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Die Marvel-Superschurken-Sammlung 1

Mit Captain Americas Erzgegner beginnt Hachette den "sinistren" Ableger seiner Heldenkollektion.

Die Marvel-Superschurken-Sammlung 1Nach dem großen Erfolg von "Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung" startete der Verlag mit "Die Marvel-Superhelden-Sammlung" eine zweite, parallel laufende Serie, sodass gegenwärtig insgesamt vier Bände im Monat mit Highlights aus dem "House of Ideas" erscheinen, um neue wie alte Fans zu erfreuen und ihre Bücherregale einer veritablen Belastungsprobe zu unterziehen. Ähnlich wie Mitbewerber Eaglemoss bei dessen DC- und Batman-Kollektionen bot man Abonnenten der in elegantem Rot gehaltenen Reihe gegen einen kleinen Aufpreis auch eine Premium-Variante an, die insgesamt acht Sonderbände umfasst.


"Die Marvel-Superschurken-Sammlung" kommt ebenso wie ihr Pendant mit einem Rückenmotiv und den stets vorzüglich aufbereiteten redaktionellen Seiten, die mit Hintergrundinfos zu den jeweiligen Charakteren aufwarten. Für den Auftakt wurde jener Bösewicht ausgewählt, der von allen die meisten Jährchen auf dem Buckel hat: Wer Captain America sagt, muss auch Red Skull sagen – schließlich treibt dieser bereits seit "Captain America" 7 (mit dem Coverdatum Oktober 1941) sein Unwesen, nachdem ab der ersten Ausgabe der Serie zunächst der verbrecherische Industriellen George Maxon das Alias benutzt hatte.


Das tatsächliche Debüt von Johann Schmidt aus der Feder von Jack Kirby und Joe Simon, das die vorliegende Ausgabe eröffnet, atmet die selige Luft des "Golden Age" und sollte in seiner erzählerischen Schlichtheit unbedingt durch die Brille der Nostalgie betrachtet werden. Anders sieht das schon beim anschließenden Comeback von Red Skull in "Tales of Suspense" 79 (1966) aus, bei dem das Traumteam Lee/Kirby aus den ihm zur Verfügung stehenden zehn Seiten das Beste herausholt und Cap dank einer perfiden Erfindung an seinem Verstand zweifeln lässt.


Das Herzstück dieses Bandes bildet "Red Zone" aus "Avengers" (Vol. 3) 65-70 von Geoff Johns, eine ansprechende Mischung aus Katastrophenszenario, klassischer Superhelden-Story und Politthriller, die den damaligen Zeitgeist bezüglich der Angst vor Terroranschlägen widerspiegelt. Als ausgerechnet am US-Nationalheiligtum Mount Rushmore ein tödlicher roter Nebel entweicht, Dutzende tötet und in weiterer Folge ungleich mehr Menschen bedrohen wird, stehen die Avengers zwar an erster Front im Kampf gegen einen unbekannten Feind, aber auch im Clinch mit der Regierung.


Ein Amerika, das sich von seinen Lenkern gegen einen vermeintlichen Feind aufbringen lässt, spricht (leider) für die zeitlose Aktualität des Sechsteilers von 2003, besonders wenn die offengelegte politische Agenda des Red Skull in ihren Grundzügen an jene erinnert, die zeitgleich von der Bush-Administration in puncto Irak betrieben wurde. Noch bizarrer erscheint im Rückblick die Bitte des hier auch auftretenden George W. Bush an Cap, etwaige "hausgemachte" Fehler hinsichtlich (biologischer) Massenvernichtungswaffen nach Möglichkeit geradezubiegen. Auch Oliver Coipel lässt am Zeichenbrett nichts anbrennen, wenngleich er noch ein Stück von seiner späteren Klasse entfernt ist. Alles in allem ein schurkisch guter Auftakt nach Maß!


 
# # # Andreas Grabenschweiger # # #



Publisher: Hachette





Erhältlich im Zeitschriftenhandel und auf www.die-superhelden-sammlung.de.


 
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