie an kleinen Mädchen um Hilfe gebeten wird, begibt er sich immer tiefer in einen Strudel von Okkultismus, Gewalt und blanker Angst...

Doctor Sleep - Blutmord: Das letzte Kind (c) EuroVideoDer amerikanische Schlaftherapeut Dr. Michael Strother ( Goran Visnjic )arbeitet in England als Therapeut der Rauchern die tödliche Sucht mit großem Erfolg abgewöhnt. Als eines Tages die Polizistin Losey ( Shirley Henderson ) in seine Praxis kommt bemerkt diese das Dr. Strother in ihre Seele und in ihre Gedanken blicken kann. Losey bittet Dr. Strother daraufhin um Hilfe in einer mysteriösen Mordserie in der es bisher nur eine Überlebende gab. Die kleine Heather ( Sophie Stuckey ) konnte dem perversen Tattoo - Mörder entkommen und spricht seitdem kein Wort mehr. Dr. Strothers findet auf Anhieb Zugang zu der Seele des verstörten Kindes und bemerkt schnell dass er sich auf ein sehr gefährliches Terrain begibt dass von Okkulten Ritualen, Blutmorden und perversen Folterungen dominiert wird. Aber erst als seine eigene Familie in Gefahr schwebt wird ihm klar mit welchem übermächtigen Gegner er es zu tun hat. Er muss alle Ängste hinter sich lassen und alle Grenzen überschreiten um sich, seine Familie und Heather vor dem grausamen Gegenspieler zu retten…

Regisseur Nick Willing liefert mit Doctor Sleep einen von Beginn an fesselnden Psychothriller ab der vor allem durch die unheimliche Atmosphäre überzeugt die er in den Alltag von London zaubert. Flashbackartige Sequenzen durchsetzt mit okkulten Symbolen und schnellen Schnitten auf verängstigte und gemarterte Kinder tun ihr übriges um dem Film eine Grundstimmung von Angst zu verleihen. Vor allem die bemerkenswerte Schauspielerische Leistung von Goran Visnjic überzeugt die gesamten 96 Minuten und lässt keine einzige Verschnaufpause zu. Die Leistung von Shirley Henderson  ist nicht sonderlich schlecht aber im Vergleich zu Goran Visnjic doch eine der wenigen Schwachstellen des Films. Nichtsdestotrotz schafft es der Film von Anfang an zu fesseln und vor allem die Einfachheit mit welcher der Mörder seinen brutalen Plan verfolgt und auch erfolgreich ist schockiert. In diesem Film hat keine der Figuren geniale Einfälle oder beinahe Übermenschliche Kräfte. Die Gegenspieler des bösen wirken von Anfang an unterlegen und sind von den Ereignissen überzeugend geschockt, wirken nur allzu Menschlich und denken an die Aufgabe des Kampfes und an Niederlage. Mehr durch Zufälle werden sie immer wieder auf die richtige Spur gebracht um wenige Minuten später von einem tragischen Vorfall wieder dermaßen erschüttert werden dass sie glauben keine Chance zu haben.

Der Film überzeugt weiter durch gut durchdachte Überraschungsmomente und unerwartete Wendungen  sowie durch eine sehr gute Schauspielerauswahl die den Figuren bis in die Nebenrollen hinein eine Authentizität verleiht wie man sie leider viel zu selten erlebt. Somit verzeiht man Nick Willing auch dass es gegen Ende des Filmes ein paar kleine Schwachstellen in der Konzeption der Killerfigur gibt und dass das Ende zwar sehr gut vorbereitet aber etwas zu schnell und unüberlegt daherkommt. Im Vergleich zum überzeugenden und sehr gut durchdachten Aufbau des Filmes ist das Finale einfach zu simpel und der Finale Endkampf zu einfallslos und viel zu unspektakulär. Es wird zwar der Versuch unternommen am Ende noch ein Schock - Element einzufügen aber dieses ist genauso vorhersehbar wie das stupide Ende des Filmes. Darüber kann auch der immer Melancholische Dackelblick von Goran Visnjic leider nicht hinwegtäuschen.

Summa Summarum hat Nick Willing mit Doctor Sleep einen soliden Psychothriller vorgelegt der in den ersten 60 Minuten wirklich fesselnd und überzeugend ist, der mit Überraschungsmomenten durchsetzt und mit grausamen Folterideen gespickt ist. Das Ende fällt aber leider nur mäßig aus und kann bei weitem nicht so überzeugen wie der Rest des Films. Ob es daran liegt dass Willing vielleicht gegen Ende das Geld ausgegangen ist oder ob er unter Zeitdruck litt tut hier nichts zur Sache. Klar ist dass aus irgendeinem Grund dass Ende eines wirklich sehr guten Filmes den Film daran hinderte ein wirklich großer Erfolg zu werden. Da auf der DVD von EuroVideo auch weder ein alternatives Ende noch sonst irgendein Bonusmaterial vorhanden ist muss sich der Film auf die Leistung von Goran Visnjic und den ersten 60 Minuten verlassen um den Platz einzunehmen den er verdient hat.


###Christoph Höhl###

EuroVideo
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