Kaum zu glauben: Der Lümmel, mit dem wir es hier zu tun haben, absolvierte seinen ersten Auftritt auf Papier bereits 1989 im Comicband „Von ganzem Herzen“ im Rahmen dreier Kurzgeschichten. Seit dem ersten eigenen „Arschloch“-Buch aus dem Folgejahr wurden den geneigten Lesern vor allem in der ersten Hälfte der 1990er weitere Einblicke in die Welt des „kleinen Arschlochs“ gewährt. Eine Welt, die der dazugehörigen Homepage zufolge „klingt wie ein Planet des Grauens, ein Schattenreich irgendwo zwischen Orkus, DDR und Fegefeuer, wo einem kurzsichtige, bebrillte Geier die Leber aus dem Rücken hacken.“ Damit sind die wesentlichsten Charakteristika der Serie bereits angesprochen: Politische Unkorrektheit, rotzfreche und bitterböse Komik auf Kosten eines jeden, der auch nur die geringste Angriffsfläche bietet: Ostdeutsche, Alte, Behinderte, Trinker, Homosexuelle und andere Zeitgenossen.Der große Erfolg des „kleinen Arschlochs“, neben Käpt’n Blaubär („Die Sendung mit der „Maus“) und „Adolf, der alten Nazi-Sau“ die bekannteste Figur Walter Moers, machte die Präsentation auf Zelluloid nur zu einer Frage der Zeit. Teil 1 der Leinwandadaption lebt vor allem von der unerwiderten Liebe des „Arschlochs“ zur alten Frau Koschmidder, seiner eigenwilligen Variante der sexuellen Aufklärung, vorsätzlicher Misshandlung des ihm anvertrauten Nachbarhundes Pepi und nicht zuletzt durch die großartigen Momente mit dem Großvater, genial gesprochen von Helge Schneider.
Letztgenannter Charakter spielt denn auch eine zentrale Rolle im zweiten Teil von 2006 („Das kleine Arschloch und der alte Sack – Scherben ist Scheiße“), der im Gegensatz zu seinem Vorgänger an den Kinokassen allerdings böse gefloppt ist. Kein Wunder, denn Teil 2 stinkt im Vergleich dazu leider ab. Das Problem gleicht jenem des zweiten "Werner"-Filmes: Trotz ungleich ausgereifterer Tricktechnik ist der Charme des Erstlings irgendwo auf der Strecke verloren gegangen. Klar, die Zeiten haben sich gewandelt: Brachte unser Protagonist seine geistigen Ergüsse vor eineinhalb Jahrzehnten noch auf Papier in Form eines Tagebuches, geschieht dies jetzt mit Diktaphon. Sogar der allgegenwärtige internationale Terrorismus muss herhalten, wenn über das von der Mutter befohlene Entsorgen der Mistsäcke gelästert wird.
Die Story ist rasch erzählt: Der "alte Sack" liegt auf dem Friedhof unfreiwillig Probe im Holzpyjama und fährt in die Hölle, wo es entgegen der christlichen Propaganda sehr angenehm temperiert ist und sich nymphomanische Krankenschwestern um das (unter-) leibliche Wohlergehen kümmern. Währenddessen versucht das "kleine Arschloch", den Opa mittels satanischer Rituale in die Welt der Lebenden zurückzuholen. All zu viele humorvolle Höhepunkte bleiben aus, lediglich einige Grinser sind dem Zuseher vergönnt. Da können auch die Jungs von "Mundstuhl" und wiederum Helge Schneider als Sprecher des "alten Sacks" keinen Blumentopf gewinnen, wenn sie derart zahme Texte vortragen müssen. Auch die Musiknummern bleiben diesmal weit hinter dem Vorgänger zurück. Vielleicht wäre eine ähnliche Herangehensweise an den Stoff wie in Teil 1 zielführender gewesen; nämlich die lockere Verbindung einzelner Episoden anstatt eines durchgehenden, langatmigen Erzählstranges. Schade.
Großartiger erster Teil, durchwachsener zweiter Teil. Lohnenswert ist die preisgünstige DVD-Box mit Audiokommentaren als Extras aber allemal.
###Andreas Grabenschweiger###





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