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Movie-Review: Iron Man (Concorde)

Aus der Geschichte um einen der bekanntesten Charaktere des Marvel-Universums wird eine kurzweilige philosophische Betrachtung über das moralische Dilemma des Waffenschmiedes, der sein Geld mit der Herstellung von Tötungswerkzeug verdient.

Iron Man (c) Concorde-Video / Zum Vergrößern auf das Bild klickenRein äußerlich betrachtet ist Tony Stark ein Darling der Society, Playboy und gefragter Interviewpartner. Darüber hinaus genialer Erfinder, Geschäftsmann und Herr über das Hightech-Rüstungsunternehmen Stark Enterprises. Dagegen ist er innerlich betrachtet ein Darling der Society, Playboy… Scherz beiseite, der Typ ist aalglatt wie der gleichnamige Fisch. Dass seine Waffen nicht bloß zum Ansehen da sind, sondern in erster Linie Kriegsspielzeug, wird da elegant ausgeblendet.

Die makellose Fassade des erfolgreichen Waffenfabrikanten bekommt erst dann Risse, als Stark nach Afghanistan zur Präsentation seines neuesten Raketensystems vor Vertretern der Army reist. Dieses trägt den klingenden Namen Jericho und lässt wie seine biblische Vorgängerversion nicht nur Stadtmauern, sondern auch alles andere drum herum einstürzen. Nach dem Feuerwerk wird Starks Konvoi von Aufständischen angegriffen und der Stargast, von Schrapnells gefährlich verletzt, selbst entführt. In seinem Höhlengefängnis wird er schließlich mit der unbequemen Wahrheit konfrontiert: Auch die einheimischen Kämpfer scheinen die Waffen von Stark Industries zu schätzen, da sie sich auch in ihrem Arsenal finden.

Stark wird dazu verdonnert, das Jericho-System für die Rebellen nachzubauen. Stattdessen aber nützt er die Zeit, um den Elektromagneten zu verbessern, der das Wandern der Metallsplitter zu seinem Herz verhindern soll und ihm von seinem Mithäftling eingebaut wurde. Gemeinsam machen sich beide schließlich daran, eine metallene Hightech-Rüstung zu bauen, um entkommen zu können. Stark überlebt den Ausbruch und gelangt zurück nach Amerika, um geläutert durch seine Erfahrungen seinem Konzern eine andere Richtung zu geben. Nach einer wahren Bastelorgie entsteht der rot-gelbe Iron Man-Panzer, der auch bitter nötig sein wird: Ein Verschwörer innerhalb des Konzerns ist nämlich mit der plötzlichen Sinneswandlung des Firmenchefs ganz und gar nicht einverstanden…

Jon Favreaus „Iron Man“ ist nicht nur tolles Actionkino ohne jegliche unnötigen Längen, sondern bietet auch den für dieses Genre nicht selbstverständlichen Tiefgang. So wird die Misere des neuzeitlichen „Merchant of Death“ gelungen gezeichnet, der als Teil eines gigantischen militärisch-industriellen Komplexes von den Folgen seines Wirkens nichts wissen will. Die Katharsis des Helden, der die Unvereinbarkeit von gesichtsloser Tötungstechnik und dem realen Antlitz menschlichen Leides erkennt, ist ohne Kitsch herausgearbeitet worden. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, wobei die größte Ironie natürlich jene ist, dass Starks (Über-) Leben ausgerechnet an seiner genialsten Waffe, der Iron Man-Rüstung, hängt. Robert Downey Jr. liefert eine tolle Vorstellung ab, mit Jeff Bridges, Gwyneth Paltrow und Terrence Howard überzeugen auch die Nebencharaktere. Oh, und Stan „The Man“ Lee als Dauer-Gaststar von Marvel-Filmen gibt einen tollen Hugh Hefner ab!

Wer noch mehr Infos zum „Stählernen“ benötigt, greift zur limitierten Steelbook-Edition, die einen Screen Test von Robert Downey Jr., Deleted Scenes und einige weitere sehenswerte Extras enthält.
 
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #

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