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Gruselserie 2

Es gibt eine ganze Reihe von Mythen und Legenden, die die Fantasie der Menschen seit jeher beflügeln und immer wieder die Frage aufwerfen: Wie viel Wahrheit steckt in diesen Geschichten?

(C) Europa/Sony Music / Gruselserie 2 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAuf Umwegen gelangt ein merkwürdiges Foto in die Redaktionsräume einer renommierten britischen Tageszeitung. Die Skepsis der Redakteure ist groß. Zu abwegig erscheint der Gedanke, dass das Foto tatsächlich echt sein könnte. Die Gefahr, dass es sich um eine Fälschung handelt, um die Zeitung um eine größere Geldsumme zu betrügen, ist groß. Kann es tatsächlich sein, dass es wirklich gelang, ein Bild des legendären Yetis zu schießen? Trotz der herrschenden Unsicherheit, ist Sir Geoffrey Selford, der Besitzer des Blatts bereit, der Sache nachzugehen und eine Expedition in den Himalaya auszurüsten. Ein internationales Team von Experten wird zusammengestellt und nach Tibet entsandt, um festzustellen, ob es den Yeti tatsächlich gibt.


Zunächst unterscheidet sich der Aufstieg am Mount Everest nicht von Dutzenden anderer Expeditionen auf den höchsten Gipfel der Welt. Die unwirtliche Natur und die extremen klimatischen Bedienungen sind die größten Herausforderungen für die Bergsteiger, von einem Monster, das die schroffen Berge des Dachs der Welt sein Zuhause nennt, fehlt jedoch jede Spur. Erst als man eines Nachts von Notsignalen geweckt wird, kommen erste Zweifel auf. Kann es tatsächlich sein, dass eine andere Bergsteigergruppe das Ziel eines Yeti-Überfalls wurde? Noch herrscht große Unsicherheit unter den erfahrenen Extremsportlern, die jedoch immer mehr der Gewissheit weicht, dass sich dort draußen an den schneebedeckten Hängen des Mount Everest irgendetwas versteckt!


Mit "Yeti – Kreatur aus dem Himalaya" geht die Rückkehr der "Gruselserie" aus dem Hause Europa in die zweite Runde. Nach dem soliden Auftakt "Polterabend – Nacht des Entsetzens" entführt uns die zweite Folge nun in die karge und abweisende Gebirgswelt des Himalaya. Somit ist direkt für ein spannendes und noch unverbrauchtes Setting gesorgt, vor dem sich die Geschichte entfalten kann. Zur besseren Orientierung werden die geschilderten Ereignisse von einem Sprecher eingeordnet und kommentiert und erleichtern so den Einstieg ins Geschehen. Die Erzählung nimmt nur ganz allmählich an Fahrt auf. Man räumt der Vorstellung der einzelnen Charaktere innerhalb der kleinen Expertengruppe viel Platz ein.


Dabei erinnert die Zusammenstellung des kleinen Personenkreises an einen klassischen "Whodunit"-Krimi. Verschiedene Figuren mit unterschiedlichen Eigenschaften werden an einem abgeschiedenen und zeitweise von der Außenwelt isolierten Ort zusammengebracht. Im Krimi ist es oft der Mörder, der die einzelnen Gruppenmitglieder bei der Lösung des Falles fordert, hier der Yeti, der sich lange Zeit im Verborgenen hält. An Fahrt nimmt die Geschichte spätestens dann auf, als man das Notsignal beobachtet, der anderen Gruppe von Bergsteigern zu Hilfe eilt und von deren Schicksal erfährt. Der Höhepunkt ist natürlich das Aufeinandertreffen von Mensch und Kreatur an den verschneiten Hängen des höchsten Gipfels der Welt.


Bei einer derartig einzigartigen Kulisse, die ein wahres Füllhorn an Möglichkeiten bietet, bleibt diese Episode leider in Sachen Atmosphäre und inhaltlicher Dichte hinter ihren Möglichkeiten zurück. Die tägliche Bedrohung der feindlichen Natur ist kaum spürbar, so wenig kommen passende Soundeffekte zum Einsatz, um die dramatischen Ereignisse zu unterstützen. Warum hat man darauf verzichtet den lebensfeindlichen Aufstieg zum Mount Everest als das zu schildern, was es ist, nämlich eines der größten aber tödlichsten Abenteuer, die es auf unseren Planeten noch zu finden gibt? Auch die eigentliche Story hätte sicherlich an der einen oder anderen Stelle noch etwas mehr Pep gebrauchen können, so dauert es doch recht lange, bis die Spannungsschraube endlich anzieht und es gelingt den Hörer für sich zu gewinnen.


Während die musikalische Gestaltung bei der Pilotfolge noch einen der Schwachpunkte bildete, ist dieser Aspekt bei der vorliegenden Folge geradezu vorbildlich ausgefallen. Alle verwendeten Musikstücke passen hervorragend zu den geschilderten Ereignissen und beschwören die unwirkliche Natur Tibets vor dem geistigen Auge herauf. Auch die Mischung zwischen gesprochenem Wort und Musik fällt in diesem Fall deutlich ausgewogener aus.


Trotz des im späteren Verlauf eher isolierten Raums des Hörspiels ist über ein Dutzend an Sprechern beteiligt. Als Erzähler konnte man eine der wohl markantesten Stimmen des deutschen Hörspiels, Udo Schenk, gewinnen. Verlieh er in der Vergangenheit bereits Heerscharen von Schurken und Verbrechern seine Stimme, so macht er hier auch als Erzähler eine gute Figur. Das Team der Bergsteiger ist mit Marek Harloff, Tim Demtröder, Marek Ehrhardt, Nico König und Achim Buch prominent und mit sehr abwechslungsreichen Stimmen besetzt, sodass es großen Spaß macht ihren Gesprächen zu folgen. In weiteren Nebenrollen sind weitere bekannte Sprecher wie Michael Lott, Merete Brettschneider und Rüdiger Schulzki zu hören.

Die zweite Episode ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Leider ist es noch nicht gelungen, alle Kinderkrankheiten abzustellen, was für den zweiten Teil einer Reihe aber durchaus normal sein dürfte. Im direkten Vergleich fällt "Yeti – Kreatur im Himalaya" leider deutlich zu Produkten der Konkurrenz ab, hier besteht Nachholbedarf. Eine Aufgabe, die André Minninger und sein Team in Zukunft sicherlich lösen können.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Europa/Sony Music




 


 
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