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Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 169

Die Tage von T`Challa als Herrscher von Wakanda könnten bald vorbei sein, denn seine Herrschaft wird von mehreren Seiten bedroht.

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung 169Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Einstand im Marvel-Universum (zu finden in Band 97 von Hachettes Marvel-Kollektion) avancierte "Black Panther" 2018 zu einem der größten künstlerischen und kommerziellen Erfolge des MCU überhaupt – nicht wenige sprachen von einem Meilenstein in der Repräsentation der schwarzen Community im Mainstreamkino. Wie seit längerem üblich machte sich im Vorfeld der Leinwandpremiere naturgemäß auch eine stärkere Positionierung des Charakters in den Comics des "House of Ideas" bemerkbar: Quasi zeitgleich zu seinem Auftritt in "Captain America: Civil War" gelangte (in Form des sechsten Volumes) im April 2016 auch eine neue monatliche Serie des wakandischen Monarchen in die Läden.


Als Autor konnte der Journalist Ta-Nehisi Coates gewonnen worden, der die Geschicke von T’Challa (inklusive eines zwischenzeitlich gestarteten siebten Volumes) bis 2021 lenken und diesem seinen Stempel wie nur wenige vor ihm aufdrücken sollte. Die erste Hälfte der zwölf Kapitel umfassenden Auftaktstory "A Nation Under Our Feet", die sich in der vorliegenden Ausgabe findet, präsentiert uns einen Black Panther, dem die Herrschaft zu entgleiten droht. Die vorangegangenen Ereignisse, allen voran die verheerenden Angriffe von Namor (während "Avengers vs. X-Men") und Thanos (im Zuge des "Infinity"-Events), haben das Vertrauen seiner Untertanen in ihn nachhaltig erschüttert.


Umstürzlerische Ideen, wie sie etwa der Schamane Tetu oder zwei (mitsamt den Prototypen mächtiger Hightech-Rüstungen) geflüchtete Mitglieder der Eliteeinheit Dora Milaje verbreiten, fallen somit auf fruchtbaren Boden. Will er seine Autorität wiederherstellen, muss T’Challa die Rebellion ehestmöglich zerschlagen – doch lässt sich der Status als König, der sich auf eine lange Ahnenreihe und (panther)gottgegebene Herrschaft beruft, überhaupt noch mit der Gegenwart einer hochtechnologisch ausgerichteten Nation vereinbaren? Ist die Rolle des Black Panther als Landesvater, der sich im übertragenen Sinne mit einem widerstrebenden Kind konfrontiert sieht, nicht vielmehr anmaßend, wie seine Gegner behaupten?


Der Widerspruch zwischen archaischen Traditionen und Modernität spiegelt sich im Marvel-Universum wohl nirgendwo sonst so deutlich wider wie in Wakanda. Coates’ Panther ist aus der großen Avengers-Welt in die vermeintliche Enge seiner Heimat zurückgekehrt und sitzt zwischen den Stühlen, ähnlich mag es auch manchen Lesern gehen: Die Motive für die Auflehnung vieler Untertanen scheinen gerechtfertigt, wenngleich es ihre Methoden nicht sind. Aber auch die Konsultation von diversen "Experten" diktatorischer Regimes ist nicht so wirklich dazu angetan, das Vertrauen in T’Challa als makellos agierenden, umsichtigen Regenten zu heben.


"Sturm über Wakanda", so der deutsche Titel, bietet also jede Menge Licht und Schatten, aber keinesfalls in Bezug auf die erzählerische Qualität, die sich wohltuend von üblichen Superhelden-Routinen abhebt und die politischen und moralischen Dimensionen der Herrschaft des Black Panther hervorhebt. Passend dazu präsentiert sich auch die Artwork-Abteilung in Hochform, denn in den ersten vier Kapiteln gibt es die seltene Möglichkeit Brian Stelfreeze abseits von Titelbildern zu erleben. Chris Sprouse macht ebenfalls einen sehr guten Job, um den optischen Übergang so sanft und fließend wie möglich zu gestalten. Als Extra gibt es eine umfangreiche Covergalerie, Skizzen und Infos zu Wakanda.


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.zeit-fuer-superhelden.de.


 
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