"The Roost":
Mit vier Freunden, die nachts eine folgenschwere Kollision mit einer unschwer als Gummitier zu erkennenden Fledermaus haben, beginnt das, was man im weiteren Verlauf von "The Roost" als Handlung bezeichnen kann. Natürlich kommen die Freunde aufgrund dieser Kollision von der Straße ab, natürlich bekommen sie die Kiste ums verrecken nicht mehr auf die Straße zurück und natürlich sind sie irgendwo im amerikanischen Hinterland, wo es weit und breit nur eine einsame Farm als Zeichen der Zivilisation gibt. Da wir als horrorerprobte Zuseher wissen, dass sich in so einer einsamen Farm selten etwas Gutes verbirgt, sind wir schon auf das Folgende vorbereitet, wie auf übrigens fast alles, was im Film die Handlung betreffend abläuft. Einem zufällig im Niemandsland vorbeikommenden Polizisten wird klar gemacht, dass man einen Abschleppwagen benötigen wird und dieser wird auch gerufen. Wie unschwer zu erraten, gestaltet sich diese Warterei auf den Abschleppwagen als Kampf ums Überleben, da keiner mit den blutrünstigen Killerfledermäusen in der Scheune gerechnet hat, deren Biss die Menschen in gewissenlose Zombies verwandelt.
Genauso vorhersehbar wie die Handlung gestaltet Regisseur Ti West auch seine Überraschungsmomente und Schockelemente. Wenn man einige Klassiker des Genres gesehen hat, hat man auch die Schreckmomente in "The Roost" schon mindestens einmal gesehen. Aber diese Orientierung an den klassischen Elementen des Horrors trägt auch durchaus seine Früchte. Beispielsweise wenn die amüsante Figur des „Horror-Host“, ein gruseliger Mann, vor einer (sogar für diesen Film billigen) Horror-Kulisse den Film am Beginn einleitet, ihn am Ende auslaufen lässt und sich auch nicht scheut, mitten im Film einfach mal in die Handlung einzugreifen und diese zu verändern. Der recht billig wirkende Film überspielt sein offensichtlich mangelhaftes Budget durch geschickte Verwendung von immer nächtlicher Atmosphäre und dunklen Bildern, die viel Interpretationsfreiraum zulassen. Und so fällt die billige Machart dieses Filmes gar nicht mehr so ins Gewicht, weil sie nicht so vehement im Vordergrund steht, wie anfangs zu befürchten ist. Auch ist es angenehm, einmal keine Riege von aalglatten, modisch einwandfreien und optisch makellosen Schauspielern zu sehen, sondern welche, die zwar keine schauspielerischen Höchstleistungen erzielen aber zumindest durchwegs glaubhaft wirken. Im Gesamten gesehen ist dieser Film für Anfänger und Neulinge im Horror geeignet, die sich einen Überblick darüber verschaffen wollen, womit die letzten 20 Jahre im Horrorfilm erschreckt wurde. Für Kenner des Genre nur bedingt empfehlenswert, da man alles in diesem Film zu sehende schon irgendwann, irgendwo gesehen hat und die bezweckte Wirkung somit völlig ausbleibt.
"Blood and Donuts":
Hinter diesem skurrilem Titel verbirgt sich ein mindestens genauso skurriler Film. Die Handlung arrangiert sich um einen stupiden Taxifahrer, der Verkäuferin eines 24 Stunden geöffneten Donut-Ladens und einen offensichtlich verwirrten und gerade aus einem mehrere Jahrzehnte dauernden Schlaf erwachten Vampir namens Boya. Boya, gespielt von Gordon Currie. Er wird von einem verirrten Golfball erweckt und irrt sichtlich durcheinander durch eine heruntergekommene kanadische Stadt, bis er auf den Taxifahrer Earl (Justin Louis) und die Verkäuferin der Donutbude trifft, welche sich mit den Kleinganoven der Stadt herumärgern müssen. Und so dauert es nicht lange, bis Boyas Hilfe im Kampf gegen die Bande und deren Boss gefragt ist.
Regisseurin Holly Dale kommt in diesem Film mit nur sehr wenigen und billig wirkenden Effekten aus, konzentriert sich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen der drei Protagonisten und der Film hat auch sonst eher wenig mit einem Horrorfilm gemein. Es ist mehr die schaurig-schöne Geschichte eines melancholischen Vampirs, der es nicht lassen kann, anderen Menschen zu helfen. „Blood and Donuts“ überzeugt und gefällt durch die sehr schräge Machart, welche sich an die Figur des konfusen Boya anpasst und wartet auch mit manchen unerwarteten und scheinbar sinnfreien Handlungssträngen auf, die aber den Sinn haben, Boya und seine Persönlichkeit etwas besser darstellen zu können. Da die einzige Tatsache, die diesen Film mit dem Genre Horror verbindet diejenige ist, dass Boya ein Vampir ist, überrascht es auch nicht, dass die Gruselmomente im Film eher spärlich und auf einige recht passabel gemachte Szenen auf einem Friedhof beschränkt sind. Nichtsdestotrotz ist es ein sympathischer Film, der unterhält ohne Langeweile aufkommen zu lassen und auch noch Platz hat, um David Cronenberg eine kleine Nebenrolle als herrlich schrägen Mafiosi zukommen zu lassen.
"Armee des Jenseits":
In grauer Vorzeit wurde die Erde von den Großen Alten beherrscht, welche die Menschheit versklavten, doch die Menschen lehnten sich gegen die grausame Herrschaft der Tyrannen auf und es kam zum Krieg. Die einzige Möglichkeit, diesen Kampf endgültig zu gewinnen, steckt in dem Buch "Necronomicon". Soviel zur Vorgeschichte, die den Ereignissen, die im Film geschehen, vorausgehen. Zeitsprung in den Zweiten Weltkrieg, wo eine Gruppe von Soldaten Hinweise auf den Aufenthaltsortes dieses so wichtigen Buches in die Hände fallen und sofort wird versucht, dieses Buch, in dem die Entscheidung des Kampfes zwischen Menschen und deren Peinigern liegt, zu finden. Dass die bösen Mächte alles daran setzen, um die Menschen an ihrem Vorhaben zu hindern und sogar den neuen Prinzen der Unterwelt in den Kampf gegen die Menschen schicken, ist genauso vorhersehbar wie die übrige Entwicklung der Handlung.Der im Jahre 2002 in Italien veröffentlichte Film von Regisseur Ivan Zuccon gibt an, sich an einer Vorlage von H. P. Lovecraft zu orientieren. Um eines klarzustellen: Abgesehen von den Namen der Alten und der Grundgeschichte um den von Lovecraft erschaffenen Cthulhu-Kult hat der vorliegende Film nichts mit einem H. P. Lovecraft zu tun. Diese Anspielung auf Lovecraft war wohl eher ein verzweifelter Versuch, zumindest die Lovecraft-Fans unter den Zusehern dazu bewegen, sich durch die gesamte Länge des Filmes zu quälen. Denn der mit Digitalkameras aufgenommene Streifen lässt durch Glasklare Bilder, aber im negativen Sinne, schlechtem Ton und noch viel schlechteren Schauspielern keine Möglichkeit ungenützt, jeglichen Anflug von unheimlicher Stimmung sofort im Keim zu ersticken. Die Bildqualität ist zwar für B-Movies in Italien nichts ungewöhnliches, aber im Durchschnittskonsumenten werden innerhalb von Sekunden Verbindungen zu einem Dokumentarfilm hergestellt und das nicht zu Unrecht. Der Film wirkt wie im Vorgarten des eigenen Hauses aufgenommen, folglich wirken die Bilder nur allzu real und nehmen dadurch jeglicher suggerierten Fiktion den Platz zum Atmen. Es kommt weder Stimmung noch Gruseln, geschweige denn so etwas wie Gänsehaut auf. Mittels schlechter Effekte wird zwar einiges an Blut und Toten gezeigt, diese Darstellungen vermögen aber genauso wenig wie der Rest des Filmes aus der allgegenwärtigen und unausblendbaren Studioatmosphäre des Filmes auszubrechen. Im Gesamten hat man mit „Armee des Jenseits“ ein Sammelsurium an Dingen, die man eigentlich vermeiden sollte. Unpassende Bildqualität, schlechte Schauspieler, miese Handlung und keinerlei Stimmung sorgen für einen weitgehend sinnfreien und nicht nur stellenweise sehr langatmigen Film. Man kann nur hoffen, dass diese Mängel einzig und allein die Folge eines Minimums an Budget sind.
Die DVD ist vor allem jüngeren und neueren Fans des Horrorgenres zu empfehlen, da, mit Ausnahme von "Armee des Jenseits", auf Blutbäder verzichtet wurde. Auch gibt die DVD einen guten Überblick darüber, mit welchen Mitteln im Horrorfilm bisher erschreckt und gearbeitet wurde. Erfahrene Horrorfans werden auf diese Filmkollektion jedoch eher unzufrieden bis gelangweilt reagieren. Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die "Horror Collection 2" ein sehr gutes Konzept ist, aber man an der Auswahl der Filme noch etwas arbeiten könnte. Betreffend Bonusmaterial ist die DVD mit einer Trailershow ausgestattet - und das war es auch schon.
Fazit: Die "Horror Collection 2" ist für einen lustigen, anspruchslosen und weitgehend sinnfreien DVD-Abend geeignet, für alle Gelüste und Erwartungen, die darüber hinausgehen, sollte man sich dann aber doch anderweitig umsehen.





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