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Serien-Review: South Park Season 10 (Paramount)

Wie immer der völlig normale Wahnsinn im beschaulichen South Park: Chefkochs Tod, die Veralberung des "Karikaturenstreits" und eine grandiose Parodie auf ein bekanntes Online-Rollenspiel.

south_park_season_10 (c) Paramount / Zum Vergrößern auf das Bild klickenViel los in Season 10, die vierzehn Episoden aus dem Jahr 2007 versammelt – wie immer inklusive einiger kontroverser und erinnerungswürdiger Momente. Gleich zu Beginn der Staffel erleben wir die Rückkehr von Chefkoch, der vom "Super Adventure Club" eine Gehirnwäsche verpasst bekommen hat und nur hirnrissige Kommentare von sich gibt. Den Gentlemen dieser ominösen Vereinigung geht es allerdings weniger ums Entdecken unbekannter Gebiete, sondern um die Kinder der indigenen Bevölkerung. Der Versuch unserer Jungs, Chefkoch wieder umzupolen scheitert letztendlich spektakulär, als er von einem Ast aufgespießt und von wilden Tieren zerfleischt wird. Dass sich der Charakter in dieser Episode nur durch zusammengewürfelte Soundsamples äußert, liegt am Streit zwischen seinem Sprecher Isaac Hayes und dem Autorenduo Stone/Parker. Die Veralberung von Scientology in einer Folge der 9. Staffel ("Trapped in the closet", deutsch: "Schrankgeflüster") hatte Hayes Unmut als Anhänger der Sekte auf sich gezogen und die Zusammenarbeit abrupt enden lassen.


Den nächsten Höhepunkt liefert die anschließende Doppelfolge "Cartoon Krieg" ("Cartoon Wars"), eine großartige Parodie auf den "Karikaturenstreit", der ab Herbst 2005 mit zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed in einer dänischen Zeitung die arabische Welt erzürnen und einige Botschaftsgebäude in Flammen aufgehen ließ. Die Bewohner von South Park befürchten ähnlich drastische Konsequenzen, als in einer Folge von "Family Guy" der Prophet abgebildet werden soll – Cartman sieht seine Chance gekommen, im Namen des Schutzes der Religion die ihm so verhasste Sendung absetzen zu können und macht sich auf den Weg, um dessen Autorenteam von seinem Vorhaben zu überzeugen. Der Zweiteiler macht sich auf gelungene Art und Weise über die Karikaturenaffäre lustig und liegt in dessen scheinbar überspitzter Darstellung keineswegs weit von den tatsächlichen Ereignissen entfernt. Grandios auch die gefakte Übersetzung von Bin Laden-Vize Zawahiri, in der dieser im Namen der Autoren das von eingespielten Gags geprägte Konzept von "Family Guy" zerpflückt.


Unbestrittenes Highlight der Season ist aber die Verunglimpfung des zum Zeitpunkt der Ausstrahlung besonders massiv grassierenden "World of Warcraft"-Fiebers. Unsere vier Jungs geraten wie so mancher Zeitgenosse in Abhängigkeit des süchtig machenden Online-Rollenspiels und mutieren zu unbeweglichen, fetten und pickeligen Couch Potatoes. Gilt es schließlich, soziale Bindungen und das familiäre Umfeld zu vernachlässigen, um einen mysteriösen Gegner fertigzumachen, der die virtuellen Weiten des "Warcraft"-Landes nach Belieben beherrscht und Mitspieler über die Klinge hüpfen lässt. Bis es soweit ist, wird uns eine großartige Verarschung des MMORPG-Phänomens geboten, inklusive passendem Nerd-Vokabular.


Und da auch Negativwerbung eine Art von Werbung ist, gibt’s zum DVD-Set passenderweise einen 14-tätigen Testaccount für… genau: "World of Warcraft"! Wie bei jeder weiteren Season von "South Park" muss man sich sowieso wieder fragen, wie das Autorenduo auf seine abgefahrenen, völlig irrsinnigen Plots kommt. Das Bonusmaterial des DVD-Sets bietet Informationshungrigen in dieser Hinsicht etwas Abhilfe, denn die Herren Parker und Stone liefern hier Kommentare zu den Folgen ab. Klare Kaufempfehlung!

 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #

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