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Die Marvel-Superhelden-Sammlung 54

Der ihm gewidmete Band von Hachettes Marvel-Kollektion verdeutlicht einmal mehr, dass Jim Rhodes vorrangig Soldat ist und erst dann Superheld.

Die Marvel-Superhelden-Sammlung 54Denkt man an das klassische Figurenensemble rund um Tony Stark und sein Alter Ego Iron Man, darf James "Rhodey" Rhodes natürlich nicht fehlen. Zwar feierte er im Vergleich etwa zu Pepper Potts oder Happy Hogan sein Debüt erst relativ spät, bekam jedoch im Rahmen des "Marvel Cinematic Universe" viel mehr Leinwandzeit zugestanden als diese. Der vorliegende Band der "roten" Marvel-Sammelreihe lässt sowohl seinen ersten Auftritt (in "Iron Man" 118 von 1979) als auch die erstmalige Vertretung seines alten Freunds in der Rüstung des Eisernen ("Iron Man" 170 von 1983) außen vor und beschert den Lesern stattdessen jenen Storybogen, in dessen Verlauf Jim Rhodes erneut als Iron Man übernehmen muss.


In "Iron Man" 281-284 bekommt es Tony Stark (wieder einmal) mit einer Verschwörung seiner geschäftlichen Rivalen zu tun, obwohl er durch einen technoorganischen Tumor ohnehin geschwächt und dem Tode nahe ist. Um ihn endgültig zur Strecke zu bringen, hetzt ihm Justin Hammer mit den Masters of Silence drei Elitekämpfer auf den Hals, deren er sich lediglich durch den Einsatz einer neuen Rüstung erwehren kann. Diese erhält den (auch auf den Titelbildern der Ausgaben 282 und 283 prangenden) Namen War Machine und fällt schließlich nach seinem – natürlich nur scheinbaren Tod – in die Hände von Rhodey, dem noch dazu die Leitung von Stark Enterprises übertragen wird.


Während der Vierteiler von Len Kaminski und Kevin Hopgood aus dem Jahr 1992 trotz des martialischen Namens der schwarz-grauen Rüstung und des damaligen Superhelden-Zeitgeists gar nicht blutig ausfällt, sondern alle Zutaten einer kurzweiligen Eisernen-Story (Geschäftsintrigen, Hightech-Gerätschaften und unbarmherzige Gegner) bereithält, sieht es bei den anschließend abgedruckten ersten fünf Nummern der 2009 gestarteten Serie "War Machine" (Vol. 2) schon ganz anders aus. Die unter dem "Dark Reign"-Banner laufende (und 2010 als "Iron Man: War Machine" komplett bei Panini erschienene) Serie zeigt uns statt dem Superhelden den Soldaten James Rhodes, der in den (fiktiven) Ländern Santo Marco und Aquiria mit Terroristen aufräumt.


Autor Greg Pak lässt seinen zwischenzeitlich zum Cyborg gewordenen Protagonisten nicht lange fackeln ob des moralischen Dilemmas, in das andere angesichts der Machenschaften des privaten Konzerns Eaglestar geraten könnten. Während die örtlichen UNO-Truppen aufgrund internationalen Rechts dem Morden gewissenloser Söldner tatenlos zusehen, zeigt War Machine keinerlei Skrupel, diese über den Haufen zu schießen, um die Leben unzähliger Zivilisten zu schützen – ein Szenario, das angesichts der damals realen Kriegsschauplätze Afghanistan und Irak näher an der Realität ist und das hehre Ideal des Helden, der nicht tötet, hintanstellt.


Als wäre die Atmosphäre dadurch nicht schon grimmig genug, bedingt das Mitmischen von Norman Osborn – seines Zeichens nach der "Secret Invasion" kurzzeitig zum obersten Sicherheitschef der Vereinigten Staaten befördert – auch weitere Unannehmlichkeiten für Leib und Leben der beteiligten Personen, denn auch Kriegsgott Ares wird von besagtem HAMMER-Boss in die Schlacht geworfen. Zeichner Leonardo Mancos detaillierter wie grimmiger Stil passt sich sehr gut an die ethische Grauzone an, in der nicht nur Rhodey angesichts der drohenden Übernahme Hunderttausender durch das außerirdische Ultimo-Virus operieren muss. Wer seine Marvel-Kost bleihaltig mag und durchaus als Zeitkommentar verstanden wissen will, dürfte hier also gut unterhalten werden.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.die-superhelden-sammlung.de.


 
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